Frühkindliche Karies vermeiden

ECC-Pilotprojekt aus Rheinland-Pfalz schließt Versorgungslücke

Frühe Vorsorge hilft – das zeigt das Pilotprojekt „Frühkindliche Karies vermeiden“ der KZV-Rheinland-Pfalz. Mit ihrem zusätzlichen Angebot für Kleinkinder schließen die rheinland-pfälzischen Zahnärzte eine Versorgungslücke.

vchaluo - Fotolia

Seit Juli 2016 führt die KZV in der Region Pirmasens-Zweibrücken zusätzliche zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen bei Kleinkindern durch. Ziel ist, Karies an den Milchzähnen vorzubeugen. Die KZV zieht zu ihrem ECC-Pilotprojekt „Frühkindliche Karies vermeiden“ jetzt eine positive Bilanz: Insgesamt 884 Mal wurden Kinder im Alter von sechs bis 29 Monaten bislang im Projekt von Zahnärzten untersucht und behandelt.

Details zum ECC-Pilotprojekt

447 Behandlungen bei Jungen

437 Behandlungen bei Mädchen

884 Behandlungen insgesamt, davon:

  • FU 1 (6. bis 9. Lebensmonat): 112 Behandlungen inkl. 3x Therapeutische Fluoridierung
  • FU 2 (10. bis 20. Lebensmonat): 409 Behandlungen inkl. 39x Therapeutische Fluoridierung
  • FU 3 (21. bis 39. Lebensmonat): 363 Behandlungen inkl. 46x Therapeutische Fluoridierung

31 teilnehmende Zahnärzte

9 teilnehmende Kinderärzte

513 zahnärztliche Untersuchungen (58 Prozent) infolge eines Verweises vom Kinderarzt

Insgesamt sind drei zahnärztliche Früherkennungsuntersuchungen für Kleinkinder im gelben Kinderuntersuchungsheft vorgesehen, das Eltern in der Südwestpfalz erhalten. Diese Untersuchungen sind gekoppelt an die kinderärztlichen Vorsorgetermine U5 bis U7 mit verbindlichem Verweis vom Kinderarzt an den Zahnarzt. Dadurch haben Zahnärzte die Möglichkeit, Kinder vom ersten Milchzahn an zu betreuen.

"Die Zahlen belegen, dass alle am Pilotprojekt Beteiligten, insbesondere auch die Eltern, von der Sinnhaftigkeit frühkindlicher Vorsorgeuntersuchungen überzeugt sind,“ sagt Dr. Peter Matovinovic, Vorsitzender der KZV Rheinland-Pfalz. „Ich bin sicher, dass nur ein kleiner Teil der Kinder, die im Rahmen des Projekts untersucht wurden, tatsächlich dem Zahnarzt vorgestellt worden wäre. Daher sehen wir das Projekt als Beleg dafür, dass das Versorgungskonzept ‚Frühkindliche Kares vermeiden‘ von KZBV und BZÄK, das als Vorbild für unser Pilotprojekt dient, praktikabel und zielführend ist.“

Die KZV will das Pilotprojekt auch wissenschaftlich begleiten: Ab Frühjahr 2018 sollen die teilnehmenden Eltern sowie Kinder- und Zahnärzte befragt werden, um herauszufinden, wie die Früherkennungsuntersuchungen inklusive der Verweise über das gelbe Heft wahrgenommen werden. Die Befragung wird von der Abteilung für Präventive Zahnmedizin und Kinderzahnheilkunde der Universität Greifswald unter der Leitung von Prof. Dr. Christian Splieth durchgeführt.

Mit dem Projekt begleitet die KZV Rheinland-Pfalz die Einführung gesetzlicher Vorsorgeleistungen für Kinder ab dem sechsten Lebensmonat: Derzeit verhandeln die Zahnärzte und die gesetzlichen Krankenkassen Details für entsprechende Früherkennungsuntersuchungen im Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA).

„Auf Bundesebene steckt die Einführung entsprechender Früherkennungspositionen in den Leistungskatalog der gesetzlichen Krankenkassen im Gemeinsamen Bundesausschuss fest“, berichtet Matovinovic. „Durch die wissenschaftliche Begleituntersuchung bei Eltern, Zahnärzten und Kinderärzten wollen wir der Diskussion Aufwind geben."

Hintergrund zum Pilotprojekt

Die KZV Rheinland-Pfalz hat das Pilotprojekt gemeinsam mit der Kassenärztlichen Vereinigung Rheinland-Pfalz, der Arbeitsgemeinschaft Jugendzahnpflege Pirmasens-Zweibrücken sowie mit den Netzwerken „Bündnis Frühe Hilfen“ und „Pakt für Pirmasens“ aufgelegt. Unterstützt wird es zudem von den gesetzlichen Krankenkassen und der Landesregierung.

Die Vertreterversammlung der KZV Rheinland-Pfalz hat am 18. November 2017 die begleitende Evaluation des Pilotprojekts in der Region Pirmasens-Zweibrücken durch die Universitätsmedizin Greifswald beschlossen. Ziel der Untersuchung ist es, die Machbarkeit und die Akzeptanz der Verweise im gelben Kinderuntersuchungsheft, der Inanspruchnahme der Früherkennungsuntersuchungen sowie der Therapeutischen Fluoridierung zu bewerten. Avisierter Projektabschluss ist Juni 2018.

Karies ist die häufigste chronische Erkrankung im Kleinkind- und Vorschulalter – oft mit gravierenden Folgen für die Allgemeingesundheit. Oftmals sind die Schäden in den ersten drei Lebensjahren entstanden. Eine Ursache hierfür liegt im System der gesetzlichen Präventionsleistungen. Bislang haben Kinder erst ab dem 30. Lebensmonat Anspruch auf Früherkennungsuntersuchungen beim Zahnarzt – für viele Kinder zu spät. Deshalb setzt das ECC-Pilotprojekt bereits im Alter von sechs bis 29 Monaten an.

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