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Krankenkassen machen Milliardendefizit

ck/dpa
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Die gesetzlichen Krankenkassen haben das vergangene Jahr einem Zeitungsbericht zufolge erstmals seit 2008 wieder mit einem Defizit abgeschlossen.

Nach Recherchen der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" (Donnerstag) gaben die damals noch gut 130 Kassen eine Milliarde Euro mehr aus, als ihnen der Gesundheitsfonds zugewiesen hatte. Als Grund für die Entwicklung, die sich schon länger andeutete, gelten steigende Gesundheitskosten und Änderungen im Finanzausgleich zwischen den Kassen. 2013 hatten die Kassen noch 1,5 Milliarden Euro Überschuss erwirtschaftet.  

Nur die AOK macht Plus

Im einzelnen ergibt sich für 2014 ein unterschiedliches Bild. Laut "FAZ" machten nur die Allgemeinen Ortskrankenkassen (AOK) Gewinn: Er betrug 420 Millionen Euro. Alle anderen Kassen fuhren demnach ein Minus ein, das sie aus Reserven ausgleichen mussten. Es betrug etwa bei den Ersatzkassen nach eigener Darstellung 1,1 Milliarden Euro, wobei hier Prämienausschüttungen für die Versicherten von 568 Millionen Euro zu Buche schlugen. Das Minus der Betriebskrankenkassen lag bei 170 Millionen Euro, das der Innungskassen bei 220 Millionen Euro und das der Knappschaft bei 20 Millionen Euro.  

In den vergangen Jahren hatten die gesetzlichen Kassen Reserven angehäuft, die das Gesundheitsministerium noch im November auf rund 16 Milliarden Euro bezifferte. Ihre Finanzlage gilt daher als stabil. Experten gehen jedoch davon aus, dass die Kosten weiter steigen und auf die Versicherten auf längere Sicht höhere Beiträge zukommen werden.

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