Umfrage

Verdiene ich genug?

Junge Zahnmediziner können oft nicht einschätzen, ob sie mit ihrer Gehaltsforderung richtig liegen. Die Zahnärztinnen-Initiative Dentista hat 420 angestellte Zahnärzte und 325 Arbeitgeber dazu befragt - die erste Auswertung hilft bei der Orientierung.

Welche Gehaltsstrukturen sind heute üblich beziehungsweise verbreitet? Dentista will jungen Zahnärzten entsprechende Informationen zur Verfügung stellen. KANDA EUATHAM - Fotolia

Die verschiedenen Aspekte der annonymen Umfrage sollen Dentista zufolge als Anregung dienen, Zahnärzte-Anstellungsverträge in den Praxen zu gestalten. Der erste Auswertungsteil bezieht sich auf die Gehälter junger Zahnärzte mit bis zu vier Berufsjahren. Dentistas Ziel: herauszufinden, welche Gehaltsstrukturen heute üblich beziehungsweise verbreitet sind. 


Erste Ergebnisse der Dentista-Gehaltsumfrage

Um eine Vergleichsebene zu schaffen, wertete Dentista zunächst nur Angaben aus, die auf einer Vollzeittätigkeit basieren. "Das betrifft über 80 Prozent aller Umfrageteilnehmer aus dem Bereich der Arbeitnehmer."

Die Teilnehmer wurden in Gruppen eingeteilt: Vorbereitungsassistenten, Weiterbildungsassistenten und angestellte Zahnärzte (bis 4 Jahre Berufserfahrung), unterteilt nach dem Ort ihrer Berufsausübung (Großstadt/Metropole und Kleinstadt/ländlicher Raum). Eine Ost- West-Auswertung wurde nicht vorgenommen. Zudem wurde unterschieden nach Zahnärztinnen und Zahnärzten.

In der Auswertung wurden die Weiterbildungsassistenten ausgelassen, "da diese eine zu kleine Gruppe waren und hier wiederum noch zwischen Oralchirurgie und Kieferorthopädie hätte differenziert werden müssen".

 

Die häufigste Form der Bezahlung von Vorbereitungsassistenten ist das Gehalt mit einer Spanne von "bis 2.500 Euro" und "bis 3.500 Euro". Dies ist der Umfrage zufolge bei Männern und Frauen weitgehend gleich, sowohl in der Großstadt als auch in der Kleinstadt.

Wenn ein Fixum bezahlt wird, liegt es in der Großstadt bei Männern meist bei rund 3.500 Euro und 20 Prozent Provision ab im Schnitt 8.000 Euro Umsatz, bei den Frauen bei 2.500 Euro plus 25 Prozent Provision ab 10.000 Euro Umsatz.

In der Kleinstadt erhalten Vorbereitungsassistentinnen meist ein Fixum von bis zu 2.500 Euro sowie 20 Prozent Provision ab etwa 8.000 Euro. Ihre männlichen Kollegen stehen auch hier etwas besser da - mit einem Fixum bis 3.500 Euro und rund 25 Prozent Provision ab 10.000 Euro Umsatz.

 

Weibliche und männliche Vorbereitungsassistenten verdienen in der Großstadt im Durchschnitt das gleiche Gehalt. Als Mittelwert ergab die Umfrage ein Bruttogehalt in Höhe von rund 2.850 Euro. Wurde ein Fixum plus Provision gezahlt (bei 25 Prozent der Zahnärztinnen und 20 Prozent der Zahnärzte ist dies der Fall), lag es im Durchschnitt bei den Zahnärzten deutlich höher als bei den Zahnärztinnen (Männer: 3.300, Frauen 2.900 Euro, Anmerkung: Es wurde nicht gefragt, wie sich das Fixum zusammensetzt).

Die durchschnittliche Provision beträgt 25 Prozent bei den Zahnärztinnen und 20 Prozent bei den Zahnärzten. Die Ausgangssumme, ab wann Provision gezahlt wird, liegt demnach bei Männern deutlich niedriger als bei den Frauen.

