Politik

"Billigangebote gefährden PZR-Erfolge"

Der 55. Bayerische Zahnärztetag ist Geschichte, doch seine Kernbotschaften hallen noch nach. Prof. Christoph Benz, Präsident der Bayerischen Landeszahnärztekammer, erklärt, warum die Individualprophylaxe als Instrument auch die Mundgesundheit Pflegebedürftiger verbessert.

Prof. Christoph Benz: "Die PZR als höchst individuelle Leistung ist gerade auch deshalb so erfolgreich, weil sie das Engagement des Patienten fordert. Wenn gesetzliche Krankenkassen daraus nun Festpreis-Billigangebote machen wollen, werden die Erfolge in Frage gestellt." BZÄK

Herr Prof. Benz, welche drei Botschaften haben Sie Ihren zahnärztlichen Kolleginnen und Kollegen anlässlich des Bayerischen Zahnärztetages mit auf den Weg gegeben?

Prof. Christoph Benz: Die Daten der fünften Phase der Deutschen Mundgesundheitsstudie werden gerade wissenschaftlich analysiert und ausgewertet. Über Ergebnisse wird man erst nach der Publikation sprechen können. Ein erster kurzer Blick zeigt uns jedoch, dass die Zahnmedizin ihre präventiven Erfolge weiter deutlich steigern konnte. Gleichzeitig ist es um die Mundgesundheit pflegebedürftiger Senioren besonders schlecht bestellt.

Die professionelle Zahnreinigung (PZR) stellt einen zentralen Pfeiler der präventiven Erfolge in der Zahnmedizin dar. Die PZR als höchst individuelle Leistung ist gerade auch deshalb so erfolgreich, weil sie das Engagement des Patienten fordert. Wenn gesetzliche Krankenkassen daraus nun Festpreis-Billigangebote machen wollen, werden die Erfolge in Frage gestellt.

Eine „Senioren-Individualprophylaxe“ist der einzig sinnvolle Weg, wie man die Mundgesundheit Pflegebedürftiger verbessern kann. Diese Leistung gesetzlich Versicherten zu eröffnen, wie dies im Entwurf des Versorgungsstärkungsgesetzes vorgesehen ist, stellt einen ganz wichtigen Schritt dar. Auch die privaten Versicherungen müssen in diese Richtung denken.