Politik

"Ein durchsichtiges politisches Manöver"

"Jeder Fehler ist ein Fehler zu viel", kommentierte KBV-Chef Andreas Köhler den AOK-Krankenhausreport. Dennoch bewege sich die Zahl der Behandlungsfehler im Verhältnis zu allen Fällen im Promillebereich.

Der Verdacht auf einen Behandlungsfehler sei noch kein Behandlungsfehler. "Wirklich schlimm ist es, wenn der Behandlungsfehler mit Pfusch gleichgesetzt wird. Pfusch ist vorsätzlich, aber Ärzte schädigen Patienten nicht vorsätzlich. Wir wollen auch nicht vertuschen, ganz im Gegenteil. Wir setzen uns für Transparenz ein", betonte Köhler. "Fehler passieren, auch in der Medizin. Wir kehren diese Fehler aber nicht unter den Tisch, sondern wir lernen aus ihnen und wir setzen uns dafür ein, dass den betroffenen Patienten schnellstmöglich geholfen wird."

Ein Versuch, "das Thema mit Negativschlagzeilen zu besetzen"

Er bezweifelte, dass es der AOK wirklich um die Sache geht: "Vielmehr handelt es sich wohl um das durchsichtige politische Manöver, das Thema mit Negativschlagzeilen zu besetzen." Die deutsche Ärzteschaft sei das Problem frühzeitig und offensiv angegangen: "Auf vielen Ärztetagen haben wir uns intensiv mit der Patientensicherheit auseinandergesetzt", sagte der KBV-Vorsitzende. "Wir waren Initiatoren und sind Protagonisten dieses Themas. Es wäre deshalb sehr bedauerlich, wenn die AOK das Thema Patientensicherheit erneut missbraucht, um dem Thema "Pay for Performance" eine kassenseitige Wendung zu geben."

Unter Berufung auf die Behandlungsfehlerstatistik der Bundesärztekammer führte Köhler aus, dass die Gutachterkommissionen und Schlichtungsstellen der Ärztekammern im Jahr 2012 insgesamt 7.578 Anträge zu mutmaßlichen Behandlungsfehlern bearbeitet hätten. Demzufolge lag in 2.280 Fällen ein Behandlungsfehler vor. In den Krankenhäusern sei die Zahl der nachgewiesenen Fehler bei Kniegelenkarthrose (65 Fälle) und Unterarmfrakturen (55 Fälle) leicht gesunken.