Nationales Gesundheitsportal

IQWiG plant eigene Suchmaschine für Gesundheitsinformationen

Im Februar hatte das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal erarbeitet und vorgestellt. Nach einem öffentlichen Stellungnahmeverfahren wurde das Konzept nun an das Bundesgesundheitsministerium (BMG) übergeben.

Kern des Konzepts ist, dass sich Anbieter von evidenzbasierten Informationen zu Gesundheitsfragen – freiwillig und unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit – auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und als Content-Partner ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform bereitstellen. Der Auftrag für solch ein nationales Gesundheitsportal stammt vom BMG. IQWiG

"Die insgesamt 60 Stellungnahmen enthielten zahlreiche Fragen und Anregungen, u. a. zum Umfang des Portals und zum Aufbau", teilte das IQWiG jetzt mit. Alle Stellungnahmen würden dabei die Idee eines nationalen Gesundheitsportals unterstützen.

Das IQWiG sieht damit eine ausreichende Grundlage für den Aufbau des Portals. "Wir empfehlen jedoch, das Portal schrittweise aufzubauen, sodass jeder Schritt auf die Bedürfnisse von Bürgerinnen und Bürgern abgestimmt werden kann", erklärt Klaus Koch, Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation im IQWiG.

IQWiG stellt Konzept vor

Das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) hat ein Konzept für ein nationales Gesundheitsportal vorgestellt.

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Kern des Konzepts ist, dass sich Anbieter von evidenzbasierten Informationen zu Gesundheitsfragen – freiwillig und unter Beibehaltung ihrer Eigenständigkeit – auf gemeinsame Qualitätsstandards einigen und als Content-Partner ihre Inhalte auf einer kooperativen Plattform, dem nationalen Gesundheitsportal, bereitstellen.

IQWiG: "Orientierungshilfe im Internet ist dringend nötig"

Fest stehe, dass Bürger Unterstützung vor allem bei der Suche und Bewertung von Gesundheitsinformationen benötigen, betont Koch. Im Internet entschieden kommerzielle Suchmaschinen wie Google, welche Informationen im Internet gesehen werden und welche nicht. "Ob eine Information auf dem aktuellen Stand des Wissens beruht, spielt für vieles im Internet aber keine Rolle. Man kann einer Treffer-Liste von Google & Co. deshalb nicht unbesehen vertrauen", sagt Koch.

Das Portal sollte deshalb im ersten Schritt eine eigene Suchmaschine anbieten, die nur auf nachweislich qualitätsgesicherte Inhalte verweist. Zudem sollte es von Anfang an eine Orientierungs- und Navigationshilfe anbieten, um zum Beispiel gesundheitliche Beratungs- und Unterstützungsangebote zu finden. "Dieses Modul muss auf eine breite Zielgruppe ausgerichtet werden. Es kann dann schrittweise erweitert werden, bis zum Aufbau eines ,Vollportals'", so Koch weiter.

Dabei sollte darauf geachtet werden, dass das Portal zumindest indirekt auch Menschen nutzt, die sich nicht selbst im Internet informieren. Das sei möglich, indem das Portal auch alle Berufsgruppen unterstütze, die Patienten beraten.

Kosten von etwa fünf Millionen Euro jährlich

Das IQWiG konzentriert sich in seinem Konzept auf die Rahmenbedingungen eines nationalen Gesundheitsportals, Einzelheiten der Umsetzung liegen dann in der Hand des zukünftigen Trägers.

Zu diesen Rahmenbedingungen gehören: Der Träger muss frei von kommerziellen Interessen, gemeinnützig und wissenschaftlichen Grundsätzen verpflichtet sein. Gleichzeitig erfordert das kooperative Modell des Portals eine hohe Dialogbereitschaft: Der Träger muss primär den Bedürfnissen der Bürgerinnen und Bürger verpflichtet sein, andererseits aber die Content-Partner in transparente Beratungs- und Beteiligungsstrukturen einbinden. Dazu ist qualifiziertes Personal nötig und eine entsprechende finanzielle Ausstattung: Insgesamt schätzt das IQWiG die jährlichen Kosten für den Portalbetrieb in der finalen Ausbaustufe auf etwa fünf Millionen Euro.

Der Träger des nationalen Gesundheitsportals muss in seinen Entscheidungsprozessen den Pluralismus in unserem Gesundheitswesen widerspiegeln.

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Die Content-Partner sollen Anforderungen an Transparenz und Qualitätssicherung erfüllen und ein Akkreditierungsverfahren durchlaufen. Vor dem Start des Portals muss der Träger Mindeststandards festlegen, um dann im Dialog mit den Beteiligten die Standards schrittweise zu vereinheitlichen und anzuheben.

"Einige Stellungnehmende befürchten, dass dieser Prozess auf halber Strecke steckenbleiben könnte", sagt Koch. Erkennbar gute Qualität sei jedoch die "Existenzberechtigung des Portals". Dazu gehöre auch eine "kontinuierliche und transparente Evaluation, die sichtbar macht, wie gut das Portal den Bedarf der Menschen nach verlässlichen, verständlichen und hilfreichen Informationen deckt", so der Leiter des Ressorts Gesundheitsinformation im IQWiG.

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