Zahnmedizin

Best Practice der Adhäsivsysteme - Teil 3

Dentale Adhäsivsysteme können je nach Anwendungsverfahren in zwei Gruppen unterteilt werden: Etch&Rinse- und selbstätzende Systeme. Gerd Göstemeyer, Aline Reiner und Uwe Blunck zeigen die Best Practice in unserer vierteiligen Bilderstrecke. Teil 3: die SE Zwei-Schritt-Applikation.

Abbildung 1: Präparation mit zirkulärer Anschrägung von 0,5 mm. Die Anschrägung dient zur Vergrößerung der Haftfläche. Göstemeyer

Abbildung 2: Applikation von 37-prozentiger Phosphorsäure für 30 Sekunden auf die Schmelzanteile der Kavität. Dadurch wird die Schmelzhaftung des selbstätzenden Adhäsivs optimiert. Gerd Göstemeyer
Abbildung 3: Absprühen der Säure mit hohem Sprühdruck für mindestens 15 Sekunden. Neben der Säure sollten vor allem Präzipitate entfernt werden, die während der Ätzung entstehen. Gerd Göstemeyer
Abbildung 4: Nach dem Trocknen der Kavität sollte ein Ätzmuster im Schmelz sichtbar sein. Gerd Göstemeyer
Abbildung 5: Die gesamte Kavität wird mit dem Primer benetzt und für 15 Sekunden einmassiert. Dabei wird das Dentin konditioniert während gleichzeitig hydrophile Monomere in das Kollagengeflecht eindringen. Gerd Göstemeyer
Abbildung 6: Verblasen des Primers bis sich die aufgetragene Flüssigkeit nicht mehr im Luftstrom bewegen lässt. Der Luftstrom bewirkt das Verdunsten des Lösungsmittels aus der Primerflüssigkeit. Gerd Göstemeyer
Abbildung 7: Das Adhäsiv gleichmäßig auf alle Bereiche der Kavität verteilen. Das Adhäsiv stabilisiert die Hybridschicht aus Primer-Monomeren und Kollagen. Dadurch wird die Kavitätenoberfläche geglättet, so dass sich das plastische Füllungsmaterial sicherer und mit möglichst geringen Einschlüssen von Luftblasen adaptieren lässt. Gerd Göstemeyer
Abbildung 8: Lichthärten der Kavität für mindestens 10 Sekunden. Dabei muss darauf geachtet werden, dass das Licht alle Bereiche der Kavität erreicht. Gerd Göstemeyer
Abbildung 9: Vorbereitete Kavität für die Versorgung mit einer Kompositfüllung. Gerd Göstemeyer

Dentale Adhäsivsysteme können nach Anwendungsverfahren in zwei Gruppen unterteilt werden: Etch&Rinse- und selbstätzende Systeme. Vor der Applikation eines Etch&Rinse-Systems ist es notwendig, die Kavität mit Phosphorsäure zu konditionieren. Dabei wird die Säure meistens in Form eines Gels auf die Zahnoberfläche aufgetragen (Etch) und nach einer gewissen Einwirkzeit abgespült (Rinse). Auf die so konditionierte Zahnoberfläche wird das Adhäsivsystem aufgetragen, das aus einer (Ein-Flaschen-Etch&Rinse-System) oder mehreren Komponenten (Mehr-Flaschen-Etch&Rinse-System) bestehen kann.

Bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen ist eine separate Ätzung nicht zwingend erforderlich. Die Konditionierung geschieht hier mithilfe von sauren Monomer-Lösungen, die bereits im Adhäsivsystem enthalten sind. Es ist jedoch empfehlenswert, vor dem Auftragen eines selbstätzenden Adhäsivs die Schmelzanteile der Kavität mit Phosphorsäure zu konditionieren.

Diese Vorgehensweise trägt zu einer Verbesserung des Haftverbundes zum Schmelz bei. Bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen können Primer und Adhäsiv getrennt (selbstätzende Adhäsive mit Zwei-Schritt-Applikation) oder als Gemisch vorliegen (All-in-one-Adhäsive). Eine Neuentwicklung auf dem Gebiet der Adhäsivsysteme stellen die Universal-Adhäsive dar. Diese lassen sich sowohl in der Etch&Rinse-Technik als auch als selbstätzendes Adhäsiv einsetzen.

Teil 3: Selbstätzende Adhäsivsysteme mit Zwei-Schritt-Applikation

Bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen ist ein separater Ätzvorgang nicht zwingend erforderlich. Die Konditionierung der Zahnoberfläche geschieht mithilfe von sauren Monomeren. Diese sind bei den selbstätzenden Adhäsivsystemen mit Zwei-Schritt-Applikation in der Regel im Primer enthalten. Der saure Primer muss entweder angemischt werden oder er steht gebrauchsfertig zur Verfügung.

Die Dentinhaftung ist ähnlich gut wie die der Etch&Rinse-Systeme. Die Schmelzhaftung ist schlechter, kann aber mit einer selektiven Schmelzätzung mit Phosphorsäure erhöht werden. Beim Einsatz im hochbelasteten Seitenzahnbereich sollte vor der Applikation des selbstätzenden Adhäsivs in jedem Fall eine selektive Schmelzätzung durchgeführt werden.

Dr. Gerd Göstemeyer und Dr. Uwe Blunck
Charité - Universitätsmedizin Berlin
CharitéCentrum für Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde
Abteilung für Zahnerhaltung und Präventivzahnmedizin
Aßmannshauser Str. 4-6, 14197 Berlin-Wilmersdorf
Gerd.Goestemeyer@charite.de
ublunck@charite.de

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