Der Patient muss sitzen!

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Praxis
In der Zahnarztpraxis ist der Rahmen für das Patientengespräch ausschlaggebend - ein Setting auf Augenhöhe erleichtert die Vertrauensbildung. Darauf weist die Apotheken Umschau in ihrer aktuellen Ausgabe mit Verweis auf eine Studie der Bertelsmann Stiftung hin.

"Ist der Behandlungsstuhl beim Zahnarzt erst einmal zurück geklappt, fühlt sich manch ein Patient nur noch ausgeliefert. In dieser unangenehmen Stellung besprechen gut ein Drittel aller Zahnärzte die spätere Behandlung mit ihrem Patienten", heißt es in der August-Ausgabe des Magazins.

"Nur 42 Prozent der Zahnmediziner führen das Gespräch vorher auf Augenhöhe im Sitzen", zitiert die "Apotheken Umschau" ein Ergebnis der Bertelsmann-Befragung. "Auch einen diskreteren Platz als die Anmeldung zum Besprechen finanzieller Details wünschen sich viele Befragte. Zur Qualität der Behandlung bekommen die Dentisten überwiegend beste Noten. Da sollte eine Kommunikation auf Augenhöhe doch auch noch zu schaffen sein."

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Hintergrund: Die Bertelsmann Stiftung kam Ende Juni in ihrem Spotlight "Zahnarztbewertungen" anhand von 10.000 Online-Bewertungen, die auf dem Arztbewertungsportal Weisse Liste abgegeben wurden, zu folgendem Schluss: Die Zufriedenheit der Patienten mit der zahnärztlichen Versorgung sei sehr hoch,Verbesserungsbedarf bestehe jedoch in Sachen Kommunikation.

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Shared-Decision-Making: am besten auf Augenhöhe

Weniger als die Hälfte aller Beratungsgespräche (42 Prozent) werde demzufolge sitzend geführt und damit in einer Weise, die maßgeblich zu einer gleichberechtigten Kommunikation beitrage: Der Analyse zufolge liegen die meisten Patienten dann schon im Behandlungsstuhl.

"Das erschwert die gemeinsame Entscheidungsfindung auf Augenhöhe etwa bei Behandlungsoptionen", sagt Studienautorin Stefanie Hennig von der Bertelsmann Stiftung. Neben dem Engagement des Zahnarztes für den Erhalt der Zähne sei Kommunikation der wichtigste Aspekt für die Weiterempfehlung durch Patienten und deren Vertrauen. Deswegen sei es so wichtig, dass Zahnärzte darauf größeres Augenmerk legten.

Ob der Zahnarzt das erste Behandlungsgespräch direkt am Behandlungsstuhl oder besser an einem anderen Ort führt, sei wissenschaftlich bisher nicht evaluiert. Ein separater Platz hätte nach vorherrschender Meinung den Vorteil, Asymmetrien in der Rollenverteilung zwischen Zahnarzt (als Experte) und Patient (als Laie) besser auszugleichen. Sofern das Gespräch am Behandlungsstuhl stattfindet, sollte der Patient aufrecht sitzen und der Zahnarzt keinen Mundschutz tragen.

Kommunikationsasse werden weiterempfohlen

Bei der Weiterempfehlungsbereitschaft komme es also vor allem darauf an, wie der Zahnarzt Diagnosen und Behandlungsalternativen vermittelt, den Patienten in Entscheidungen einbezieht und sich ihm zuwendet, lautet das Fazit der Autoren. Die Gesamtzufriedenheit der Patienten werde außerdem stark beeinflusst von Aspekten, die unmittelbar mit der Behandlung zusammenhängen. Dazu gehöre neben der Konsultationszeit auch das Thema Gründlichkeit.

Praktisch keinen Einfluss auf das Gesamturteil über einen Zahnarzt hätten dagegen die Wartezeit auf einen Termin oder die ansprechende Gestaltung der Praxisräume und moderne Geräte. Gerade diese Aspekte der Organisation und Merkmale der Strukturqualität erhielten in der Einzelbewertung durch die Patienten die besten Noten. Entscheidend aber seien Aspekte der Zahnarzt-Patienten-Kommunikation und der fachlichen Behandlung.

Das Internetportal "Weisse Liste" ist ein gemeinsames Projekt der Bertelsmann Stiftung und der Dachverbände der sechs größten Patienten- und Verbraucherorganisationen Deutschlands. Partner bei der Arztbewertung sind die AOK, die Barmer GEK, die Techniker Krankenkasse und die Bertelsmann BKK.

Die Ergebnisse aller 40 Fragen finden Sie in der Realdatenanalyse "Patientenzufriedenheit mit der zahnärztlichen Versorgung". Als Datengrundlage dienten 10.087 Online-Bewertungen von 7.817 Zahnärzten durch 9.259 gesetzlich krankenversicherte Patienten.

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