Politik

Die Zukunft der Kliniken

"Wenn Kritik von Kassen und von Kliniken gleichermaßen kommt, dann hat man nicht alles falsch gemacht." Diese eher polemische Antwort von SPD-Gesundheitsexperte Karl Lauterbach auf die Frage, ob die Krankenhausreform ein Erfolg ist oder nicht, teilten nicht alle Experten eines Berliner Symposiums.

 

Krankenhausreform - Katalysator für den Strukturwandel? Diese Frage beantworteten die Podiumsdiskussionsteilnehmer am 13. Juni im Rahmen der Reihe "GKV live" in Berlin unterschiedlich. zm-sg

Grundsätzlich positiv bewertete der stellvertretende Vorstandsvorsitzende des GKV-Spitzenverbandes, Johann-Magnus von Stackelberg, die Reform. Ein Plus ist für ihn, dass die medizinischen Leistungen erstmals qualitätsorieniert bezahlt werden sollen, so dass die Kliniken je nach Performance Zu- oder Abschläge erhalten. Ein Minus sieht er in der ausbleibenden Bereitschaft von Bund und Ländern, in den Kliniken überfällige Investitionen vorzunehmen. Hier hätte die eigens hierfür eingesetzte Kommission unbedingt zu Lösungen kommen müssen. Insgesamt geht er davon aus, dass die Klinikreform die GKV zusätzlich belasten wird, was sich für die Versicherten in Form von höheren Zusatzbeiträgen niederschlage werde. zm-sg
Prof Dr. Reinhard Busse von der TU Berlin erläuterte, wie die Versorgung in anderen europäischen Ländern gestaltet wird. Busse: "Schweden etwa hat nur ein Drittel der Anzahl unserer Krankenhausbetten. Viele andere Länder haben nur die Hälfte, und dies ohne, dass die Versorgung darunter leidet" Langfristig müsse man die Klinik- und Bettenzahl in Deutschland drastisch zurückfahren. Eine tatsächliche Steuerung der Krankenhausplanung und damit eine Strukturveränderung könne man aber nur mithilfe genauen Datenmaterials vornehmen. Derzeit wisse man noch viel zu wenig über die bundesweite Verteilung, die Ausstattung, die Auslastung und die Effektivität der Kliniken. „Wir müssen viel mehr aufs Tempo drücken“, betonte Busse. zm-sg
Dass der deutsche Kliniksektor zu viele Betten aufweise, befand auch der gesundheitspolitische Sprecher der CDU/CSU-Bundestagsfraktion, Jens Spahn. Es sei aber keine einfache Entscheidung, Krankenhäuser zu schließen. „Was wird dann aus den Gebäuden und den Menschen, die darin gearbeitet haben?“, fragte er. Pay for Performance hob auch er als Novum hervor: „Was wir erstmalig machen, ist, dass die Qualität medizinischer Leistungen Konsequenzen hat." Diesen Weg müsse man weiter verfolgen. Auch Spahn monierte, dass sich die Länder hinsichtlich der Klinikinvestitionen „einen schlanken Fuß machen“. Zwar habe er "viel Verständnis für die Haushaltslagen in den einzelnen Bundesländern", aber dies sei tatsächlich ein Manko in der gesamten Reform. zm-sg
Von einem Paradigmenwechsel bei der Honorierung medizinischer Leistungen sprach der stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion, Prof. Karl Lauterbach. Auch er bedauerte, dass sich die Bundesländer nicht ausreichend in ihre Kliniken investieren. Lauterbachs Urteil: „Wenn Kritik von Kassen und von Kliniken gleichermaßen kommt, dann hat man nicht alles falsch gemacht.“ zm-sg
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