Antwort der Bundesregierung auf Kleine Anfrage der Grünen

Bisphenol A als Auslöser für Kreidezähne "unwahrscheinlich"

Die Bundesregierung hält es für unwahrscheinlich, dass die Aufnahme des Umweltgifts Bisphenol A (BPA) bei Kindern eine Molaren-Inzisiven-Hypomineralisation (MIH) auslöst. Dies geht aus der Antwort auf eine Kleine Anfrage von Bündnis 90 / die Grünen hervor.

Problem MIH: Angesichts der nach wie vor ungeklärten Ursachen und Wirkungszusammenhänge und mit Blick auf mögliche Behandlungsstrategien hält die Bundesregierung weitere Forschungsanstrengungen für erforderlich. Adobe Stock_Stockwerk-Fotodesign

In ihrer Vorbemerkung zu ihrer Anfrage schreibt die Bundestagsfraktion Bündnis 90/ Die Grünen, dass das Krankheitsbild der "Kreidezähne" die Volkskrankheit Karies in einigen Altersgruppen überholt habe. Laut der Fünften Deutschen Mundgesundheitsstudie (DMS V) seien bis zu 30 Prozent der 12-Jährigen in Deutschland von Ausprägungen dieser Krankheit betroffen. Was die Erkrankung auslöse, sei bisher nicht abschließend geklärt. Die beiden hauptverdächtigen Faktoren seien Antibiotika und Umweltgifte wie Bisphenol A (BPA), das zur Klasse der endokrinen Disruptoren gehört.

Ein Zusammenhang zwischen MIH und der Aufnahme von Bisphenol A ist "nach derzeitigem Stand des Wissens unwahrscheinlich“, folgert das Bundesinstitut für Risikobewertung nach der Analyse der Studienlage.

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In ihrer Antwort bezieht sich die Bundesregierung auf das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR), das eine Studie von Jedeon et al. (2013) bewertet hatte, wonach ein Zusammenhang zwischen der Aufnahme von BPA und MIH besteht. Das BfR kommt indes zu dem Ergebnis, dass ein Zusammenhang zwischen MIH und der Aufnahme von BPA nach derzeitigem Stand des Wissens unwahrscheinlich ist.

Angesichts der nach wie vor ungeklärten Ursachen hält die Bundesregierung weitere Forschungsanstrengungen erforderlich

Die Bundesregierung habe keine Veranlassung, an der Bewertung des BfR, einschließlich der darin geäußerten Schwächen der Studie von Jedeon et al., zu zweifeln und teile die vom BfR aufgezeigten Schlussfolgerungen, heißt es in der Antwort. Angesichts der nach wie vor ungeklärten Ursachen und Wirkungszusammenhänge und mit Blick auf mögliche Behandlungsstrategien hält die Bundesregierung weitere Forschungsanstrengungen für erforderlich.

Prävalenzrate und das Ausmaß des Behandlungsbedarfs dürften nicht miteinander verwechselt werden

Sie weist weiter darauf hin, dass eine hohe Prävalenzrate und das Ausmaß des Behandlungsbedarfs nicht miteinander verwechselt werden dürften. So hätten nach der 2016 veröffentlichten DMS V insgesamt 28,7 Prozent der zwölfjährigen Kinder wenigstens einen Zahn mit MIH-Befund. Ausgeprägte MIH-Formen mit Defekten des Zahnschmelzes waren bei 5,4 Prozent feststellbar.

Darüber hinaus schreibt die Bundesregierung, dass das Krankheitsbild der MIH im Rahmen der Ausbildung zum Lehrplan und im Bereich der Fort- und Weiterbildung zu den Inhalten der Curricula im Bereich der Kinderzahnheilkunde zähle.

Die Aufklärung und Information zur MIH erfolge auf Patientenebene durch die Zahnärzte; MIH sei auch Gegenstand der Gesundheitsinformationen, die von KZVen und Zahnärztekammern für Patienten bereitgestellt würden. Eine Aufklärung auf Bevölkerungsebene durch eine breit angelegte Kampagne erscheint aus Sicht der Bundesregierung deshalb derzeit nicht geboten.

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