Im Durchschnitt haben männliche Vorbereitungsassistenten in Großstädten mehr Einkommen als ihre weiblichen Kollegen, so das Fazit der Autoren. Diese Erkenntnis beruht jedoch auf wenigen Daten, da im Rücklauf nur sehr wenige männliche Vorbereitungsassistenten enthalten sind. Weitere Einschränkung: Die Zuordnung der Teilnehmer zur Teilgruppe Großstadt/Metropole erfolgte durch eine Dentista-Einschätzung und nicht unter Zuhilfenahme der Einwohnerzahlen als Kriterium.

In der Kleinstadt (ohne Einwohnervorgaben) sind es nach Dentista-Angaben ebenfalls die Zahnärzte, die als Vorbereitungsassistenten etwas mehr Gehalt (3.050 Euro brutto) als die Zahnärztinnen (2.875 Euro brutto) bekommen. Knapp jeder Dritte wird über ein Fixum plus Provision bezahlt.

"Auch hier stehen die jungen Zahnärzte besser da als ihre Kolleginnen", bilanziert Dentista. Ihr Fixum liegt demzufolge im Schnitt bei 2.650 Euro, bei den Zahnärztinnen 100 Euro darunter. Die durchschnittlich gezahlte Provision beträgt bei beiden Gruppen rund 22 Prozent, auch die Ausgangshöhe für die Provision liegt auf einem annähernd gleichen Level.

Angestellte Zahnärzte verdienten in Großstädten mit durchschnittlich 4.250 Euro Bruttogehalt nur geringfügig mehr als ihre Kolleginnen (4.125 Euro Bruttogehalt).

"Dreiviertel aller angestellten Zahnärzte beiderlei Geschlechts wurden mit Fixum plus Provision bezahlt, hier lagen die jungen Zahnärzte durchschnittlich mit 4.100 Euro Fixum deutlich über dem Durchschnitt ihrer Kolleginnen (3.500 Euro)." Die gemittelte Höhe der Provisionsprozente bei den Zahnärzten liegt laut Umfrage hingegen etwas unter der der Zahnärztinnen (Zahnärzte im Schnitt 24,5 Prozent, Zahnärztinnen 27,8 Prozent).

Bei den angestellten Zahnärzten auf dem Land kehrt sich die Situation um: Zahnärztinnen verdienen mit rund 4.000 Euro Bruttogehalt mehr als ihre männlichen Kollegen (3.700 Euro). Rund zwei Drittel aller angestellten Zahnärzte werden über Fixum und Provision bezahlt, die gezahlte Provision liegt bei den Männern bei durchschnittlich 20 Prozent und bei den Frauen bei durchschnittlich 25 Prozent. Dabei war der Umsatz, ab dem die Provision greift, bei den Zahnärztinnen und den Zahnärzten auf weitgehend gleichem Level.

Die Detailauswertung ergibt laut Dentista einige besonders häufige Muster. Sie zeigt den Autoren zufolge, dass es deutliche Gehaltsspannen innerhalb vergleichbarer Rahmenbedingungen gibt.

Besonders auffällig sei die Divergenz bei angestellten Zahnärzten in der Großstadt: Während die Kombination Fixum bis 2.500 Euro plus 25 Prozent Provision ab 10.000 Euro Umsatz fast die eine Hälfte der Antworten ausmachen, sind 5.000 Euro Fixum und mehr plus 30 Prozent Provision ab 1.500 Euro Umsatz der zweite große Block der Nennungen. Letzterer besonders in den Bundesländern Hamburg, NRW und Rheinland-Pfalz. Die Gruppe mit den niedrigeren Fixumhöhen arbeitet vor allem in Berlin sowie in Großstädten in Schleswig-Holstein und Hessen.

Im Vergleich dazu sehe es bei den Zahnärztinnen in der Großstadt etwas homogener aus: Die meisten gaben ein Fixum von bis zu 3.500 Euro an und rund 30 Prozent Provision ab 10.000 Euro Umsatz.

Generell ist die Kombination Fixum plus Provision bei den angestellten Zahnärzten die meistgenutzte Form der Gehaltszahlung. Während männliche Zahnärzte tendenziell eher die Chance auf hohe Einnahmen durch Fixum und Provision haben, sieht es für sie finanziell etwas schlechter aus, wenn sie per festem Gehalt bezahlt werden. Zahnärztinnen erhalten hier mit bis zu 4.500 Euro rund 500 Euro mehr Angestelltengehalt als ihre männlichen Kollegen.
 

