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Die IDS in 10 Rekorden

Mit neuen Rekordergebnissen und bester Stimmung endete nach fünf Powertagen am Samstag in Köln die 37. IDS. Wir haben die Gigantomie in Zahlen gepackt.

Schätzungen zufolge kamen über 155.000 Fachbesucher aus 157 Ländern zur IDS, davon rund 60 Prozent aus dem Ausland. zm_Koelnmesse

  1. Über 155.000 Fachbesucher aus 157 Ländern haben die IDS besucht. Das sind 12 Prozent mehr als 2015. 
  2. Insgesamt beteiligten sich 2.305 Unternehmen aus 59 Ländern (2015: 2.182 Unternehmen aus 56 Ländern) auf einer Bruttoausstellungsfläche von 163.000 m² (2015: 158.200 m²) 
  3. Darunter befanden sich 624 Aussteller und 20 zusätzlich vertretene Firmen aus Deutschland (2015: 636 Aussteller und 19 zusätzlich vertretene Firmen) sowie 1.617 Aussteller und 44 zusätzlich vertretene Unternehmen aus dem Ausland (2015: 1.480 Aussteller und 44 zusätzlich vertretene Unternehmen).
  4. Der Auslandsanteil der Hersteller lag bei 72 Prozent (2015: 70 Prozent).
  5. Der Anteil internationaler Fachbesucher stieg um nahezu 20 Prozent stieg auf rund 60 Prozent. Auch bei den nationalen Besuchern wurde ein leichtes Plus verzeichnet.
  6. Aus Mittel- und Südamerika (+ 52,9 Prozent), Osteuropa (+ 43 Prozent), dem Nahen Osten (+ 31,9 Prozent),Afrika (+ 31,7 Prozent) und Asien (+ 28 Prozent) kamen 2017 wesentlich mehr Fachbesucher als 2015 zur IDS. Auch Nordamerika (+ 15,7 Prozent) und Europa (+ 12,6 Prozent) steigerten sich noch einmal.
  7. Laut einer neutralen Besucherbefragung waren 45 Prozent der Fachbesucher aus dem Ausland ausschlaggebend für Beschaffungsentscheidungen ihrer Unternehmen.
  8. Insgesamt gaben rund 80 Prozent der Befragten aus dem In- und Ausland an, an Einkaufs- und Kaufentscheidungen ihrer Unternehmen beteiligt zu sein.
  9. Rund drei Viertel der Befragten zeigten sich mit der IDS 2017 insgesamt (sehr) zufrieden, ebenso wie mit der Erreichung ihrer Messeziele.
  10. 90 Prozent der befragten Besucher würden Geschäftspartnern den Besuch der IDS empfehlen.
    70 Prozent planen, die IDS auch 2019 zu besuchen.*


Die Geschichte der IDS

Mitten im 1. Weltkrieg gründeten am 24. Juni 1916 in Berlin 34 Firmen den Verband der Deutschen Dental-Fabrikanten (VDDF), der nach einer schwierigen Aufbauphase nach Möglichkeiten suchte, die noch sehr beschränkte Leistungsfähigkeit seiner Mitglieder zu demonstrieren.

So beteiligten sich an der 1. Dental-Schau 1923 im Berliner Zoo nur 29 Unternehmen als Aussteller, während die Zahl der Mitglieder bereits auf 74 angewachsen war. Mit 350 m² war die Ausstellungsfläche damals beachtlich.

Aufgrund der verhältnismäßig guten Ergebnisse und des wachsenden Interesses fand die Dental-Schau bis 1928 im jährlichen Turnus statt. An der 6. Dental-Schau waren die ersten ausländischen Unternehmen beteiligt, nachdem der damalige Vorstand mit Hans Lenz von Degussa an der Spitze sich für eine Internationalisierung entschieden hatte.

  • Inzwischen war dem VDDF klar, dass er den Einjahres-Turnus nicht aufrechterhalten konnte. Die Weltwirtschaftskrise lastete schwer auch auf der Fachwelt, da sie die allmählich erreichten Exporterfolge erheblich gefährdet. Mit fast 35 Millionen Arbeitslosen im damaligen Deutschen Reich herrschte allgemeine Not.
  • Trotz der Internationalisierung dieser Ausstellung forderte der VDDF mit einer Anzeigenkampagne zu einem Kauf deutscher Waren auf, um ausdrücklich auf deren besondere Qualität hinzuweisen.

