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Vertragsärzte verdienen weniger als Kliniker

Das Einkommen von Vertragsärzten und Klinikärzten driftet weiter auseinander. Der Grund: steigende Betriebskosten und stagnierende Jahresüberschüsse bei den Niedergelassenen. Das geht aus einer aktuellen Erhebung des Zentralinstituts für die kassenärztliche Versorgung (Zi) hervor.

Mit dem Zi-Praxis-Panel (ZiPP) erfasst das Zentralinstitut für die kassenärztliche Versorgung (Zi) auf Basis der steuerlichen Überschussrechnung der Praxen jährlich die wirtschaftliche Gesamtlage niedergelassener Ärzten und Psychotherapeuten. Auftraggeber sind die KVen und die KBV. Zi

Während die Jahresüberschüsse 2010 bis 2013 stagniert sind, stiegen die Betriebskosten in den Praxen laut Zi um 7,7 Prozent. Ein Vertragsarzt verdient demnach mit der Behandlung gesetzlich Versicherter nach wie vor deutlich weniger als ein Mediziner mit vergleichbarer Qualifikation im Krankenhaus in der gleichen Arbeitszeit.

So lag der standardisierte Jahresüberschuss 2013 bei rund 117.100 Euro - das ist laut Zi eine Verbesserung gegenüber dem Vorjahr um 7.000 Euro. Ein vergleichbares Bruttogehalt eines Oberarztes in der Klinik beträgt jedoch derzeit  mehr als 135.000 Euro. Der nicht-standardisierte durchschnittliche Jahresüberschuss eines Vertragsarztes betrug 2013 rund 145.400 Euro. Werden davon die Beiträge zur Altersvorsorge, zur Kranken- und Pflegeversicherung sowie die Einkommenssteuer abgezogen, verbleibt für einen Praxisinhaber 2013 ein durchschnittliches Nettoeinkommen in Höhe von 71.758 Euro.

"Die ambulante Behandlung von gesetzlich Versicherten wird nach wie vor schlechter vergütet als eine vergleichbar qualifizierte Tätigkeit im Krankenhaus", kritisiert Zi-Geschäftsführer Dr. Dominik von Stillfried. Die Angleichung der Vergütung sei überfällig: Während die Klinikärzte von Tariferhöhungen profitieren, verringere sich das Einkommen der Vertragsärzte durch stetig steigende Betriebskosten."

Am stärksten stiegen die Personalkosten - um 16,8 Prozent. Grund: die Entgelterhöhungen in den vergangenen Jahren. Rückläufige Investitionen zeigen sich den Zi-Wissenschaftlern zufolge in den um 12,8 Prozent gesunkenen Abschreibungen und den rückläufigen Aufwendungen für Leasing und Mieten für Geräte um sechs Prozent. Zugleich sind die Ausgaben für Wartung und Instandhaltung mit 11,5 Prozent deutlich gestiegen.

Besonders stark wuchsen die Aufwendungen je Praxisinhaber bei den Anästhesisten mit durchschnittlich jährlich 4,3 Prozent und in der Kinder- und Jugendpsychiatrie um 4,5 Prozent. Die größten Einnahmenzuwächse wurden in der Neurologie mit 5,8 Prozent erzielt. Für  Orthopäden und Psychotherapeuten verringerten sich die Jahresüberschüsse um durchschnittlich 1,7 Prozent.

Der Referenzwert orientiert sich am Oberarztgehalt. Berücksichtigt wurde auch, dass die Arbeitszeit selbstständig tätiger Ärzte mit rund 49 Wochenstunden deutlich über der eines angestellten Mediziners liegt.
Um die Jahresüberschüsse der Praxen mit dem Referenzwert aus dem EBM vergleichen zu können, standardisiert das Zi die Erhebungsergebnisse. Dabei wird davon ausgegangen, dass alle Leistungen der Praxis wie die Behandlung gesetzlich Krankenversicherter vergütet werden. Die Einnahmen werden auf die Normarbeitszeit berechnet.

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