Medizin

Neues Zentrum erforscht Erreger

Auf dem Campus Hamburg-Bahrenfeld wurde der Grundstein für das Zentrum für strukturelle Systembiologie (CSSB) gelegt. Entstehen soll ein international einmaliges Zentrum zur Erforschung von Krankheitserregern.

CSSB

Die Funktionsweise von Viren, Bakterien und Parasiten auf molekularer Ebene steht dabei im Mittelpunkt der wissenschaftlichen Untersuchungen, wie aus einer gemeinsamen Meldung von Bundesministerium für Bildung und Forschung, der Behörde für Wissenschaft und Forschung Hamburg und dem Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur hervorgeht. Internationale Wissenschaftler sollen demnach dabei helfen, Ansatzpunkte für neue Medikamente gegen Infektionen zu finden.

Ebola-Epidemie rüttelt Forscher auf

„Wie die aktuelle Ebola-Epidemie in Afrika zeigt, ist es von entscheidender Bedeutung, dass wir von Grund auf verstehen, wie Krankheitserreger funktionieren. Der Neubau für das CSSB schafft dafür notwendige Voraussetzungen und hilft uns diese globale Herausforderung effektiver anzugehen“, sagte Georg Schütte, Staatssekretär im Bundesministerium für Bildung und Forschung.

Institut ist Baustein strukturbiologischer Forschung

„Die Grundsteinlegung für das CSSB ist ein Meilenstein auf dem Weg zu einer gemeinsamen strukturbiologischen Forschung in Norddeutschland. Das neue, interdisziplinäre Forschungszentrum bündelt die vorhandenen Stärken, macht sie sichtbar und eröffnet neue Möglichkeiten, länderübergreifend auf diesem wichtigen Gebiet zu forschen“, ergänzte Andrea Hoops, Staatssekretärin im Niedersächsischen Ministerium für Wissenschaft und Kultur.

Das CSSB hat auf dem Campus Bahrenfeld direkten Zugang zu neuesten wissenschaftlichen Großgeräten des Forschungszentrums Deutsches Elektronen-Synchrotron (DESY). Dazu zählen moederne Röntgenlichtquellen sowie der europäische Röntgenlaser European XFEL. Dieser gehe mit dem CSSB 2016 an den Start.

Diverse Standortvorteile

Diese Forschungslichtquellen können unter anderem das Zusammenspiel von Proteinen bei Infektionen entschlüsseln. Der große Standortvorteil mache das CSSB für Forscher hochattraktiv und weit über die Grenzen Deutschlands sichtbar, heißt es in dem Bericht.

Im CSSB kooperieren universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen in einem interdisziplinären Umfeld. Zurzeit gehören zum CSSB die Universität Hamburg, das Bernhard-Nocht-Institut für Tropenmedizin, das Heinrich-Pette-Institut - Leibniz-Institut für Experimentelle Virologie, die Universitätsklinik Hamburg-Eppendorf, das Braunschweiger Helmholtz-Zentrum für Infektionsforschung, das Forschungszentrum Jülich, das Europäische Laboratorium für Molekularbiologie, die Medizinische Hochschule Hannover und DESY. Eine schwedische Forschungsgruppe vom Karolinska-Institut aus Stockholm ist ebenfalls am CSSB beteiligt. Der Bau und die Geräteerstausstattung mit einem Gesamtinvestitionsvolumen von bis zu 50 Millionen Euro werden zu 73 Prozent vom Bund, zu 17 Prozent von Hamburg und zu 10 Prozent von Niedersachsen getragen.