  • Die 7. Dental-Schau im September 1930 war zum ersten Mal mit einem sogenannten Händlertag verbunden. Der VDDF kündigte damals an, dass "der Mittwoch lediglich den Herren Depotinhabern zur Besichtigung reserviert bleibt. Für die Herren Praktiker sind grüne Karten vorgesehen".
  • Wegen des damaligen Dualismus der Berufsstände der akademischen Zahnärzte und der Dentisten war dieser Begriff gebräuchlich, wie auch das Wort "Behandler" häufig herangezogen wurde. Mit weiblichen "Praktikern" hat der VDDF wohl kaum gerechnet. Insgesamt wurden laut "Dental Echo" Nr. 58 vom 1. Oktober 1930 über 16.000 Besucher gezählt. Deutschland, England, Frankreich, Italien, Österreich, Schweiz, Tschechoslovakei und die USA waren mit insgesamt 181 Ausstellern auf 281 Ständen vertreten: Allein für Erfinder neuer Produkte waren 89 Stände reserviert.

  • Die 8. und die 9. Dental-Schau im September 1933 und im Oktober 1935 im Berliner Zoo standen weitgehend im Zeichen des politischen Umbruchs, der sich nicht zuletzt auf die Arbeit des Verbandes der Deutschen Dental-Fabrikanten auswirkte. Erstmals war der Deutsche Zahnärztetag mit der Dental-Schau verbunden.
  • Zum zehnjährigen Jubiläum heißt die IDS ab 1937 "Internationale Dental-Schau". Der Berliner Zoo wurde als Standort vom Düsseldorfer Messegelände abgelöst.
  • Die Entwicklung der Geräte, Instrumente, Materialien und Hilfsmittel wurde von einigen Produkten in besonderem Maße geprägt, die heute zum größten Teil nicht mehr aktuell oder nur noch Randerscheinungen sind. Die Ausrüstung der Zahnarztpraxis erlebte - abgesehen von den Operationsstühlen - eine zunehmende Elektrizifierung mit der Tendenz, die verschiedenen Geräte- und Ausstattungskomponenten in einem Gerät zu vereinen.
  • Der Drehzahlbereich der zahnärztlichen und zahntechnischen Bohrmaschinen war eng begrenzt (max. 15.000 min1). Es gab nur Stahlbohrer und -fräser sowie keramische Schleifkörper. Die Diamantinstrumente wurden nur relativ wenig angewendet, was auch mit den zu geringen Drehzahlen zusammenhing. Die ständig verbesserten Röntgengeräte waren nur in wenigen Praxen zu finden.
  • Füllungsmaterialien bestanden aus verschiedenen Zementarten und dem Amalgam als Standardwerkstoff für den Seitenzahnbereich. Instrumente wurden hauptsächlich mit Wasser abgekocht. Desinfektionsmittel waren bis auf wenige Ausnahmen nur in eingeschränktem Maße wirksam. 
  • Prothesen wurden aus Kautschuk angefertigt. Gold- und später Palladium- und Silberlegierungen beherrschten das Feld. Plattenprothesen und Klammerdrähte wurden aus Stahllegierungen hergestellt. Künstliche Zähne bestanden ausnahmslos aus Porzellan.
  • Oberkieferprothesen wurden mit Gummisaugplättchen festgehalten, da die Materialien (Gips, Stents) noch keine präzisen Abformungen erlaubten. Für die allerdings sehr seltene Versorgung mit Keramik-Jacketkronen konnten Kupferring-/Stentabdrücke genommen werden. Der erste Methylmethakrylat-Kunststoff (Paladon) wurde 1937 erstmals präsentiert.

Noch vor der Gründung des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie (VDDI) als Nachfolger des Verbandes der Deutschen Dental-Fabrikanten am 13 Januar 1950 in Frankfurt am Main fand zum 10. Deutschen Zahnärztetag in den damaligen Baracken am Wiesbadener Kurhaus die erste Fachausstellung nach dem 2. Weltkrieg statt.

