Zahnärzte fordern

MVZ künftig arztgruppenübergreifend ausgestalten!

ck/pm
Die Zahnärzte sehen bei Medizinischen Versorgungszentren (MVZ) nach wie vor erheblichen Handlungsbedarf seitens des Gesetzgebers. Das geht aus einem gemeinsamen Brief der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV), der Bundeszahnärztekammer (BZÄK) und des Freien Verbandes Deutscher Zahnärzte e. V. (FVDZ) hervor, der im Nachgang zu entsprechenden Beschlüssen des Deutschen Zahnärztetages an die politischen Entscheidungsträger adressiert wurde.

In dem Schreiben fordern die Organisationen im Namen des gesamten Berufsstandes, MVZ für den vertragszahnärztlichen Bereich künftig ausschließlich arztgruppenübergreifend auszugestalten. Andernfalls sei die Sicherstellung einer deutschlandweit gleichwertigen Versorgung in Gefahr.

"Zahnarzt-MVZ leisten keinen Beitrag zur Verbesserung der Versorgung"

Mit dem Ziel die Versorgung in der Fläche zu sichern, hatte das GKV-Versorgungsstärkungsgesetz 2015 die Gründung arztgruppengleicher MVZ ermöglicht. Die Entwicklung vergangener Jahre habe jedoch jedoch gezeigt, dass in der vertragszahnärztlichen Versorgung das Gegenteil eingetreten ist, heißt es in dem Brief: "Nach aktuellen Zahlen befinden sich etwa 79 Prozent der rein zahnärztlichen MVZ in städtischen und etwa 21 Prozent in ländlichen Gebieten. Zahnarzt-MVZ leisten also keinen erkennbaren Beitrag zur Verbesserung der Versorgung in ländlichen oder strukturschwachen Regionen. Sie sind vielmehr stark regional konzentriert und siedeln sich vor allem in Großstädten, Ballungsräumen und einkommensstarken ländlichen Gebieten an."

 

Die dynamische Entwicklung der MVZ lasse zudem eine Sogwirkung auf potenziell niederlassungs- und anstellungswillige junge Zahnärzte befürchten, was einer wohnortnahen und flächendeckenden Versorgung entgegen wirke, insbesondere in Flächenstaaten. Bleibt diese Dynamik, werde es durch den demografischen Wandel innerhalb des Berufsstandes künftig zu Engpässen und Unterversorgung im ländlichen Raum kommen - sowohl für Ostdeutschland als auch für viele strukturschwache Regionen im Westen.

Finanzinvestoren forcieren die Kettenbildung in Ballungsräumen

Anders als in der ärztlichen könne die zahnärztliche Versorgung auch nicht durch den stationären Bereich aufgefangen werden: "Unbegrenzte Anstellungsmöglichkeiten in MVZ führen zu Wettbewerbsvorteilen mit versorgungspolitisch kontraproduktiven Effekten: Fremdkapitalgeber und Finanzinvestoren forcieren die Kettenbildung in Ballungsräumen - eine Gefahr für freiberufliche Praxisstrukturen, die bislang eine wohnortnahe und flächendeckende Versorgung sicherstellen", schreiben die Verfasser. "Gerade aber diese freiberuflich ausgerichteten Praxen sind das Rückgrat unseres Gesundheitssystems, eines der besten der Welt."

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