Organspende: Grüne wollen mehr öffentliche Kontrolle

sg/dpa
Als Reaktion auf den Skandal bei der Organvergabe in Deutschland fordern die Grünen mehr öffentliche Kontrolle.

Die Bundesregierung solle die Aufsicht über das Transplantationswesen per Gesetz in die Hände einer juristischen Person öffentlichen Rechts legen, fordern sie in einem Antrag für den Bundestag. 

Gesundheitsexpertin Elisabeth Scharfenberg: "Es kann nicht sein, dass in Deutschland Vereine und private Stiftungen über die Organisation des Transplantationswesens und die Verteilung der Organe entscheiden und sich auch noch selbst kontrollieren."

Nur Transparenz sorgt für Vertrauen

Für Grünen-Gesundheitsexperte Harald Terpe lässt sich das Vertrauen der Bevölkerung in die Organspende nur durch absolute Offenheit zurückgewinnen. Mit kosmetischen Änderungen, wie die Bundesregierung sie vorschlage, werde das nicht gelingen: "Gesundheitsminister Daniel Bahr muss nun endlich alle Schwachstellen im Transplantationssystem angehen anstatt darauf zu hoffen, dass Gras über die Sache wächst", so Terpe.

Der Verdacht auf Tricksereien bei der Organvergabe in den Unikliniken Regensburg, Göttingen und München hatte die Spendenbereitschaft in den letzten Monaten stark sinken lassen. Die Ärzte, Kliniken und Krankenkassen vereinbarten mit Bahr mehr Sanktionen und Kontrollen. Forderungen auch aus der Koalition nach einer staatlichen Aufsicht liefen aber ins Leere. 

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