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Charité gewinnt Preis für Patientensicherheit

Auf der Jahrestagung des Aktionsbündnisses für Patientensicherheit (APS) am 16. und 17. April in Berlin wurden vier zukunftsorientierte Projekte ausgezeichnet. Der erste Preis wurde dem Team Risikomanagement "Dekubitus- und Sturzprävention" an der Charité Berlin verliehen.

Organisatoren und Preisträger (v.l.): Dr. Christian Thomeczek, ÄZQ (Moderator, APS-Vorstandsmitglied), Dr. Franziska Diel, Kassenärztliche Bundesvereinigung (Jurymitglied in Vertretung), Dr. Mario Rüdiger, TU Dresden (Preisträger Platz 2), Ulrike Elsner, vdek e.V. (Jurymitglied und Laudatorin), Armin Hauss, Charité Universitätsmedizin Berlin (Preisträger Platz 1), Martin Meilwes, GRB Gesellschaft für Risiko‐Beratung mbH (Jurymitglied), Dr. Ingeborg Singer, MDK Bayern (Preisträgerin Platz 3), Prof. Hanns Peter Knaebel, Aesculap AG (Jurymitglied und Laudator), Reiner Heuzeroth, ASKLEPIOS Kliniken GmbH (Preisträger Platz 3), Prof. Wolf-Dieter Ludwig, AKDÄ (Jurymitglied und Laudator) und Hedwig François-Kettner (APS Vorsitzende und Juryvorsitzende). Cordula Giese, Aktionsbündnis Patientensicherheit

Die Berliner Projektgruppe hat sich die Vermeidung von Dekubitus durch lange Liegezeiten und die dringende Vermeidung von Stürzen zum Ziel gesetzt. In Deutschland entsteht bei rund 72.000 Patienten ein solcher Dekubitus. Die Folgebehandlung ist langwierig und kostenintensiv. Ebenso stürzen etwa 4 Prozent der Patienten während ihres Krankenhausaufenthalts. In der Charité wird bereits während der Aufnahme der Patienten ein individuelles Risikoprofil für eine Sturz- oder Dekubitusgefährdung erstellt. Anschließend erfolgen präventive Maßnahmen vom Pflegepersonal. So konnten zwischen 2009 und 2013 die Fälle der Druckgeschwüre von mehr als 10 Prozent auf 0,8 Prozent gesenkt und Geschwüre mit dem höchsten Grad, dem sogenannten Grad 4, gänzlich vermieden werden.

Der zweite Preis ging an die medizinische Fakultät der Universität Dresden für ein Konzept zur Verbesserung der Versorgung Frühgeborener. Mithilfe eines teamorientierten videogestützten Fehlermanagements kann die Erkrankungshäufigkeit, wie etwa bei Augenerkrankungen oder chronischen Lungenerkrankungen, entscheidend gesenkt werden. Die frühgeburtliche Erkrankungshäufigkeit bei den Augenerkrankungen sank von 23 Prozent auf 9 Prozent und bei den Augenerkrankungen sanken die Zahlen von 15 Prozent auf 1 Prozent. Die Jury bestehend aus Vertretern von Ärzteschaft, Pflege, Forschung, Apotheken, Selbsthilfe und Industrie überzeugte die Nachhaltigkeit des Projekts.

Dritter Platz zweimal vergeben

Bei der diesjährigen Preisverleihung gab es zwei Drittplatzierte. Der eine dritte Preis ging an die Autorengruppe der Asklepios Kliniken GmbH Hamburg für das "Asklepios CIRS-Netz - Einrichtungsübergreifendes Lernen aus Fehlern", ein anonymes Fehlermelde- und Berichtssystem für  alle 39 Akutkliniken des Konzerns. Hierbei werden Erkenntnisse, Fehler und Maßnahmen zur Steigerung der Patientensicherheit aus allen Bereichen der Kliniken in das CIRS-Netzwerk eingespeist und abgeschlossene CIRS-Fälle anonym klinikübergreifend veröffentlicht. Die daraus abgeleiteten Lernerfahrungen stehen somit allen zur Verfügung, um die Prävention von Fehlern zu steigern.

Das "Projekt simparteam ® - mehr als Notfalltraining für geburtshilfliche Teams" vom Fachbereich Medizinrecht des Medizinischen Dienstes der Krankenversicherung Bayern erhielt ebenfalls den dritten Platz. Das Schulungskonzept zur Vermeidung von Notfällen wurde aus konsequenter Fehler- und Schadenssammlung und Analyse mehrerer Schadensdatenbanken entwickelt. Geburtshilfliche Teams lernen anhand von "simulierten Fehlern", um sich im Notfall professioneller verhalten zu können. An sieben Kliniken wurde das Schulungskonzept eingesetzt und evaluiert. Die erfolgreiche Umsetzung des Risikomanagementzyklus von der Analyse über präventive Maßnahmen bis hin zur Evaluation überzeugte die Jury.

Insgesamt wurden mehr als 40 Arbeiten eingereicht, die thematisch alle Bereiche der Gesundheitsversorgung, Arzneimitteltherapie, Bildung und Schulung sowie Fehlermelde- und Berichtswesen von Forschungsinstituten abdeckten.

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