Deutsches Netzwerk Evidenzbasierte Medizin

Auch Laien sollen besser auf medizinische Literatur zugreifen können

Das Deutsche Netzwerk Evidenzbasierte Medizin fordert einen besseren Zugang zur medizinischen Fachliteratur – auch für Laien. Eine Online-Petition im Deutschen Bundestag läuft noch bis zum 10. März.

Dem Netzwerk zufolge sind für eine evidenzbasierte, am Patientenwohl orientierte Gesundheitsversorgung hochwertige, unabhängige Informationen auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse die Grundvoraussetzung. Adobe Stock_vectorfusionart

Für einen besseren Zugang zu medizinischen Informationen für Berufsgruppen im Gesundheitswesen und auch für Laien setzt sich das EbM-Netzwerk Deutschland ein. Alle Menschen hätten ein Recht auf Zugang zu Wissen über Fragen, die ihre Gesundheit und ihre Krankheiten betreffen, heißt es dort.

Es geht um den freien und digitalen Zugang

Die AG Informationsmanagement im Netzwerk hatte dazu im Januar eine Online-Petition im Bundestag gestartet, die noch bis zum 10. März freigeschaltet ist. Die WissenschaftlerInnen argumentieren: „Ein freier und digitaler Zugang zu wissenschaftlicher Literatur ist die Basis einer guten Gesundheitsversorgung und medizinischer Forschung.“ Sie plädieren für eine Gesamtstrategie für den Aufbau einer medizinischen Informationsinfrastruktur.

Im Einzelnen fordern sie:

  1. einen freien, digitalen Zugang zu wissenschaftlicher Literatur
  2. die Schaffung eines rechtskonformen Austauschs von wissenschaftlicher Literatur innerhalb von Forschungsgruppen
  3. die Förderung eines leistungsfähigen Dokumentenlieferdienstes
  4. keinen weiteren Abbau von Fachzeitschriftenabos
  5. die flächendeckende Einführung und Erhaltung von öffentlichen Informationsvermittlungsstellen in medizinischen Bibliotheken

Für eine evidenzbasierte, am Patientenwohl orientierte Gesundheitsversorgung seien hochwertige, unabhängige Informationen auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Erkenntnisse (Evidenz) Grundvoraussetzung, heißt es in der Begründung zur Petition. Zwar ermögliche die Digitalisierung prinzipiell einen unmittelbaren (schnelleren und besseren) Informationszugang.

Die wenigsten können auf verlässliche Informationen zugreifen

Trotzdem hätten die wenigsten medizinischen Berufsgruppen, PatientInnen und BürgerInnen ausreichend Zugang zu wissenschaftlich verlässlichen Informationen. Grund dafür sei, dass in den vergangenen Jahren in Deutschland die Zugangswege nicht ausreichend weiterentwickelt wurden, sich teilweise sogar verschlechtert hätten.

Internationale Beispiele zeigten, dass es möglich sei, verlässliche Informationen kostenfrei für die Allgemeinheit zur Verfügung zu stellen, heißt es in der Petition weiter. Die WissenschaftlerInnen verweisen dabei unter anderem auf Norwegen, Großbritannien oder die Schweiz. Daher fordern sie, eine zukunftsfähige und bedarfsorientierte Informationsinfrastruktur für die medizinische Informationsversorgung auch in Deutschland aufzubauen.

Den WissenschaftlerInnen gehe es um den Zugang und den Zugriff auf sogenannte Primärliteratur, also beispielsweise Publikationen in wissenschaftlichen Zeitschriften, erklärte eine Expertin des Netzwerks auf Nachfrage der zm. Dies sei dann wiederum Basis für solche Patienteninformationen, die es auch beim IQWiG und bald auch bei dem vom BMG geplanten Nationalen Gesundheitsportal geben werde. In der Petition selbst wird betont, dass dies im Einklang mit den jüngsten Aktivitäten des BMGs stehe, allen BürgerInnen Zugriff auf verlässliche Gesundheitsinformationen über das anvisierte Nationale Gesundheitsportal zu ermöglichen.

Zur Online-Petition

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