Leserbriefe

"Junge, geh nicht zu einem jungen Zahnarzt!"

Nun geht er also in eine neue Runde, der Wettbewerb „Deutschland sucht den jüngsten Zahnarzt / die jüngste Zahnärztin (DSDJZ)“. Da taucht die Frage auf, wann wir 19-jährige Approbierte erleben werden ...

Mittlerweile ist Maximilian Gottstein aus Leinefelde in Thüringen 24 Jahre alt und arbeitet in der Praxis seines Vaters mit. Foto aus dem zm-Beitrag „Nein, ich bin nicht der Praktikant!“ privat

Leserbrief zum Beitrag „Zahnarzt mit 23 Jahren: Nein, ich bin nicht der Praktikant!“, zm 9/2017, S. 68, und zu bezugnehmenden Leserbriefen in zm 11/2017, S. 11.

Nun geht er also in eine neue Runde, der Wettbewerb „Deutschland sucht den jüngsten Zahnarzt / die jüngste Zahnärztin (DSDJZ)“. Irgendwie taucht dabei die Frage auf, wann wir 19-jährige Approbierte erleben werden, natürlich nur nach Überspringen mehrerer Klassen auf dem Gymnasium und Anerkennung diverser Scheine aus naturwissenschaftlichen Parallelstudien. Und dies in einem Beruf, bei dem es nach landläufiger Meinung ganz besonders auf Einfühlungsvermögen und Erfahrung im Umgang mit Menschen ankommt – beides erlangt man nun mal nicht aus Büchern, sondern erst, wenn man etliche Jahre auf dieser schönen Welt gelebt hat. Wer von uns „Alten“, die wir nach mindestens 13 Schuljahren und anschließender Ableistung des Wehrdienstes als Endzwanziger unsere Approbation erhielten, kann nicht ehrlich zugeben, dass wir zu Beginn noch einige Jahre lang aus mangelnder Lebenserfahrung Entscheidungen gefällt haben, die zwar fachlich korrekt waren, aber unseren Patienten trotzdem kein Glück brachten? Wenn es uns schon so gegangen ist, wie viel schwerer werden sich moderne Jungzahnärzte und -innen tun, weil ihnen der Großteil der prägenden Jahre zwischen 20 und 30, in denen wir die Grundkompetenz in Sachen Mitmensch erwerben, vorerst noch abgeht.

Der Schauspieler Heiner Lauterbach hat die Thematik vor einigen Jahren in einem Interview auf den Punkt gebracht: „Im Beruf ist Lebenserfahrung ungeheurer wichtig. Mein Vater hat immer gesagt: Junge, geh nicht zu einem jungen Zahnarzt!“

Unseren neuen, sehr, sehr jungen Kolleginnen und Kollegen ist von Herzen zu wünschen, dass sie ganz schnell ein Gefühl entwickeln, in unsere Patienten intensiv hineinzuhorchen, um ihre Sorgen, Anliegen und Wünsche optimal zu erkennen, damit sie diese zu ihrem Besten behandeln können.
Das Wohl der Patienten sei unser oberstes Gebot!

Dr. Adalbert Ruhnke,
Niederstetten


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"Nun geht er also in eine neue Runde, der Wettbewerb „Deutschland sucht den jüngsten Zahnarzt / die jüngste Zahnärztin (DSDJZ)“. Da taucht die Frage auf, wann wir 19-jährige Approbierte erleben werden..."

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"Mein Name ist Julia Dreyer, bin im Juni 1993 geboren und hatte im Mai 2011 mit noch 17 Jahren bereits mein Abitur in der Tasche. (...) Und seit Januar 2017 bin ich Vorbereitungsassistentin."

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"Zahnarzt mit 23 Jahren scheint doch etwas Besonderes zu sein. Aber neu ist es nicht. Ich bin 1949 geboren und habe 1972 meine Approbation bekommen. Und das mit dem damals üblichen G 9, oder besser mit G 8,5. Damals wurde der Schuljahresbeginn in Baden-Württemberg von Frühjahr auf Herbst umgestellt, so dass die letzten beiden Schuljahre von April 1966 bis Juni 1967 dauerten. Beginn des Studiums WS 67, Examen 1972."

Dr. Wilfried Forschner,
Biberach

"Mittlerweile bin ich über 52 Jahre, aber als ich damals mein Diplom als Stomatologe erhielt – so wurden wir Zahnärzte im Jahre 1988 nach erfolgreichem Abschluss des Studiums in der DDR betitelt – da war ich gerade 23 Jahre und 92 Tage alt! Die eigene Niederlassung gründete ich dann mit 28 Jahren und 124 Tagen, in der ich heute noch praktiziere."

Dr. med. Steffen Schmidt,
Drei Gleichen

"Durch das achtjährige Gymnasium machen immer mehr 18-Jährige Abitur, und wenn sie dann gleich anschließend einen Studienplatz bekommen und nicht während des Studiums „ausgelost“ werden, sind sie mit 23 Zahnarzt/Zahnärztin."

Dr. med. dent. Barbara Dawid,
Ulm

 


Das sagen die Kollegen. In jeder Printausgabe der zm finden Sie ein Leserforum, das wir auf dieser Themenseite sukzessive veröffentlichen.

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