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Jede zweite Klinik in den roten Zahlen

Pläne zur Schließung von Kliniken oder einzelnen Abteilungen erschüttern die Menschen in betroffenen Regionen immer wieder. Nun zeigt sich: Die Hälfte der Häuser macht Verluste.

Die Hälfte der Kliniken schreibt rote Zahlen. Schuld sei das System, sagt der Präsident Deutsche Krankenhausgesellschaft, Alfred Dänzer. Die Kliniken bräuchten einen finanziellen Rahmen, der die stationäre Versorgung absichert, © sudok 1 - Fotolia.com

Immer mehr Krankenhäuser in Deutschland rutschen in die roten Zahlen. Im vergangenen Jahr hat mehr als jede zweite Klinik Verluste eingefahren. Der Anteil der Kliniken im Minus sei von 31 Prozent im Vorjahr auf 51 Prozent 2012 gestiegen, heißt es im "Krankenhaus Barometer" des Deutschen Krankenhausinstituts. 

Das Geschäftsergebnis sei in fast 60 Prozent der Kliniken rückläufig gewesen. In diesem Jahr schätzten nur noch 13 Prozent der Kliniken ihre Lage als gut ein.

Ist das Finanzierungssystem Schuld?

Der Präsident Deutsche Krankenhausgesellschaft, Alfred Dänzer, sagte: "Es ist schon dramatisch, wie das gegenwärtige System der Krankenhausfinanzierung mehr als die Hälfte der Kliniken in die roten Zahlen drückt." Nach Ende der Koalitionsverhandlungen zu den Detailfragen im Gesundheitsbereich müssten Union und SPD hier noch einmal dringend nachbessern. "Die Kliniken müssen einen finanziellen Rahmen erwarten dürfen, der die stationäre Patientenversorgung zukunftsfest macht." 

Union und SPD wollen die Kosten der Kliniken durch eine Fortentwicklung der Krankenhauspreise besser berücksichtigen, die Häuser aber auch zu Effizienz anhalten, wie aus ihrem vorläufigen Ergebnispapier zum Thema Gesundheit hervorgeht. 

Die Ausgaben der gesetzlichen Krankenkassen für Klinikbehandlungen sind im ersten Halbjahr 2013 gegenüber dem Vorjahreszeitraum von 31,4 auf 32,5 Milliarden Euro weiter gestiegen, wie der GKV-Spitzenverband mitteilte. Laut dem aktuellen "Krankenhaus Rating Report" waren zuletzt trotzdem 13 Prozent der Kliniken in erhöhter Insolvenzgefahr, 14 Prozent waren leicht gefährdet.