Hier liegen die häufigsten Gehaltszahlungsmuster bei Zahnärztinnen und Zahnärzten nahe beieinander, weisen bei den Zahnärztinnen aber eine größere Spanne (zwischen 3.500 und 5.000 Euro) aus als bei den Zahnärzten (um 4.000 Euro).

Weitgehend ähnlich ist auch die Kombination Fixum plus Provision: Etwas häufiger bei den Männern als bei den Frauen ist die Kombination aus 3.500 Euro Fixum mit 25 Prozent Provision, bei Zahnärztinnen war auch der Bereich um 2.500 Euro Fixum oft vertreten, dann aber mit 30 Prozent Provision, ebenfalls zumeist ab 10.000 Euro Umsatz.
 

Beim Gehalt zeigten sich weit überwiegend vergleichbare Levels - mit einer Ausnahme: Zahnärztinnen im Feld Großstadt/Metropole verdienen der Umfrage zufolge mehr als ihre männlichen Kollegen.

Schwieriger ist die Vergleichbarkeit bei der Konstellation Fixum plus Provision. Da die Provision nicht mit Eurosummen benannt ist, ist nicht klar, ob Zahnärztinnen hier weniger verdienen als Zahnärzte. Die am häufigsten genannten Strukturen lassen dies Dentista zufolge zwar vermuten, aber nicht in Summen nachweisen. "Es bedarf allerdings einer geschickten Aufgabenverteilung in der Praxis, damit eine Vorbereitungsassistentin mit 2.500 Euro Fixum und 25 Prozent Provision ab 10.000 Euro Umsatz unter dem Strich auf das gleiche Gehalt kommt wie ein Vorbereitungsassistent mit 3.500 Euro Fixum und 20 Prozent ab 10.000 Euro."

Im Feld Großstadt/Metropole sind die Spannen bei Zahnärztinnen und Zahnärzten sehr breit, was Fixum plus Provision betrifft - sie starten bei Frauen und Männern auf gleichem Level bei bis zu 2.500 Euro Fixum plus 20 Prozent Provision ab 10.000 Euro und erreichen bei den Frauen 4.000 bis 5.000 Euro Fixum plus 30 Prozent Provision ab 0 Euro und bei den Männern häufig mehr als 5.000 Euro Fixum plus 30 Prozent ab 0 Euro. Auch hier lassen sich keine Klarzahlen vergleichen. "Dennoch ist zu vermuten, dass der Start der Männer bei über 5.000 Euro mit vergleichbarer Provision im Ergebnis etwas schwerer einholbar ist seitens der Kolleginnen bei einem Start von bis 4.000 bis 5.000 Euro."
 

Wie zufrieden sind die Arbeitnehmer mit ihrer jeweiligen Bezahlungsstruktur? Hier zeigt der erste Überblick, dass es für identische Angaben in der Umfrage sowohl Note 1 als auch Note 5 gab.

Während die Arbeitgeber viele Sonderleistungen auflisteten, wurden diese von den Arbeitnehmern mit Blick auf ihre Bezahlung nur sehr selten genannt. Für das Ziel der Umfrage, "übliche Muster" bei Anstellungsverträgen zu ermitteln, spielen solche Extras laut Dentista aber eine wichtige Rolle. 

Für viele Angestellte stellen die zu den Einkommen genannten Daten die Norm dar: Zusatzleistungen werden keineswegs von allen Arbeitgebern gewährt. Sie bringen bei geringerem Gehalt beziehungsweise geringerer Fixum/Provisions-Kombination  unterm Strich auch meist nicht zwingend einen tatsächlichen wirtschaftlichen Ausgleich zur Gruppe der besser verdienenden Kolleginnen und Kollegen, können aber trotzdem einen attraktiven Punkt ausmachen.
 
 


Die Ergebnisse der viermonatigen Umfrage (1. Mai bis 1. September 2015) sind nicht repräsentativ, die genannte Summen sind laut Dentista nur als Näherungswerte zu verstehen.

 


 


Natürlich tickt die Generation Y anders. Wie junge Zahnärzte heute arbeiten wollen, welche Vorstellungen und Wünsche sie haben.

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