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Der Brexit für Dentists

Der größte Branchenverband britischer Zahnärzte ist die British Dental Association (BDA). Vor dem Brexit erklärte sie ihren 22.000 Mitgliedern, was auf sie zukommt.

Am 23. Juni stimmte die Mehrheit in Großbritannien für "out". Wählen durften alle Bürger über 18 Jahre, die im Vereinigten Königreich wohnen, sowie alle britischen Staatsangehörigen im Ausland, die in den vergangenen 15 Jahren in Großbritannien wahlberechtigt waren. M_zm-Style_Media_Design-nerthuz-Fotolia


So bewertet die BDA den Brexit

  • Egal, ob "in" oder "out" - Auswirkungen auf die Zahnmedizin und den Dentalmarkt hat die Entscheidung immer. Sie - Standespolitik, Behandler und Hersteller - werden durch die EU-Rechtsvorschriften in vielen Bereichen betroffen, tangiert ist die Einfuhr von zahnmedizinischen Geräten und Materialien genauso wie die Gesetzgebung im Bereich Gesundheit und Sicherheit. Der Ausstieg aus der EU wird für das Vereinigte Königreich eine Fahrt in unerforschte Gewässer, denn der Abschied eines Landes aus der EU in dieser Größenordnung ist beispiellos.
  • Aus beiden Lagern gab es Prognosen über die wirtschaftlichen Folgen aus dem Referendum, einschließlich der Wahrscheinlichkeit einer Rezession beziehungsweise eines Aufschwungs. Viele Zahnärzte können sich an die jüngste Wirtschaftskrise erinnern und wie die Dentalindustrie davon betroffen war.
  • Etwaige Folgen auf die allgemeine Wirtschaft werden sich wahrscheinlich zuerst in der Kaufkraft der Patienten niederschlagen, was vor allem Privatpraxen betrifft.





Hätte das Vereinigte Königreich "in" gestimmt - die Situation für die Zahnmediziner in Großbritannien wäre wahrscheinlich so geblieben, wie sie war: Die Zahnärzte hätten sich weiterhin frei in der EU frei bewegen können, um zu studieren oder zu arbeiten, und umgekehrt hätte das UK nach wie vor Arbeitskräfte aus anderen EU-Mitgliedsstaaten aufnehmen können. Das Land hätte weiter EU- Gesundheits- und Sicherheitsinitiativen umgesetzt und wäre ein Mitglied grenzüberschreitender Patientensicherheitsinitiativen gewesen, so wie die Ausstattung der EU-Dentallabore per CE-Zeichen als sicher zertifiziert wurde.

Die BDA hat seit vielen Jahren durch ihre Zusammenarbeit mit dem europäischen Zahnärzte-Board, dem Council of European Dentistry (CED), Input gegeben und Einfluss genommen, wenn es um zahnmedizinische Belange ging. Länderübergreifende Themen waren etwa Amalgam, Bleaching, Medikamentierung und Berufsausbildung. Diese Arbeit hätte sich in der Form fortgesetzt.


  • Voraussichtlich wird eine Verhandlungsdauer von bis zu zwei Jahren (Basis dafür ist Artikel 50 des Vertrags von Lissabon) genutzt, um die Details des Ausstiegs zu bestimmen. Während dieser Zeit wird Großbritannien weiterhin EU-Verträge und -Gesetze befolgen müssen, sich aber nicht mehr an den Entscheidungen beteiligen können.
  • Das ist allerdings nicht unbedingt eine geeignete Basis, um irgendwelche neuen Verträge zwischen dem UK und der EU oder ihren Mitgliedsländern aufsetzen zu können. Im Gegenteil: EU-Rechtsexperten denken, dass es viel länger dauern wird, neue Handelsabkommen zu entwickeln und den Binnenmarkt zu öffnen. All dies hängt von den Verhandlungen und der Zustimmung der anderen europäischen Nationen ab.
  • Wird weder ein anderer Deal noch eine Verlängerung der Aufenthaltsdauer in der EU erreicht, würde zwei Jahre, nachdem das Land die EU über seinen Ausstieg informiert hat, der Status in eine Nichtmitgliedschaft übergehen.
  • Diese Bereiche tangieren dabei die Zahnmedizin besonders:     

  1. die Freizügigkeit von Fachkräften (Anerkennung von Qualifikationen)
  2. Studium und Personalplanung    
  3. das öffentliche Gesundheitswesen     
  4. medizinische Geräte     
  5. kosmetische Produkte     
  6. der Datenschutz     
  7. das Arbeitsrecht     
  8. Forschung und Entwicklung


  • Nach dem geordneten Ausstieg müssen die EU-Richtlinien nicht mehr umgesetzt werden. Dies könnte den Verwaltungsaufwand für kleine Unternehmen, wie zum Beispiel Zahnarztpraxen, reduzieren. Unter der Rahmenrichtlinie "Health and Safety at Work Framework Directive" (89/391 / EWG) mussten zum Beispiel Risikobewertungen für die Sicherheit am Arbeitsplatz in schriftlicher Form erfolgen - unabhängig von der tatsächlichen Gefahr. Auf der anderen Seite hat das UK viele dieser Richtlinien auf EU-Ebene unterstützt, so dass die britische Regierung später entscheiden kann, ob sie die gleichen oder ähnliche Auflagen beibehält. Die britische Regierung muss also entscheiden, welche Vorschriften in Kraft bleiben und welche gestrichen werden sollen.
  • Wenn Großbritannien sich entscheidet, im Europäischen Wirtschaftsraum zu bleiben, müssen die meisten der aktuellen EU-abgeleiteten Gesetze eingehalten und alle neuen in Kauf genommen werden. Denn in Großbritannien hergestellte medizinische Geräte, Produkte und Medikamente müssen die EU-Vorschriften erfüllen, um in die EU verkauft werden zu können.




Der Brexit wird wahrscheinlich die berufspolitische Struktur der Zahnärzteschaft verändern. Die BDA will auch weiterhin die Interessen ihrer Mitglieder schützen und jene, wo nötig, beraten. Sie will auch weiterhin die Beziehungen mit den europäischen Kollegen fördern, unabhängig vom Ergebnis des Referendums.


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