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Arbeitsunfall: Wann zahlt die Versicherung?

Hektik, Stress und Müdigkeit gepaart mit Stolperfallen und spitzen Instrumenten - und ruckzuck ist der Unfall in der Praxis geschehen. Doch ist jeder Unfall automatisch auch ein Arbeitsunfall? Hier ein Überblick.

Der Unfall in der Praxis ist schnell passiert - doch wann zählt ein Unglück auch als Arbeitsunfall? ratch0013 - Fotolia

Prinzipiell gilt: In der Zahnarztpraxis als Arbeitsplatz stehen die Mitarbeiter unter dem Schutz der gesetzlichen Unfallversicherung. Passiert dort ein Arbeitsunfall ist jedoch zu unterscheiden, ob es sich um eine beruflich oder privat veranlasste Tätigkeit handelte, als es zum Unglück kam - denn die Berufshaftpflichtversicherung zahlt nur bei beruflich bedingten Unfällen.

„Arbeitsunfälle sind Unfälle von versicherten Personen, die ihre Ursache in der versicherten Tätigkeit haben“, so Sandra Bieler von der Berufsgenossenschaft für Gesundheitsdienst und Wohlfahrtspflege (BGW) in Hamburg auf Nachfrage.


5 wichtige Fragen zum Arbeitsunfall

Ein Auffahrunfall auf dem Weg zur Arbeit, das Ausrutschen auf spiegelglattem Parkplatz, der Sturz an der Bushaltestelle – viele Unfälle passieren auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Diese Unfälle gelten als Arbeitsunfälle. Die Kosten für Verletzungen trägt die gesetzliche Unfallversicherung. Dies gilt nur, wenn der Beschäftigte den direkten Weg zwischen Wohn- und Arbeitsstätte gewählt hat. Umwege sind nicht von der Versicherung gedeckt. Allerdings liegt auch ein Wegeunfall vor, wenn der Beschäftigte auf dem Weg zur Arbeit die Kinder bei einer Tagesstätte oder in der Schule abgeben muss.

Die Nahrungsaufnahme ist dem privaten Bereich zuzuordnen. Auch am Arbeitsplatz. Unfälle, die sich in der Kantine, beim Bedienen der betrieblichen Kaffeemaschine oder beim Öffnen einer Sprudelflasche ereignen, sind nicht von der Berufsunfallversicherung gedeckt. Es fehlt der enge Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit, der für die Berufsunfallversicherung notwendig ist. Anders ist es bei Geschäftsessen, denn hier besteht ein enger Zusammenhang mit der beruflichen Tätigkeit. Anders auch der Weg von oder zur Kantine oder zur Kaffeemaschine – die Wege selbst sind von der Versicherung gedeckt.

Ob Betriebsausflug oder Weihnachtsfeier, bei betrieblichen Feiern besteht Unfallversicherungsschutz. Passiert während einer solchen Veranstaltung ein Unfall, so übernimmt die Versicherung die Kosten. Dafür muss die Feier aber einen „offiziellen“ Charakter haben, sie muss tatsächlich allen Mitarbeitern offenstehen und von der Betriebsleitung organisiert werden. Nicht versichert sind die Mitarbeiter auf Veranstaltungen, die sie selbst organisieren. Dann scheidet Versicherungsschutz auch dann aus, wenn der Chef anwesend war. Auch die Feier einzelner Abteilungen kann „offiziell“ sein, wenn alle Mitarbeiter der Abteilung geladen sind (Hess. LSG B 2 U 7/13 R). Allerdings: wenn viel Alkohol im Spiel ist, kann der Versicherungsschutz gefährdet sein. Dann zahlt die Unfallversicherung nicht.

Verletzungen auf dem stillen Örtchen gelten nicht als Arbeitsunfälle, wohl aber der Weg dorthin. Die Sozialgerichte sehen das Erleichtern auf der Toilette grundsätzlich als „privaten Bereich“ an.

Passiert ein Unfall während eines privaten Telefonats, so greift in der Regel der gesetzliche Unfallschutz nicht. Denn Telefonieren ist immer eine – so die Gerichte – „persönliche oder eigenwirtschaftliche Verrichtung“.


2015 wurden der BGW von Zahnarztpraxen und Kieferorthopäden 1.032 Arbeitsunfälle, 1.222 Wegeunfälle und 610 Meldungen mit dem Verdacht auf eine Berufskrankheit gemeldet. Dies sei im Vergleich zu anderen Branchen relativ gering, doch „jeder Unfall ist einer zu viel“, betont Bieler, „schließlich kann er schwere persönliche und finanzielle Folgen haben“. Nicht selten müssen Praxen auch (kurzfristig) geschlossen werden, weil sich ein Unfall ereignete, hebt Bieler hervor. Dies könne dann schnell zu Betriebseinbußen führen.

So vermeiden Sie Unfälle auf dem Weg zur Arbeit

Von der Unfallversicherung abgedeckt sind auch sogenannte Wegeunfälle: Unfälle auf dem Weg zur oder von der Arbeit. Die BGW gibt in einer Broschüre wichtige Tipps, wie man sicher zur Arbeit und wieder nach Hause kommt. So sollte man etwa bei winterlicher Witterung mehr Zeit für den Weg einplanen. Autofahrer sollten darauf achten, dass das Fahrzeug wintertauglich ausgestattet ist, die Lichter in Ordnung sind und auch tagsüber mit Licht fahren. Fußgänger sollten prinzipiell helle und/oder reflektierende Kleidung tragen, um besser gesehen zu werden.

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