Umfrage

Was wünscht sich der Azubi vom Betrieb?

Dass aus dem Lehrstellenmangel ein Lehrlingsmangel geworden ist, merken viele Praxen: Sie suchen verzweifelt Nachwuchs. Welche Ansprüche Azubis an Arbeitgeber stellen, hat eine Umfrage ans Licht gebracht.

Besteht die Chance auf Übernahme? Wie sehen die Karrieremöglichkeiten aus? Wer gute Azubis sucht, muss ihnen die Praxis schmackhaft machen. Antonioguillem_Fotolia

Für neun von zehn Bewerbern ist das Potenzial des Betriebs als langfristiger Arbeitgeber auschlaggebend.(1: Auf einer Skala von 0 bis 100). BA/BIBB-Bewerberbefragung 2016
Die Bedingungen während der Ausbildung stehen an zweiter Stelle (1: Auf einer Skala von 0 bis 100, 2: zum Beispiel iPhone). BA/BIBB-Bewerberbefragung 2016
Wie der Betrieb sozial vernetzt wird, spielt für die Jugendlichen ebenfalls eine Rolle (1: Auf einer Skala von 0 bis 100, 3: zum Beispiel Facebook, Twitter, XING). BA/BIBB-Bewerberbefragung 2016
Flexibilität ist für zwei Drittel der Befragten ebenfalls ein Kriterium bei der Beurteilung des Arbeitgebers (1: Auf einer Skala von 0 bis 100, 4: zum Beispiel Auslandsaufenthalte, Erlernen von Frermdsprachen, spezielle Computerkurse). BA/BIBB-Bewerberbefragung 2016

Gute Übernahmechancen und ein positives Betriebsklima sind zentrale Ansprüche, die Jugendliche an ihren Arbeitgeber stellen. Besonders wichtig ist ihnen, dass der Betrieb in seine Azubis investiert - mit dem Ziel, sie später als leistungsstarke Mitarbeiter zu beschäftigen.

1. Übernahmechancen

Schulabgänger wünschen sich also vor allem einen Arbeitgeber, der ihnen die Aussicht auf ein gutes und gesichertes Leben eröffnet. Dieser Aspekt ist so zentral, dass auch Bewerber mit eher schlechten Chancen von dieser Forderung nicht nicht abrücken.

2. Rahmenbedingungen

An zweiter stelle stehen gute Rahmenbedingungen während der Ausbildung, insbesondere im Hinblick auf die Erreichbarkeit des Betriebs und die Möglichkeit eines - auch bezogen auf die Freizeit - geregelten planbaren Lebens. Materielle Geschenke wie zum Beispiel ein iPhone als Eintrittsgeschenk spielen dabei nur eine untergeordnete Rolle.

3. Image

Drittens kommt es den Jugendlichen weniger auf die Präsenz des Arbeitgebers in den sozialen Medien wie Facebook an als auf sein Image. Die Autoren vermuten, dass die Teenies zum einen vom Image auf die Ausbildungsbedingungen schließen und zu anderen bei ihrer eigenen sozialen Verortung vom guten Image des Betriebs profitieren wollen.

Vergleichsweise wenig Wert legen die Befragten viertens auf Merkmale, die vor allem Großbetriebe kennzeichnen: Während ihnen flexible Arbeitszeiten noch relativ wichtig sind, hat es für sie keine Bedeutung, zusammen mit vielen Azubis zu lernen.

Was bedeutet das für die Betriebe?

Angesichts des Ansturms auf Betriebe mit dem Potenzial als langfristiger Arbeitgeber dürften Unternehmen, die primär Azubis aus einer kurzfristigen Perspektive einstellen, weil sie sie bereits während der Lehre produktiv einsetzen können und dadurch Gewinne erzielen, am ehesten dem verschärfenden Wettbewerb um die Jugendlichen unterliegen.

Für kleinere Betriebe, die verstärkt unter Personalmangel und Besetzungsproblemen leiden, ist dagegen entscheidend, dass die Unternehmensgröße zunächst einmal keinen Wert an sich darstellt. Obwohl Jugendliche mit einer Ausbildung im Großbetrieb relativ viele Vorteile in Verbindung bringen, wie zum Beispiel bessere Übernahmechancen, ist dieses Kriterium nachgeordnet.

Wichtig ist, dass die Jugendlichen ihre Marktchancen realistisch einschätzen. Viele Teenies scheinen demnach dazu zu neigen, Medienberichte mit Wertungen, die den Ausbildungsmarkt ohne Differenzierung positiv darstellen ("Betriebe suchen händeringend Lehrlinge!"), ohne weitere Prüfung auf ihre eigenen Chancen zu übertragen. Mit der Folge, dass sie übertriebene eigene Ansprüche an die Betriebe stellen, die sie aufgrund ihrer faktischen Martkposition gar nicht haben.

Das Bundesinstitut für Berufsbildung (BIBB) und die Bundesagentur für Arbeit (BA) befragten von November 2016 bis Januar 2017 insgesamt 2.325 Lehrstellenbewerberinnen und -bewerber (53 Prozent Männer), die im Berichtsjahr 2015/16 bei der Bundesagentur für Arbeit gemeldet waren. Davon hatten 28 Prozent maximal den Hauptschulabschluss, 49 Prozent die mittlere Reife und 22 Prozent waren studienberechtigt. Das Durchschnittsalter betrug 18,7 Jahre, 28 Prozent wiesen einen Migrationshintergrund auf.

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