Tests in sechs EU-Staaten

Corona-Warn-Apps sollen grenzüberschreitend funktionieren

Die EU-Kommission hat eine Infrastruktur entwickelt, mit der seit Wochenbeginn sechs Staaten, darunter auch Deutschland, einen Datenabgleich zwischen ihren offiziellen Corona-Warn-Apps testen.

Geht es nach der EU-Kommission, sollen Urlauber ab Oktober nicht nur Selfies, sondern auch anonyme Begegnungs-IDs ihrer Corona-Warn-App aus dem Urlaub mit nach Hause bringen. AdobeStock_DisobeyArt

„Grenzüberschreitend funktionierende Kontaktnachverfolgungs‑ und Warn-Apps können ein wirkungsvolles Instrument in unserem Kampf gegen die COVID-19-Ausbreitung sein", sagt Stella Kyriakides, EU-Kommissarin für Gesundheit und Lebensmittelsicherheit. Darum sei es nun Zeit, dass diese auch untereinander kommunizieren, erklärt Thierry Breton, EU-Kommissar für den Binnenmarkt.

Die Kommission hat darum Anfang dieser Woche Tests zwischen den Back-End-Servern der offiziellen Apps der Tschechischen Republik, Dänemarks, Deutschlands, Irlands, Italiens und Lettlands und einem neu eingerichteten Gateway-Server aufgenommen.

Die Kommission hat den Datenabgleichsdienst zur Herstellung der Interoperabilität nach einer Einigung der Mitgliedstaaten auf eine Reihe technischer Spezifikationen eingerichtet, um eine europäische Lösung bereitzustellen und damit den sicheren Informationsaustausch zwischen den nationalen Kontaktnachverfolgungs‑ und Warn-Apps auf Grundlage einer dezentralen Architektur zu ermöglichen. Damit werden fast alle derartigen Apps erfasst, die es in der EU bislang gibt.

Eine reibungslose Funktion über Landesgrenzen hinweg

Mit dem Datenabgleichsdienst nun wird sichergestellt, dass die Apps auch über Grenzen hinweg reibungslos funktionieren, heißt es in einer Mitteilung. Die Idee: Nutzer brauchen nur eine App zu installieren und können dennoch auch bei Reisen ins Ausland einen positiven Test melden oder eine Warnmeldung empfangen.

Teuer aber nutzlos – lange galten Corona-Warn-Apps als epidemiologisch sinnfrei. Jetzt zeigen Forscher aus Oxford jedoch: Auch bei geringer Bevölkerungsbeteiligung hilft die digitale Maßnahme, Leben zu retten.

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Über den Datenabgleichsdienst werden dazu die von den nationalen Apps generierten zufälligen Kennungen ausgetauscht. Weitere Informationen würden nicht verarbeitet. Der Informationsaustausch erfolge pseudonymisiert und verschlüsselt und bleibe auf das Minimum beschränkt. Und alle Daten würden nur so lange gespeichert, wie es für die Rückverfolgung von Infektionen erforderlich ist. Einzelpersonen können damit nicht identifiziert werden.

Der Datenabgleichsdienst wurde wie die deutsche Corona-Warn-App von T-Systems und SAP entwickelt und eingerichtet und anschließend vom Rechenzentrum der EU-Kommission in Luxemburg aus betrieben. Geplant ist, dass der Betrieb im Oktober, gleich nach Abschluss der Tests, aufgenommen wird.

Die Technik sollte schon vor der Sommersaison funktionieren

Die Zahl der Länder mit interope­rablen Corona-Warn-Apps soll möglichst bald erweitert werden. So ist es in einem Beschluss abgestimmt. Aktuell funktioniert der Datenaustausch jedoch vorerst nicht mit allen übrigen und auch nur mit dezentralen App-Lösungen – deshalb auch nicht mit der des Nachbarlandes Frankreich, das einen zentralen Ansatz verfolgt. Auch nicht in der Schweiz, die zwar einen dezentralen Ansatz verfolgt, aber nicht der EU angehört und daher für den grenzüberschreitenden App-Einsatz erst noch ein bilaterales Interoperabilitätsabkommen unterzeichnen  muss.

Wie schon die Einführung der deutschen Corona-Warn-App dauert auch die Internationalisierung erheblich länger als geplant. Ursprüng­lich hatte Binnenmarktkommissar Breton sie im Juni schon für die "näher rückende Reisesaison" in Aussicht gestellt.

Das neu identifizierte Coronavirus SARS-CoV-2 verursacht die "Corona virus disease 2019" (Covid-19) und ist Auslöser der COVID-19-Pandemie.

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