Eine Schauspielerin schreibt Zahnärztin-Krimis

"Dr. Leocardia Kardiff" ermittelt

Zahnärzte in Krimis sind oft Täter. Eine Zahnärztin als Ermittlerin findet man wohl nur in der "Dr. Leocardia Kardiff"-Reihe. Erfunden von einer Schauspielerin, die der Protagonistin Züge ihrer Zahnärztin gegeben hat.

Die Krimiautorin und Schauspielerin Isabella Archan (links im Bild) und ihre "Muse", die Zahnärztin Dr. med. Cornelia Assaf. Cornelia Assaf

Warum ist die Hauptfigur eigentlich Zahnärztin? Man habe ja per se Angst vor Mördern, jetzt fürchte man sich doppelt, weil es um eine Zahnärztin geht, sagt ihre Schöpferin Isabella Archan. Das "man" bezieht sich auf die Autorin selbst. Archan leidet nämlich unter einer Dentalphobie. Inzwischen muss es heißen: litt.

Konzentration auf das Porzellanvögelchen

Vor dem Zahnarztbesuch graut es Archan immer seltener. Dank Dr. Cornelia Assaf, niedergelassene Zahnärztin in Saarbrücken. "Dr. Assaf hat mich von meinen Ängsten geheilt, zumindest zum größten Teil. Sogar meine Spritzenphobie tritt so gut wie gar nicht mehr auf. Besonders gelungen fand ich, dass sie mich mit einem Porzellanvögelchen abgelenkt hat. Diese Nippesfigur musste ich halten, mich also voll darauf konzentrieren, damit das Vögelchen nicht herunterfällt."

"Seit es Leocardia Kardiff gibt, zittert die Unterwelt nicht nur auf dem Zahnarztstuhl!"

Aber was macht nun diese Hauptfigur aus? "Seit es Dr. Leocardia Kardiff gibt, zittert die Unterwelt nicht nur auf dem Zahnarztstuhl", beschreibt Isabella Archan ihre Heldin. Sie sei "taff, chaotisch und neugierig." Wenn es um das Setzen von Spritzen geht, zeigt sich die fiktive Zahnärztin allerdings weniger lässig. Immerhin: Von Band zu Band (inzwischen sind es drei) fürchtet sich "Leo" immer seltener vor dem Injizieren. Warum? Klarer Fall: Weil auch die Autorin inzwischen - fast - ihre Spritzenphobie abgelegt hat.

Die echte Zahnärztin ist jetzt so blond wie die ausgedachte

Die Heldin Dr. Kardiff habe viel gemeinsam mit Dr. Assaf ("taff, chaotisch, neugierig"). Beide Nachnamen werden auf der letzten Silbe betont. Beide promovierten über ein humanmedizinisches Thema, haben ein trubeliges Privatleben und tragen High Heels. "Aber dass die echte Zahnärztin jetzt blond ist wie die ausgedachte, das war die Entscheidung der echten, ganz ohne mein Zutun", versichert die Krimiautorin.

"Während Dr. Leocardia Kardiffs zahnärztlichem Nacht-Notdienst taucht ein seltsamer Patient auf, der etwas von Mord stammelt. Welche Wahl bleibt Leo da? Keine. Sie fühlt dem Bösen auf den Zahn und kommt einer Entführung auf die Spur – und auch eine Leiche lässt nicht lange auf sich warten. Hauptkommissar Zimmer und sein Team ermitteln, doch auch Leo setzt den Bohrer an..."

Das ist der Klappentext zum neuesten und dritten Fall aus der Krimireihe über Dr. Leocardia Kardiff, genannt Leo. Erfunden wurde die sich in kriminalpolizeiliche Ermittlungen einmischende Zahnärztin von Isabella Archan, Schauspielerin, die dank ihrer Krimis auch als Autorin erfolgreich ist.

Bisher erschienen (Gesamtauflage: etwa 38.000 Exemplare, davon 15% für Österreich):

  • Tote haben kein Zahnweh
  • Auch Killer haben Karies
  • Der Tod bohrt nach

Cornelia Assaf ist nicht nur Vorbild für die Hauptfigur, sie hilft Archan auch bei ihren Recherchen. Neben der Zahnärztin lässt sie sich fachlich von einem Polizeihauptkommissar, einer Psychologin und einer Rechtsmedizinerin vom Rechtsmedizinischen Institut in Köln beraten.

"Ich habe mehr Zutrauen zu einer Frau, einen Mordfall zu lösen"

Das Geschlecht der Figur wählte die Schauspielerin und Autorin ganz bewusst: "Ich habe von Anfang an eine Frau als Hauptfigur geplant, weil ich als großer Miss Marple-Fan einfach mehr Zutrauen zu einer Frau habe, einen Mordfall zu lösen."

Kurzbiografie der Autorin Isabella Archan

1965 in Graz geboren. Nach Abitur und Schauspieldiplom folgten Theaterengagements in Österreich, der Schweiz und Deutschland. Seit 2002 lebt sie in Köln, wo sie eine zweite Karriere als Autorin begann. Neben dem Schreiben ist Isabella Archan immer wieder in Rollen in Film und Fernsehen zu sehen, unter anderem im Kölner "Tatort", in der "Lindenstraße" und in "Diese Kaminskis". Für ihre Kriminalromane über die hobbyermittelnde Zahnärztin "Dr. Leocardia Kardiff", genannt Leo, geht sie mit "Mordstheaterlesungen" auf Tour. Zum Beispiel in Zahnarztpraxen - als "Event für die Patienten", so Archan.

