KZBV-Vertreterversammlung

Resolution: "Vertragszahnärzte sind systemrelevant!"

Die Vertreterversammlung (VV) der Kassenzahnärztlichen Bundesvereinigung (KZBV) hat die Bedeutung der Zahnmedizin für die gesundheitliche Versorgung in Deutschland und ihre wichtige Rolle während der Corona-Krise hervorgehoben. Dazu verabschiedeten die Delegierten, die erstmals per Videokonferenz zusammengeschaltet waren, mit großer Mehrheit eine Resolution.

KZBV

Die negativen Erfahrungen aus der Corona-Krise, in der die Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte trotz ihres großen Engagements seitens der Politik und der Krankenkassen deutlich schlechter als andere Leistungserbringer im Gesundheitswesen behandelt wurden, bestimmen den Tenor der Resolution, die von den Delegierten umfassend diskutiert wurde. Diese als zutiefst ungerecht empfundene Ungleichbehandlung habe die Zahnärztinnen und Zahnärzte tief getroffen. Die Bedeutung der zahnmedizinischen Versorgung als Teil der Daseinsversorgung werde durch die Politik nicht anerkannt, heißt es in der Resolution.

Die Delegierten forderten daher die Politik auf, die Systemrelevanz der zahnmedizinischen Versorgung endlich anzuerkennen. Gleichzeitig wurde auf die mangelhafte Liquiditätshilfe verwiesen, deren Rückzahlungsverpflichtung in voller Höhe die Krise in die Folgejahre verlängern werde. Dies treffe besonders junge Vertragszahnärztinnen und -zahnärzte sowie Gründer und Praxen in strukturschwachen, ländlichen Regionen. Die Vertreterversammlung forderte die Politik daher auf, auch die Zahnärzteschaft finanziell zu unterstützen, um die Versorgungsstrukturen und der Arbeitsplätze in den Praxen zu erhalten.

Resolution: Vertragszahnärzte sind systemrelevant!

Der Antrag im Wortlaut:

"Die Vertreterversammlung der KZBV zeigt sich zutiefst enttäuscht über die COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung und fordert die Politik auf, anzuerkennen, dass Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte systemrelevant und ein wichtiger Teil der Daseinsvorsorge sind.

Anders als die Vertragsärzte, Psychotherapeuten, Krankenhäusern sowie Rehabilitations- und Pflegeeinrichtungen, erhalten Vertragszahnärzte lediglich eine Liquiditätshilfe mit einer 100-prozentigen Rückzahlungsverpflichtung bei Überzahlung.  Diese stellt eine nicht nachvollziehbare und in keinster Weise gerechtfertigte Ungleichbehandlung dar und stößt auf den schärfsten Protest der Vertragszahnärzteschaft. Zur Krisenbewältigung wären finanzielle Zuschüsse und eine paritätische Lastenteilung notwendig gewesen. Von einem Schutzschirm kann daher keine Rede sein. Damit wird die Bedeutung der zahnmedizinischen Versorgung als Teil der Daseinsversorgung durch die Politik nicht anerkannt.

Die Zahnärztinnen und Zahnärzten sowie ihre Praxisteams haben in der Krise unter Einhaltung höchster Hygienestandards und trotz der hohen weiterlaufenden Kosten die zahnärztliche Versorgung aufrechterhalten. Gleichzeitig wurde in kürzester Zeit ein flächendeckendes Netz von Schwerpunktpraxen zur Behandlung von infizierten und unter Quarantäne gestellten Patienten aufgebaut, mit Schutzausrüstung versorgt und die Hilfesuchenden professionell behandelt. Die Vertragszahnärzteschaft hat bewiesen, dass auf sie in der Krise Verlass ist.  

Durch die vom Bundesgesundheitsministerium erlassene COVID-19-Versorgungsstrukturen-Schutzverordnung werden die massiven negativen Folgen der Corona-Pandemie für die Zahnarztpraxen zwar teilweise kurzfristig abgefedert, jedoch durch die Rückzahlungsverpflichtung in voller Höhe in die Folgejahre verlängert. Dies trifft in besonderem Maße junge Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte sowie Gründer und Praxen in strukturschwachen, ländlichen Regionen.

Die weltweit als beispielhaft anerkannte zahnärztliche Versorgung in Deutschland mit einem flächendeckenden und wohnortnahen Praxisnetz sowie herausragenden Ergebnissen bei der Mundgesundheit kann in Zukunft jedoch nur dann aufrechterhalten werden, wenn die vorhandenen Versorgungsstrukturen auch in Krisenzeiten nicht gefährdet werden. Als systemrelevante Leistungsträger und Teil der Daseinsvorsorge müssen auch Vertragszahnärztinnen und Vertragszahnärzte finanzielle Zuschüsse für den Erhalt der Versorgungsstrukturen und der Arbeitsplätze in den Praxen bekommen. Sie dürfen in der Krise bei der Bewältigung der wirtschaftlichen Lasten von der Politik nicht allein gelassen werden."

Beschluss der Delegierten der KZBV-Vertreterversammlung am 2. Juli 2020

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Paul Geist
Hallo Redaktion! Im Absatz 2 der Resolution hat sich ein Fehler eingeschlichen. Wenn die Delegierten jedoch besonderen Wert darauf gelegt haben, einen Super-Superlativ zu verwenden, sollten sie vielleicht lieber "in allerkeinster Weise" schreiben.
MfG
mehr anzeigen ...
P. Geist

Vor 3 Wochen 6 Tagen
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