Zahnmedizin

Bilanz der iADH-Tagung in Chicago

Der 23. Weltkongress der Internationalen Vereinigung zur Verbesserung der Mundgesundheit von Menschen mit Behinderung in Chicago widmete sich einem breiten Spektrum von Themen. OÄ Dr. Katharina Bücher von der Poliklinik für Zahnerhaltung und Parodontologie in München hat den Kongress besucht und ordnet ihn für Sie ein.

 

Marc Auerbacher (München) präsentierte in Chicago das Poster "Implementation of facial-oral tract therapy (FOTT) into the dental treatment of patients with acquired brain injuries (ABI)". Kaschke

Dr. med. dent. Katharina Bücher (München) präsentierte das Poster "Two cases of excessive tooth destruction in children with Congenital Central Hypoventilation Syndrome (CCHS)". Kaschke

Über 700 Teilnehmer aus mehr als 34 Ländern trafen sich in diesem Jahr in Chicago. „Internationale Perspektiven zur Behandlung von Menschen mit besonderen Bedürfnissen einfangen“ lautete übersetzt das Motto der Tagung.

Zu Kongressbeginn stellten Redner aus von fünf Kontinenten die unterschiedlichen Perspektiven und Strategien dar, die es global zur Behandlung von Menschen mit Grunderkrankungen und Behinderungen gibt.

Insgesamt, so wurde deutlich, hängt weltweit der Versorgungsgrad vom sozioökonomischen Status der einzelnen Länder ab. Besonders eindrucksvoll wurde dies in dem ausführlichen Bericht über „Ozeanien“ dargestellt. Sara Lovie berichtete, dass industrialisierte Ländern wie Australien oder Neuseeland eine gute Versorgung gegenüber ärmeren Regionen wie Papua Neuguinea aufweisen.

Es wurde auch deutlich, dass global repräsentative Zahlen zur Versorgung dieser besonderen Patientengruppe entweder fehlen oder in nationalen Erhebungen nicht berücksichtigt werden.

Weitere Schwerpunkte des diesjährigen Kongresses waren die Themen Ausbildung, anästhesiologische Interventionen, Verhaltensführung, Alterszahnmedizin und Mundgesundheit.

Frau Dr. Imke Kaschke, Berlin, stellte hierzu eine Interventionsstudie zum Thema Mundgesundheit bei Erwachsenen Patienten mit Behinderungen vor. Darin wurde deutlich, dass eine Mundgesundheitserziehung auch langfristig zu einer verbesserten manuellen Mundhygiene sowie einer häufigeren Anwendung von Fluoriden führen kann.

Weitere Vorträge widmeten sich Themen wie Gerinnungsstörungen, krankenhausbasierter Zahnmedizin, Tumorerkrankungen und orofazialen Erkrankungen.

Im Rahmen des Symposiums zur Mundgesundheit bei Menschen mit psychischen Erkrankungen stellte Frau Prof. Dr. Roswitha Heinrich-Weltzien, Universitätsklinikum Jena, ihre Ergebnisse zum Thema Mundgesundheit und Lebensqualität bei erkrankten Kindern und Jugendlichen vor. Besonders interessant war zu hören, dass diese Kinder- und Jugendlichen zwar einen signifikant höheren Karies- und Gingivitisbefall als gleichaltrige Gesunde aufwiesen, dass sich bei ihnen aber subjektiv kein nachweisbar negativer Einfluss auf ihre Lebensqualität zeigte. Dieser Effekt, so Frau Prof. Heinrich-Weltzien, ist wahrscheinlich auf eine Kompensation durch die zugrunde liegende Erkrankung zurück zu führen.

Highlight der Tagung war das Symposium zum Thema „Zahnentwicklungsstörungen“, finanziert durch das National Institute of Health (NIH). Hier waren elf Referenten zu hören, zu Themen von der Entwicklungsbiologie (Irma Thesleff, Finnland) bis zur Genetik (Michal J. Kern, USA).

Besondere Berücksichtigung fand das Thema 'Ektodermale Dysplasie' (Hilde Norgarden, Norwegen; Mary Fete, USA; Thomas Oates, USA; Birgitta Bergendal, Schweden; Clark Stenford, USA), das zahnmedizinisch durch das Vorliegen von Zahnabberationen in Zahl (Oligodontie) und Form (Mikrodontie) eine besonders große Bedeutung hat. 

Ebenso wurde auch auf besondere Syndrome mit Zahnüberzahl eingegangen (Timothy Wright, USA).

Über 130 Poster, darunter erstmalig 19 digitale Posterwände, gaben einen internationalen Überblick über Therapiekonzepte und Falldarstellungen weltweit. Hierbei waren auch Dr. Katharina Bücher und Marc Auerbacher vertreten (beide LMU München), mit einer Falldarstellung bei Kindern mit Undinesyndrom sowie einem Beitrag zum Thema Behandlungsstrategie bei Patienten mit orofazialer Überempfindlichkeit von Menschen mit erworbenen neurologischen Erkrankungen.

Frau Dr. Imke Kaschke stellte im Rahmen der Posterpräsentation eine speziell für Menschen mit geistiger Behinderung entwickelte und in einfacher Sprache verfasste Anleitung zur Mundhygiene vor, die insbesondere auch bei der Durchführung des „Special Smiles“-Angebotes für die Athleten der „Special Olympics“ zur Verfügung gestellt wird.


Präsentierte Poster der deutschen Delegation:

  1. ZA Marc Auerbacher, München: Implementation of facial-oral tract therapy (FOTT) into the dental treatment of patients with acquired brain injuries (ABI)
  2. Dr. med. dent. Katharina Bücher, München: Two cases of excessive tooth destruction in children with Congenital Central Hypoventilation Syndrome (CCHS)

Präsentierte Vorträge der deutschen Delegation:

  1. Prof. Dr. med. habil. Roswitha Heinrich-Weltzien, Jena
    Oral Health and Oral Health-Related Quality-of-Life Among 6-17 Year Old Psychiatric Patients
    This short Talk will analyze oral health and oral health-related puality-of-life (OHRQoL) in child- and alolescent-patients hospitalized with psychiatric disorders.
  2. Dr. med. dent. Imke Kaschke, Berlin
    Results of a Follow Up Study of an Oral Jealth Program for Adults with Disabilities in Care Homes in Berlin, Data will be presented demonstrating the sustainable improvement in the oral health care program introduced in Berlin care homes. Significant improvements in the duration of tooth brushing and the weekly application of concentrated fluoride among others will be discussed.

Die im zweijährigen Turnus stattfindende 23. Internationale Tagung der iADH wurde vom 14.-17.4. 2016 durch die Amerikanische Gesellschaft für Menschen mit besonderem medizinischen Unterstützungs- und Behandlungsbedarf (SCDA) in Chicago ausgerichtet.

Die 24. iADH-Tagung wird 2018 in Istanbul statt finden.



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