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Mt. Gox taucht ab

Die populäre Bitcoin-Tauschbörse Mt. Gox verkündet auf ihrer Homepage, dass sie auf unbestimmte Zeit schließt. Insider beklagen Sicherheitsmängel, Kunden fürchten um ihr Geld.

Das Mt. Gox-Team teilt auf seiner Homepage mit, dass es "alle Transaktionen" aussetzt. Damit reagiere man auf die aktuelle Berichterstattung über die Firmenaktivitäten und wolle die Site und ihre User schützen. Weitere Erklärungen gibt es nicht. Die restliche Webpräsenz des Unternehmens ist bereits verschwunden. Die Betreiber der Tauschplattform erklärten ihr Verhalten nicht weiter. Man beobachte die Situation und werde gegebenenfalls reagieren.

Kundenanlagen sind futsch

Laut Spiegel Online wurden durch diese Aktion „zum Teil enorme Kundenguthaben“ eingefroren, weil Mt. Gox  neben dem Tausch von Dollars in Bitcoins den Nutzern auch den Service der Kontoführung angeboten und die virtuellen Bitcoins auf den eigenen Servern gespeichert habe.

Investoren protestierten daher vor dem Tokioter Büro des Unternehmens und verlangten Auskunft über den Verbleib ihrer Anlagen. Einige Kunden haben laut Spiegel Online Bitcoins im Wert von bis zu 300.000 Dollar in einem Depot bei Mt. Gox gelagert. Derzeit haben die Besitzer keinen Zugriff auf diese Konten. Auch sollen dem Bericht zufolge durch technische Fehler bei Mt. Gox über Jahre hinweg hohe Summen von Bitcoins verschwunden sein. Nutzer hätten schon länger Sicherheitslücken bemängelt.

Die Staatsanwaltschaft in New York schickte dem Unternehmen jetzt eine Vorladung. Wie das "Wall Street Journal" berichtet, ist damit die Aufforderung verbunden, eine Reihe von Dokumenten vorzulegen. In welcher Angelegenheit die für US-Bundesrecht zuständigen Staatsanwälte ermitteln, sei derzeit nicht bekannt.

Verdacht auf kriminelle Handlungen

„Für die Cyber-Währung, die man an den Bitcoin-Börsen in staatliche Währungen tauschen kann, bedeutet der Fall Mt. Gox einen weiteren Rückschlag. Erst im Januar waren in den USA zwei Organisatoren solcher Handelsplattformen wegen des Verdachts auf Geldwäsche festgenommen worden“, so Spiegel Online.

Nun herrscht Unklarheit über die Zukunft des Unternehmens, das 2010 gegründet wurde und damit eine der ältesten Bitcoin-Börsen ist. Bereits Anfang Februar sperrte das Unternehmen offenbar alle Konten wegen "ungewöhnlicher Aktivitäten" bis auf weiteres.

Ein hausgemachtes Problem?

Mitbewerber gingen auf Distanz zum Unternehmen und erklärten, das Problem liege bei der Firma, nicht bei der Währung selbst. "Dieser tragische Vertrauensbruch bei Kunden von Mt. Gox resultiert aus dem Verhalten des Unternehmens und spiegelt nicht die Seriosität oder den Wert von Bitcoins wieder", erklärten die sechs Handelsplätze Coinbase, Kraken, Bitstamp, BTC China, Blockchain and Circle.