Ihre Bücher zeichnen sich durch zahlreiche Perspektivwechsel aus. "Ich komme ja aus der Schauspielerei. Mit verschiedenen Perspektiven kann ich auch meine eigenen Tiefen ausloten. Da ist das Schreiben spannender als das Schauspielern. Die Szenen schreibe ich dann wie bei einem Drehbuch." Krimis fand sie immer schon gut: "Das Schreiben angefangen habe ich mit Kurzgeschichten, bei denen am Ende immer einer tot war."

Und wie kommt sie auf Ideen für die Fälle? "Ich höre gerne zu, ob in der U-Bahn, im Flugzeug, bei Freunden." Das Schreiben mache inzwischen den Hauptteil ihrer Arbeit aus. Für einen Kurzfilm wie neulich und für andere Fernsehproduktionen schiebe sie gern mal ein paar Drehtage ein. Aber auf den "Mordstheaterlesungen", wie Archan sie nennt, sei sie inzwischen das ganze Jahr unterwegs.

Der Trailer für den neuesten Fall wurde natürlich in einer Zahnarztpraxis gedreht

Hat sie denn selbst auch schon einmal eine Zahnärztin verkörpert? "Ich habe in der Lindenstraße Dr. Busch gespielt, die allerdings eine Frauenärztin war. Eine Zahnärztin noch nie." Immerhin wurde der Trailer für den neuesten Kardiff-Krimi standesgemäß in einer Zahnarztpraxis gedreht, in Dormagen bei Dr. Alexander Bahr.

Was die "Muse" (Zahnärztin Dr. med. Cornelia Assaf) über die Hauptfigur "Dr. med. Leocardia Kardiff" und deren Schöpferin Isabella Archan sagt:

  • "Mit Isabella Archan war ich schon vor ihrer Zeit als meine Patientin befreundet. Ich kenne sie noch aus ihrer Zeit am Saarländischen Staatstheater."
  • "Die Hauptfigur finde ich ganz spannend. Warum sie als Zahnärztin aber ausgerechnet eine Spritzenphobie haben soll, ist für mich nicht wirklich nachvollziehbar. Aber so weit, dass ich darauf Einfluss nehmen könnte, geht meine Beratung dann doch nicht. Das ist eben die Autorenfreiheit bei einer Romanfigur."
  • "Ich bekomme die Manuskripte abschnittsweise zu lesen. Isabella lässt sich grundsätzlich gern beraten, meine Änderungen sind aber auch nicht einschneidend."
  • "Ich schaue einfach, ob die zahnärztlichen Belange Hand und Fuß haben, besonders bei der Verwendung von Instrumenten. Einmal wollte Isabella von mir wissen, ob man mit einem Skalpell oder mit einer kleinen Schere einen Mord begehen könnte oder ob man ein Röntgengerät dazu missbrauchen könnte. Beim Skalpell kann ich mir das vorstellen, bei einer kleinen Schere nicht. Aber ein Röntgenapparat lässt sich definitiv nicht als Mordwerkzeug einsetzen. Wie auch die Kollegen wissen, tötet Röntgenstrahlung in einer Zahnarztpraxis nicht, dazu ist die Dosis zu gering. Das ist das eine. Außerdem kann das potenzielle Mordopfer das Gerät ja einfach ausschalten, nachdem es in der Kabine eingeschlossen wurde."
  • "Die Krimis von Isabella habe ich in der Praxis. Sie stehen in einer Vitrine."
  • "Angstpatienten sind keine direkte Spezialisierung von mir, aber es hat sich herumgesprochen, dass solche Patienten bei mir in guten Händen sind. Ich habe dazu übrigens eine Hypnoseausbildung absolviert."
  • "Bewertungsportale sehe ich mir nicht an. Dafür habe ich keine Zeit, außerdem sind sie für mich auch nicht relevant. Für mich zählt, dass Patienten aufgrund persönlicher Empfehlungen kommen."
  • "Ich lese gern wissenschaftliche Beiträge, zum Beispiel die "Bild der Wissenschaften". Die zm lese ich regelmäßig, immer gleich nach Erscheinen in meiner Mittagspause. Viele der Beiträge finde ich sehr gut."

Dr. med. Cornelia Assaf. Die Protagonistin der Kardiff-Krimis trägt ihre Züge. | Coverface

Kurzbiografie der Zahnärztin

  • geboren 1963
  • Abitur 1982 in Stollberg/Erzgebirge
  • Studium der Zahnmedizin an der Friedrich-Schiller-Universität Jena 1983-1985
  • Studium der Zahnmedizin an der Medizinischen Akademie "Carl Gustav Carus" in Dresden 1985-1988
  • Dissertation zur Dr. med. mit einem HNO-Thema: "Ätiologie hereditärer Anomalien im Kopf-Hals-Bereich" 1992
  • Assistenzärztin und darauf folgend Partner in einer Gemeinschaftspraxis in Saarbrücken 1991-2016
  • Einzelpraxis in Saarbrücken seit 2016


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