Praxis

Tipps für Ausbildungspraxen!

Die Azubis im ersten Lehrjahr sind in Deutschlands Zahnarztpraxen erst wenige Wochen im Team. Das kann viel tun, um die angehenden ZFA in ihrer Ausbildung zu unterstützen.

In der Hauptstadt Berlin übersteigt der Bedarf an Auszubildenden in den Zahnarztpraxen aktuell die Zahl der Bewerber. Ausbildungspraxen sind hier darum gut beraten, ihre Azubis zu halten und zu fördern. zm-sf

  • Breit ausbilden! Eine gute Ausbildungspraxis setzt den Azubi in möglichst vielen Bereichen ein, nicht nur am Stuhl. Er sollte an der Rezeption, im Bereich Abrechnung und in die medizinischen Hintergründe eingearbeitet werden. Unabhängig vom Einstiegsniveau bringen in der Praxis breit und gut ausgebildete Azubis in der Berufsschule bessere Voraussetzungen mit, um Lerninhalte zu verstehen und Zusammenhänge zu erkennen. Der Umkehrschluss: Azubis, die von Teilbereichen ferngehalten werden, können sich in diesen Bereichen auch kein praktisches Wissen aneignen. Die Berufsschulen dürfen hier allerdings im Rahmen der dualen Ausbildung als Partner nicht intervenieren. Auszubildende können sich aber an die Zahnärztekammer wenden.
  • Angemessen wertschätzen! Gute Ausbildungspraxen finde Wege, wie sie allen Mitarbeitern die nötige Wertschätzung entgegenbringen. Auch gegenüber dem Azubi! Die schönste Wertschätzung ist vielleicht, ihm Einblick in alle Praxisbereiche zu geben, um eine möglichst umfangreiche Ausbildung zu ermöglichen. Aber auch eine faire Bezahlung nach Tarif ist für den Azubi gefühlte Wertschätzung. Die Zahnärztekammer Berlin hat die Ausbildungsvergütung mehrfach erhöht. Zahlt der Ausbilder 20 Prozent unter Tarif, kann der Azubi gerichtlich dagegen vorgehen.
  • Ausbildungsorder vollständig führen! Die Berufsschule registriert eklatante Unterschiede, was die Führung der Ausbildungsordner anbelangt. Das muss nicht immer der Praxisinhaber machen. Auch ein erfahrener Mitarbeiter der Praxis kann damit betraut sein.
  • Fehlzeiten im Blick haben! Die Zahnärztekammer Berlin reduziert aktuell die erlaubten Fehlzeiten. Ziel der Maßnahme ist, zu gewährleisten, dass die Azubis die Prüfungen erfolgreich durchlaufen können. Gründe für Fehlzeiten sind vielschichtig und können beim Azubi selbst, in der Familie, in der Ausbildungspraxis oder auch in der Berufsschule verortet sein. Ein Teil der jungen Menschen gibt nach einer Niederlage schnell auf und lässt sich krankschreiben. Leistungsschwächere Azubis haben im Schnitt mehr Fehlzeiten. Der „Frühjahrsjahrgang“ ist im Schnitt leistungsschwächer als der „Herbstjahrgang“. Das Einstiegsalter für die duale Ausbildung liegt übrigens bei 21 Jahren.
  • Den Azubi fördern! Die enorme Nachfrage nach Ausbildungsnachwuchs führt dazu, dass auch viele vergleichsweise schwächere Bewerber eine Ausbildung zur Zahnmedizinischen Fachangestellten beginnen. Eine bestimmte Qualifikation gibt es ja für die Ausbildung nicht. Deshalb ist es wichtig, die jungen Menschen "da abzuholen, wo sie stehen". Die Anforderungen sind hoch. Zur 40-Stunden-Woche kommt das Lernpensum hinzu. Übrigens werden am Rahel-Hirsch- Oberstufenzentrum Gesundheit/Medizin in Berlin auch Flüchtlingsklassen für den Beruf der ZFA vorbereitet. Zwei Drittel von ihnen wollen später Mediziner werden. Stabilisiert sich ein Azubi im Rahmen der Ausbildung, kann ihm unter bestimmten Umständen der Mittlere Schulabschluss zuerkannt werden. Helfen Sie Ihrem Azubi dabei. Dazu gehört aus Sicht der Berufsschule auch, dass die Ausbilder gutes Deutsch sprechen. In Berlin ist das nicht flächendeckend der Fall.  
  • Konflikte klären! Teambesprechungen sind auch der geeignete Ort für die Sorgen des Azubis. Das Hierarchiegefälle schwankt von Praxis zu Praxis. Tendenziell gibt es im MVZ niedrigere Hierarchien als in der Einzelpraxis. Wenn jugendliche Auszubildende in einer Bredouille stecken, die mit der Ausbildung zusammenhängt, können sie sich an ihre zuständige Zahnärztekammer wenden. 
  • „Kurzer Draht“ zur Berufsschule! Der Berufsschulunterricht implementiert aktuell in den Fächern Medizin, Abrechnungswesen und Verwaltung den sogenannten Lernfeldansatz. Sprechen Sie mal mit dem Azubi darüber. Die Berufsschule ist über den Klassenleiter auch der Ansprechpartner für die Ausbildungspraxis und steht für den Austausch mit dem Zahnarzt gern zur Verfügung. Jeder Partner der dualen Ausbildung hat auch seine wirtschaftlichen Interessen. Wenn Zahnarztpraxen Azubis während der Unterrichtszeit in der Praxis brauchen, wünscht sich die Berufsschule den "kurzen Draht" für eine gemeinsame Lösung.

Die Empfehlungen dieses Beitrags basieren auf einem Gespräch mit der Leitung des Rahel-Hirsch- Oberstufenzentrums Gesundheit/Medizin in Berlin-Hellersdorf. In der Berufsschule werden im Rahmen der dualen Ausbildung über 1.000 angehende ZFA unterrichtet, die in Berliner Zahnarztpraxen ausgebildet werden. Es werden dringend Zahnarztpraxen gesucht, in denen Jugendlichen, die aus dem Ausland nach Berlin geflüchtet sind und am Oberstufenzentrum auf den Beruf vorbereitet werden, ihre Lehre absolvieren können.

Lesen Sie mehr zum Thema Ausbildung in diesem Beitrag: So geht Ausbildung!
 

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