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PKV erleichtert Tarif-Switch

Die privaten Krankenversicherer kommen dem Druck der Politik nach und wollen ihren Kunden den Wechsel in einen günstigeren Tarif nach Beitragsanhebungen erleichtern - binnen Monatsfrist soll dies nun möglich sein.

Den Wechsel in einen günstigeren Tarif mussten PKV-Kunden oft regelrecht durchboxen. Eine neue Leitlinie des PKV-Verbands soll alle Versicherungsunternehmen dazu verpflichten, "persönlich und bedarfsgerecht" zu agieren und zu beraten. Reimer-Pixelvario-Fotolia

Einige Versicherer wollen die Vorgaben nach Informationen der FAZ sogar übertreffen und alle Kunden ab 55 Jahre von sich aus auf andere, preiswertere Tarife im Portfolio aufmerksam machen, wenn die Beiträge steigen. Der Gesetzgeber verlangt das bisher ab dem 60. Lebensjahr. 

Tarifwechsel - von den Kassen oft verzögert bearbeitet

Versicherte können mit einem Tarifwechsel Leistungen abwählen und dadurch ihre monatliche Prämienlast reduzieren. Weil das nicht immer im Interesse der Versicherungsunternehmen ist, haben diese solche Anträge bisher teils sehr verschleppt bearbeitet.

Ein Leitfaden für das Image...

Zuletzt hatte Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) die Branche ermahnt, das Gesetz zu befolgen. Mit einem Leitfaden will die jetzt ihr Image aufpolieren und der Debatte um Prämienanhebungen den Wind aus den Segeln nehmen. Zugleich will sie "Tarifoptimierern" das Handwerk legen. Das sind Berater, die Kunden von dem Wechsel  in einen möglichst billigen Tarif - mit weniger Leistungen - überzeugen wollen, weil sich ihr Honorar an der Höhe der Einsparung bemisst. 

Die Versicherer wollen die neuen Leitlinien des Verbands der Privaten Krankenversicherung (PKV) spätestens ab 2016 anwenden, berichtet die FAZ. "Schon jetzt haben sich Unternehmen mit einem Marktanteil von mehr als 82 Prozent der Privatversicherten verbindlich dazu bereit erklärt, den Leitfaden umzusetzen", sagte der Verbandsvorsitzende Uwe Laue dieser Zeitung. Die Regeln sind damit für mehr als sieben Millionen der neun Millionen Kunden bindend. Weitere Unternehmen wollten mitmachen. 

... und für die "persönliche und bedarfsgerechte" Beratung

Der Leitfaden enthält dem Blatt zufolge eine Reihe von Vorgaben, an die sich die Versicherungsunternehmen bei der Information ihrer Kunden und der Bearbeitung von Tarifänderungen halten müssen. So soll "persönlich und bedarfsgerecht" beraten werden. Laue verspricht dabei "größtmögliche Objektivität und Transparenz". Wirtschaftsprüfer sollen deren Einhaltung kontrollieren. Zu den Unternehmen, die sich der neuen Praxis unterwerfen, zählen demzufolge unter anderen die Marktführer Debeka, DKV, Allianz, Axa und Signal Iduna.