Medizin

Zikavirus: Gefahr für Ungeborene

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Schwangere sollten Reisen in Gebiete mit aktuellen Zika-Ausbrüchen möglichst vermeiden, rät die Deutschen Gesellschaft für Tropenmedizin (DTG).

Erst kürzlich wurde aus Brasilien gemeldet, dass Fälle einer Mikrozephalie, einer mangelhaften Entwicklung des Gehirns, möglicherweise mit einer Zikavirus-Infektion während der Schwangerschaft zusammenhängen. Auch aus Polynesien wird über immer häufiger auftretende Schädigungen des Zentralnervensystems bei Neugeborenen berichtet.

Träger war ein Rhesusaffe

Das Zikavirus ist ein Flavivirus. Es wurde erstmals 1947 aus einem Rhesusaffen im Zika-Wald in Uganda isoliert und erhielt daher seinen Namen. Die Viren werden durch Aedes-Stechmücken auf den Menschen übertragen. Die Infektion beim Menschen geht mit Exanthem, Fieber, Gelenkschmerzen sowie seltener Muskel- und Kopfschmerzen und Erbrechen einher, häufiger auch mit einer Konjunktivitis. Der Hautausschlag hält ungefähr sechs Tage an, andere Symptome nehmen früher ab. Todesfälle scheinen nicht oder nur extrem selten vor zukommen.

So breitete sich die Infektion aus

2007 wurde erstmals über einen durch das Zikavirus hervorgerufenen Ausbruch auf den Yap-Inseln (Mikronesien) berichtet. Zuvor war es nur zu vereinzelten humanen Infektionen in Afrika und Asien gekommen. 2013 infizierte das Virus dann ein Zehntel der französisch-polynesischen Bevölkerung. Hier wurde erstmals berichtet, dass eine Zikavirus-Infektion möglicherweise ein Guillain-Barré-Syndrom auslösen könnte.

Im Februar 2014 wurde dann ein Zika-Fieber-Fall auf den Oster-Inseln registriert. Seit Mai 2015 werden Zikavirus-Infektionen aus Brasilien berichtet, seit kurzem auch aus Kolumbien und einzelne Fälle aus Mexiko, Guatemala, El Salvador, Venezuela, Surinam und Paraguay. Eine weitere Ausbreitung in Amerika erscheint wahrscheinlich. Eine Verbreitung durch eingeschleppte Fälle in Deutschland ist nicht zu erwarten, da die Überträgermoskitos hierzulande kaum vorkommen und eine Übertragung von Mensch zu Mensch nicht stattfindet.

Zikavirus und Mikrozephalie

Nach Angaben der brasilianischen Gesundheitsbehörden wurden im Jahr 2015 bereits rund 1.250 Fälle einer Mikrozephalie gemeldet, die meisten Fälle im Bundesstaat Pernambuco. Das sind etwa acht-mal so viele Fälle wie sonst zu erwarten gewesen wären. Dieser Anstieg der Fälle korreliert mit dem Anstieg der Zikavirus-Infektionen. Genetische oder toxikologische Ursachen scheinen derzeit sehr unwahrscheinlich. Darüber hinaus wurden Zikaviren in wenigen Fällen bei Feten mit Mikrozephalie nachgewiesen sowie auch mittels PCR aus Amnionflüssigkeit. Zusammenfassend ist der ursächliche Zusammenhang zwischen einer Zikavirus-Infektion im 1. Trimenon der Schwangerschaft und dem Auftreten eines Mikrozephalus beim Feten zwar nicht eindeutig bewiesen, scheint aber durchaus möglich zu sein.

Sollten Schwangere die Reise nicht canceln können, sollten sie auf einen konsequentenMückenschutzachten. 

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