Home

Gelaserter Wundverschluss nach MKG-Operationen

Um den Heilungsprozess nach Operationen zu verbessern, wird an einem lasergestützten Wundverschluss geforscht. Im Mundbereich ist das Nähen schwierig. Die Methode könnte daher auch in der Implantologie Anwendung finden.

Ein lasergestützter Wundverschluss könnte in der Oralchirurgie und der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie eine effektive Lösung für die Patientenversorgung darstellen, weil eine adäquate Wundabdeckung oft nur schwierig möglich ist. lehrfoto.de - Fotolia

Abb. 1: Präoperativer Befund eines Plattenepithelkarzinoms des Oberkiefer rechts
Abb. 2: Bisherige Wundversorgung nach chirurgischer Entfernung eines Tumors mit Kompresse und Verbandsplatte in situ bei einem Tumorpatienten

Bislang mussten orale Wunden und Defekte nach chirurgischen Eingriffen ab einer bestimmten Größe  mit Kompressen abgedeckt oder mit einem eigenen Transplantat - mit oft aufwendiger Nahttechnik - versorgt werden. Die Wundabdeckung mit Kollagenmembranen, die lasergestützt an der Schleimhaut befestigt werden, ist dagegen eine neue Lösung.

Unter der Leitung des Fraunhofer-Instituts für Lasertechnik ILT entwickelten Projekts "Biophotonic Technologies for Tissue Repair BI-TRE" entwickelten die Forscher einen temperaturgeregelten Laser für medizinische Anwendungen und ein faseroptisches Handstück zur Applikation der Laserstrahlung bei gleichzeitiger Erfassung der Gewebetemperatur.

Der Proteinkleber wurde einst für Brandwunden entwickelt

Ursprünglich sollten damit großflächige Hautwunden wie Brandwunden verschlossen werden. Brandwunden werden heute üblicherweise geklammert - mit dem Nachteil, dass die Klammern wieder entfernt werden müssen und dabei bleibende Vernarbungen entstehen. Der Proteinkleber aus Albumin, der über eine Zeit von zwei drei Wochen für die Haftung der Wundauflage sorgt und anschließend vom Körper absorbiert wird, hat den Vorteil, dass diese Narbenbildung ausbleibt .


So funktioniert der lasergestützte Wundverschluss

Auf die Wunde wird eine Proteinflüssigkeit aufgetragen, auf die eine Kollagenmembran gelegt wird. Durch die Laserbestrahlung wird die Proteinlösung strukturell verändert, so dass eine Vernetzung der Proteine eintritt, die eine Haftung erzeugt. Das Prinzip ist mit dem Braten eines Spiegeleis vergleichbar.

Dabei ist wichtig, dass sich sowohl der Proteinkleber thermisch vernetzt, als auch möglichst wenig Wärmeenergie in die Haut- oder Schleimhaut eindringt, so dass nur eine ganz dünne Hautschicht beeinflusst wird. Bei einer Temperatur von circa 70 Grad Celsius sollte die Eindringtiefe und die Einwirkdauer auf drei Sekunden begrenzt sein, damit sich die Haut von dem thermischen Schaden gut regenerieren kann.



"Ein ähnliches Verfahren wird bereits von Projektpartnern in Italien im Bereich der Augenheilkunde angewendet", sagte Leiter Dr. Martin Wehner: Bei Hornhautoperationen wird auch nicht mehr genäht, sondern ein Laserkoagulationsprozess durchgeführt - etwa 100 Patienten wurden so bereits versorgt. 

Im Mundbereich ist das Nähen schwierig

"In Tierversuchen am Schweinemodell mit kollagenbasierten Wundauflagen war das Heilungsverhalten positiv, wobei diese Versuche statistisch noch nicht abgesichert sind", berichtete Wehner im Gespräch mit den zm. "In der Oralchirurgie und der Mund-, Kiefer-, Gesichtschirurgie könnte dieses Verfahren eine effektive Lösung für die Patientenversorgung darstellen, weil im Mundbereich aufgrund der anatomischen Verhältnisse, der Keimbelastung wie auch der Feuchtigkeit eine adäquate Wundabdeckung oft nur schwierig möglich ist", sagte Projektpartner Univ.-Prof. Dr. Dr. Ralf Smeets von der Klinik und Poliklinik für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie am UKE Hamburg-Eppendorf.

Wehners Team arbeitet gerade daran, das Verfahren so anzupassen, dass es auch an der Mundschleimhaut einsetzt werden kann. Die Herausforderung sei, den Wärmeeffekt in der Tiefe des Gewebes zu minimieren, um möglichst wenig Wärmeenergie in die Haut- oder Schleimhaut bringen. Die Forscher wollen eine Membran entwickeln, die die Abdeckung der Wunde gewährleistet. Zudem muss der Proteinkleber so lange halten, bis sich das Gewebe regeneriert hat.

Damit der Laser speziell im Bereich der Mund-, Kiefer-, Gesichts- und Oralchirurgie eingesetzt werden kann, wurde ein Handstück konstruiert, in dem eine Faser zum Transport der Laserstrahlung sowie außerdem Fasern zur Detektion eines Temperatursignals und weiterer optischer Signale integriert sind. Dadurch wird gewährleistet, dass der Arzt den zulässigen Temperaturbereich einhalten kann und das behandelte Gewebe unbeschadet bleibt.

Nach Angaben von Smeets könnte der lasergestützte Wundverschluss beispielsweise nach Tumoroperationen sowie Traumata eingesetzt werden. Aber auch im Bereich der Implantologie eigne sich das Verfahren.

Das Projekt ist Teil der Initiative BiophotonicsPlus "Biophotonische Geräte für die angewandten Lebenswissenschaften und den Gesundheitssektor", mit der das Bundesministerium für Bildung und Forschung BMBF und die EU den Einsatz biophotonischer Technologien im medizinischen Bereich fördern.





16844161669955166995116699521684417 1684418 1669953
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare




Weitere Bilder
Bilder schließen