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apoBank: wieder obenauf

Die Deutsche Apotheker- und Ärztebank eG (apoBank) befindet sich im Aufwind: Sie zahlt auch für das Geschäftsjahr 2013 vier Prozent Dividende auf die Geschäftsguthaben ihrer Mitglieder.

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Am Freitag stimmte die Vertreterversammlung in Düsseldorf dem Vorschlag des Aufsichtsrats und des Vorstands zur Gewinnverwendung zu und bestätigte den Jahresabschluss 2013.

Verluste aus Alt-Geschäften ausgeglichen

Zugleich meldete Vorstandssprecher Herbert Pfennig, dass die Bank im Mai dieses Jahres die strukturierten Finanzprodukte vollständig zurückgeführt und die Summe ihrer Verluste durch diese toxischen Papiere „auf Null“ gebracht habe. Noch 2009 hatte die Summe 5,5 Milliarden Euro betragen, und dazu geführt, dass die Bank in arge Schieflage geriet.

Die Garantie, die der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) 2009 zur Absicherung dieses Portfolios gewährt hatte, habe die Bank nicht in Anspruch nehmen müssen und sei nun gegenstandslos. Insgesamt habe der konsequente Risikoabbau dazu geführt, dass die Risikoaktiva um 6,2 Milliarden Euro auf 10,9 Milliarden Euro gesunken seien, erörterte Pfennig.

Wieder top platziert

Dies habe sich positiv auf die Eigenkapitalquote ausgewirkt: Die Kernkapitalquote habe Ende letzten Jahres bei 17 Prozent gelegen, die Eigenmittelquote bei 23 Prozent. „Unter den 24 Banken, die künftig von der Europäischen Zentralbank beaufsichtigt werden und ihre Quoten zum Jahresende veröffentlicht haben, gehören wir zu den TopP-6-Banken. Wenn man hier die Förderbanken unberücksichtigt lässt, liegen wir mit unserer Kernkapitalquote sogar auf Platz 3“, so Pfennig.

Für das laufende Geschäftsjahr plane die apoBank einen Jahresüberschuss über dem Vorjahr (31.12.2013: 47,4 Millionen Euro). Damit sei erneut eine Stärkung der Rücklagen und eine Dividendenzahlung an die Mitglieder möglich sein, hieß es. Diese Erwartung bekräftigte Pfennig in Düsseldorf mit Blick auf die Geschäftsentwicklung der ersten fünf Monate.

So lag der Jahresüberschuss im Mai 2014 bei 20,6 Millionen Euro und damit über dem Vorjahreswert. Auf der Ertragsseite setze die Bank auch für die zweite Jahreshälfte auf positive Impulse aus dem Kundengeschäft. Dies habe der Bank einen Zuwachs von Kunden auf aktuell 373.000 beschert.

Vertrauen zum Kunden neu schaffen

Pfennig: „Bei den Geschäftsguthaben haben wir per Ende Mai fast die Eine-Milliarde-Euro-Marke geknackt. Das sind klare Signale dafür, dass wir wieder großes Vertrauen schaffen konnten.“ 

Strategisch stellt sich die apoBank nach den Worten Pfennigs auf den Strukturwandel im Gesundheitswesen ein mit drei großen Trends im Fokus: zunehmend komplexere Strukturen in den Berufsausübungsformen, neue Träger, die in die ambulante Versorgung eintreten, und eine steigende Zahl angestellter Heilberufler. „Organisatorisch haben wir uns im Privatkundengeschäft mit spezialisierten Beratern auf die differenzierten Bedürfnisse der Heilberufler eingestellt“, so Pfennig.

Neuer Arbeitskreis zur Stärkung der Niederlassung

Angesichts der Entwicklung einer alternden Gesellschaft, in der es immer weniger junge Ärzte, Zahnärzte und Apotheker gibt, habe die apoBank gemeinsam mit den Standesorganisationen einen Arbeitskreis initiiert, der für die Stärkung der heilberuflichen Niederlassung als tragende Säule des Gesundheitswesens stehen soll.

Ausgangspunkte, so Pfennig, seien dabei auch die jüngst veröffentlichte Studie und Broschüre der Bank zum Thema „Chance Niederlassung“. Pfennig: „Die Ergebnisse zeigen, dass sich Vorbehalte gegen die Selbständigkeit im Laufe des Existenzgründungsprozesses relativieren oder sogar ganz auflösen. Es gilt also, diejenigen, die der Selbständigkeit prinzipiell offen gegenüber stehen, abzuholen und gemeinsam zu unterstützen.“ 

Die turnusgemäß ausscheidenden Mitglieder, Apotheker Hermann Stefan Keller, Ärztepräsident Prof. Frank Ulrich Montgomery und Dr. Helmut Pfeffer, wurden von der Vertreterversammlung wiedergewählt. Anschließend bestätigte der Aufsichtsrat Keller in seiner Funktion als Vorsitzenden des Aufsichtsrats.