Praxis

Teure Praxis

Für Zahnärzte wird es immer teurer, eine eigene Praxis zu gründen. Das ist ein zentrales Ergebnis des aktuellen InvestMonitors Zahnarztpraxis des Instituts der Deutschen Zahnärzte (IDZ), der heute in Köln veröffentlicht wurde.

Wer eine Praxis aufmachen will, verbringt zahllose schlaflose Nächte: Im Durchschnitt muss der Zahnarzt über 420.000 Euro finanzieren. Solche Summen muss man erstmal stemmen. Dominik Pietsch

Die Studie untersuchte die Finanzierungsvolumina allgemeinzahnärztlicher Praxen in Deutschland und das Investitionsgeschehen in zahnärztlichen Fachpraxen. Fazit: Das Finanzierungsvolumen für die Neugründung einer Einzelpraxis betrug 2013 insgesamt 427.000 Euro und lag damit 5 Prozent über dem Wert des Vorjahres.

427.000 Euro Finanzierungsvolumen

„Wenn die Versorgung auch weiterhin auf dem bekannt hohen Qualitätsniveau wohnortnah und flächendeckend gewährleistet sein soll, brauchen wir künftig genügend Zahnärzte, die ihren Beruf mit Freude und Engagement ausüben und bereit sind, das Risiko der selbständigen Niederlassung auf sich zu nehmen" kommentierte KZBV-Chef Dr. Wolfgang Eßer die Studie: "Insofern muss sich unsere Gesellschaft fragen lassen, ob mit den bestehenden Rahmenbedingungen in absehbarer Zeit ausreichend junge Zahnärzte zu einem solchen Schritt motiviert werden können.“

Die Planungssicherheit fehlt

Von Planungssicherheit könne angesichts gehäufter staatlicher Eingriffe keine Rede sein. Die überbordende Bürokratie raube Zeit, die für die Behandlung erforderlich ist. Gleichzeitig laste auf den Praxen ein erheblicher unternehmerischer Druck, ausgelöst durch eine zunehmende Verwettbewerblichung und Ökonomisierung des Gesundheitswesens.

„Die Vertragszahnärzteschaft kann die zahnmedizinische Versorgung besser in Eigenverantwortung gestalten und weiterentwickeln als es der Gesetzgeber durch die zunehmend zentralistischen und dirigistischen Eingriffe vermag. Wir fordern daher nachdrücklich ein klares Bekenntnis der Politik zum Prinzip der Selbstverwaltung des Berufsstandes und zur Freiberuflichkeit. Das ist eines unserer zentralen Anliegen“, sagte Eßer.

Per Übernahme in die Selbstständigkeit

Der IDZ-Analyse zufolge war die Übernahme einer Einzelpraxis im vergangenen Jahr die häufigste Form zahnärztlicher Existenzgründung. Gut Zweidrittel (68 Prozent) der Zahnärzte entschieden sich für diesen Weg in die Selbstständigkeit. Das Finanzierungsvolumen belief sich dabei auf 300.000 Euro und lag damit in etwa auf dem Vorjahresniveau.

Mit dem InvestMonitor Zahnarztparxis analysiert das IDZ mit der Deutschen Apotheker- und Ärztebank (apoBank) seit 1984 die für die zahnärztliche Niederlassung aufgewendeten Investitionen. Die Studie gibt es auch kostenlos beim IDZ.