  • Eine der ersten Aktivitäten des VDDI war die Ausrichtung der 11. Internationalen Dental-Schau in Hamburg, die trotz erheblicher politischer und wirtschaftlicher Restriktionen beim Export und Import sowie im Lande selbst mit 250 Ausstellern und einer Ausstellungsfläche von 3.300 m² als äußerst erfolgreich gelten konnte.
  • 1953 bis 1959: Die 12. IDS 1953 in Düsseldorf, die vom VDDI im "Dental Echo" als "Rendezvous der internationalen Dentalfamilie" bezeichnet wurde, ließ von ihrem Programm her den Wandel in mehreren Produktbereichen erkennen: Kunststoffmaterialien und -produkte anstelle von Kautschuk, Kobalt-Chrom-Molybdän-Legierungen für die Herstellung von Modellgussprothesen anstatt der Stahl-Prägeplatten, Schnelllaufvorrichtungen vor allem zum besseren Antrieb von Diamantinstrumenten und verbesserte Abformmaterialien sind hier an erster Stelle zu nennen.
  • Die 13. IDS 1956 in München brachte den ersten Durchbruch der elastomeren Abformwerkstoffe, mit denen dann insbesondere die Kronen- und Brückentechnik wesentlich verbessert werden konnte. Eine US-Firma demonstrierte ein Sandstrahlgerät für Zahnpräparationen, das aber schnell wieder in der Versenkung verschwand, bis dann die Einführung der kinetischen Energie 1992 erneut versucht wurde, ohne dass die konventionelle Präparationstechnik abgelöst werden konnte. Auf dem Ausrüstungssektor waren motorbetriebene Patientenstühle "der letzte Schrei".
  • Die 14. IDS 1959 in Frankfurt am Main brachte die Premiere für die Turbine und damit die revolutionäre Anwendung miniaturisierter Präparationsinstrumente im bisher nicht erreichbaren Drehzahlbereich. Verbesserte Gießverfahren lösten die einfache Handschleuder ab, wie überhaupt die Präzision in der Zahntechnik optimiert werden konnte.

  • 1962: 53 Jahre nach ihrem Weltzahnärztekongress in Berlin tagte die FDI wieder in Deutschland. Mit Köln als Schauplatz und der 15. IDS als weiterer Veranstaltung war dieses Treffen der internationalen Fachwelt ein Ereignis, das weltweit Resonanz fand. Mehr  als 400 Aussteller und über 50.000 Besucher wurden verzeichnet. Insbesondere ließen  US-Gerätehersteller Anzeichen für eine grundlegenden Veränderung der Behandlungsplatzausrüstung erkennen, ebenso bahnte sich  in anderen Produktbereichen ein Wandel an.
  • 1965: Die wiederum mit einem Deutschen Zahnärztetag verbundene 16. IDS hat historischen Charakter, weil mit ihr die ergonomische Evolution der zahnärztlichen Praxis begann und auch die Einrichtung zahntechnischer Arbeitsplätze sowohl vom Design als auch von den technischen Verfahren her modernisiert wurde.
  • Ein Großteil der deutschen Einrichtungshersteller hatte erkannt, dass die bisherigen Behandlungsgeräte und Patientenstühle von der Arbeitshaltung und der Patientenpositionierung ungünstig waren.
  • Die Entwicklung der Turbine und der Mikromotoren erlaubten eine niedrige Gerätesilhouette ohne die typischen Bohrmaschinengestänge. Absaugvorrichtungen waren ein völliges Novum, aber wegen der anfallenden Kühlwassermengen beim hochtourigen Präparieren ein Muss.
  • 1968: Nach 1962  fiel die Wahl erneut auf Köln als Schauplatz für die IDS. Inzwischen gab es kaum noch einen Hersteller zahnärztlicher Behandlungsausrüstungen, der seine Produktion nicht in Richtung des "Neuen Stil" umgestellt hatte, wenngleich die Zahnärzte noch zögerlich waren, ihre Praxis umzurüsten.

  • 1971: Mit München als Schauplatz der 18. IDS und eines FDI-Kongresses war die Bayernmetropole zum zweiten Mal Gastgeber der internationalen Fachwelt. In einem Rückblick auf diese IDS hieß es in den "Zahnärztlichen Mitteilungen"  bezüglich der Ergonomie, dass die Fachwelt "in Köln 1962 noch ohne Ahnungen, in Stuttgart 1965 sie als Modetorheit mitleidig belächelt, in Köln 1968 sie in den Mittelpunkt heftig umstrittener Standpunkte stellte und in München 1971 sie als allgemeines Gedankengut anerkannte".
  • Die 19. bis 24. IDS (1974 und 1980 in Hamburg, 1977 in Düsseldorf, 1983 in München, 1986 in Köln und 1989 in Stuttgart) machten deutlich, welche Bedeutung die Veranstaltung in der internationalen Fachwelt mittlerweile zukam. Die Aussteller-, Flächen-und Besucherzahlen stiegen. Schwerpunkt der Arbeitsmittel- und Werkstoffentwicklung war die kontinuierliche Konsolidierung und punktuelle Optimierung in den meisten Produktbereichen.
  • Nur bei den Füllungsmaterialien gab es noch keine echten Alternativen für das inzwischen weltweit umstrittene Silberamalgam, das wegen seiner Quecksilberanteile -  trotz aller gegenteiligen wissenschaftlichen Stellungnahmen - in Verruf geraten war.
  • In Stuttgart hatte die aufstrebende Lasertechnik für zahnmedizinische Zwecke ihre Premiere. Der amerikanische Erfinder war zutiefst davon überzeugt, dass sein Gerät den Bohrer bald überflüssig machen könne, obwohl sich dieser Lasertyp bald als untauglich für die Präparation von Zahnhartsubstanzen erweisen sollte.
  • Wesentliches Kennzeichen der IDS 1989 war das Vordringen der Implantat- und der EDV-Systeme in der Zahnarztpraxis. Die Elektronisierung der zahnärztlichen Gerätetechnik war ein weiterer Schwerpunkt.


  • 1992: Nachdem die FDI 1992 mit Berlin erneut für Deutschland als Schauplatz eines Weltzahnärztekongresses votiert hatte, sah sich der VDDI aus politischen Gründen veranlasst, neben der 25. IDS in Köln auch eine Dentalausstellung in der neuen Bundeshauptstadt zu organisieren.
  • Was die geringen Besucherzahlen betrifft ,wiederholte sich 1992 das Debakel von 1983, als die Bundeszahnärztekammer den VDDI gedrängt hatte, zum Deutschen Zahnärztetag in Berlin - trotz der IDS 1983 in München - eine Dentalausstellung zu veranstalten.
  • Die 26. bis 29. IDS in Köln waren erneut eindrucksvolle Demonstrationen der Produkt- und Verfahrensentwicklung mit zunehmender Beteiligung ausländischer Unternehmen. Befragungen ergaben, dass Aussteller und Besucher mit dem Zweijahresturnus am zufriedensten sind.
  • Fachliche Schwerpunkte waren in dieser Zeit die Implantatsysteme, das digitale Röntgen, die Vollkeramik und die mehr und mehr komplexe EDV-Anwendung in der Zahnarztpraxis.Die Messen waren abwechselnd mit einem Deutschen Zahnärztetag und einem Internationalen Zahntechnik-Kongress verbunden.
  • 1976 bis 1993: Da der VDZI seine Kongresse auch mit einer Fachausstellung verbinden wollte, entschloss er sich kurzfristig, die dentechnica-Fachausstellung 1976 in Wiesbaden auszurichten, was dann 1979 in München, 1982, 1984 und 1990 in Köln sowie 1987 und 1993 in Nürnberg wiederholt wurde.
  • Mit dem Übergang vom Drei- zum Zweijahresturnus der IDS fanden die dentechnica-Fachausstellungen ein Ende.

(Quelle: VDZI)

 


* Die Besucher-, Aussteller und Flächenzahlen der IDS werden nach den einheitlichen Definitionen der Gesellschaft zur Freiwilligen Kontrolle von Messe- und Ausstellungszahlen (FKM) ermittelt und zertifiziert.

Die IDS findet seit 1995 alle zwei Jahre in Köln statt und wird von der Gesellschaft zur Förderung der Dental-Industrie mbH (GFDI) - dem Wirtschaftsunternehmen des Verbandes der Deutschen Dental-Industrie e.V. (VDDI) - veranstaltet, und von der Koelnmesse GmbH, Köln, durchgeführt. Der VDDI feierte 2016 sein 100-jähriges Bestehen - er wurde am 24. Juni 1916 als Verband der Deutschen Dental-Fabrikanten gegründet und veranstaltete 1923 die erste Dental-Schau. 1928 veranstaltete der VDDF die erste Internationale Dental-Schau. Die nächste IDS findet vom 12. bis 16. März 2019 statt.

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