Zahnmedizin

Das kann Funktionstherapie

Zum Praktikerforum diskutierten Zahnärzte, Zahntechniker, Physiotherapeuten und Ärzte CMD-Fälle und CAD/CAM-Lösungen sowie neue und praktisch relevante Entwicklungen in der Funktionstherapie.

Auf dem Praktikerforum erarbeiteten sich Zahnärzte, Zahntechniker, Physiotherapeuten und Ärzte einen Einblick in und einen Überblick über die Grenzen und Möglichkeiten der Funktionstherapie. C.Steinbock

Der Verein Continuum Zahnmedizin Alma Mater Greifswald e.V. und die Abteilung für Digitale Zahnmedizin - Okklusions- und Kaufunktionstherapie der Universitätsmedizin Greifswald riefen - 50 Spezialisten aus Deutschland und Österreich kamen. 

Das Forum bot funktionsinteressierten sowie spezialisierten Experten die Möglichkeit, sich auszutauschen und voneinander zu lernen. Fallpräsentationen von CMD-Fällen und kurze Vorträge über CAD/CAM-Lösungen sowie Vorstellungen von neuen, praktisch relevanten Entwicklungen in der Prothetik und der Funktionstherapie. Aber auch andere Methoden, Instrumente und Denkweisen wurden diskutiert.


Die Vorträge im Überblick

Zahnarzt Frank Bias M.Sc. aus Berlin stellte den komplexen Behandlungsfall einer aktivierten Arthrose vor. Bei einer Patientin mit tiefem Biss, invertierter Front und diversen Kreuzbissen bestand eine einseitige anteriore Diskusverlagerung ohne Reposition mit einer aktivierten Arthrose. Der Fall konnte letztlich mit einer Überführung der Schienenposition in eine prothetische Versorgung erfolgreich abgeschlossen werden.

Dr. Birgit Krause M.Sc. aus Hamburg berichtete über Erfahrungen mit chairsidegefertigten Vollkeramikbrücken im Seitenzahnbereich, hergestellt entweder als monolithische TZI-Brücken (Vollanatomische Herstellung aus transluzentem Zirkonoxid (TZI)) oder als Multilayerbrücken (Gerüst aus Zirkonoxid und Verblendung aus Silikatkeramik). Beide Methoden erweisen sich in der konventionellen Vorgehensweise als praxistauglich. In funktionaler Hinsicht allerdings weisen sie wegen okklusaler Defizite und der Vernachlässigung funktionaler Parameter Defizite auf.

Die Petershagener Dr. drs. Christoph Steinbock M.Sc. und Zahntechnikermeister Ingo Heinzelmann präsentierten einen CMD-Patientenfall mit dorso-kranialen Gelenkkompressionen und lateraler Diskusverlagerung bei chronischen Kopfschmerzen vom Spannungstyp. Die Wiederherstellung physiologischer Kondylenpositionen mittels Befundung einer DVT-Aufnahme, Axiographie und instrumenteller Gelenkraumdiagnostik nach Christiansen als zahnmedizinischer Teil der CSC-Kopfschmerztherapie führte erwartungsgemäß zu einer deutlichen Verbesserung der Kopfschmerzen.

Drei klassische CMD-Fälle zeigte Dr. Matthias Müller M.Sc. aus Berlin in seinem Vortrag. Der erste Fall handelte von einem Patienten mit einer beidseitigen anterioren Diskusverlagerung ohne Reposition über die Funktionstherapie bis zur erfolgreichen prothetischen Umsetzung. Die zweite Fallpräsentation demonstrierte die Wiederherstellung zentrischer Kondylenpositionen mit Hilfe eines MRTs. Die dritte Präsentation schilderte den häufig vorkommenden Fall, dass trotz einer sorgfältigen und erfolgreichen funktionstherapeutischen Behandlung nicht jeder Patient zufrieden zu stellen ist.

Physiotherapeut David M. Gough M.Sc. aus Petershagen sprach über die Grundlagen der CSC-Kopfschmerztherapie und demonstrierte die manuellen Möglichkeiten. Die obere Halswirbelsäule bildet mit den Kiefergelenken und dem vestibulären System eine Funktionseinheit. Entscheidend für die Herausbildung und Unterhaltung primärer Kopfschmerzen sind trigemino-zervikale Konvergenzen.

Bei der Herausbildung und Unterhaltung primärer Kopfschmerzen ist der funktionale Zustand der oberen Zervikalregion von entscheidender Bedeutung, aber auch die Kiefergelenke spielen dabei eine große Rolle. Daher sind primäre Kopfschmerzen wie beispielsweise Migräne und Kopfschmerzen vom Spannungstyp der Manuellen Therapie und der Schienentherapie gut zugänglich.

An zwei Probandinnen mit chronischen Kopfschmerzen aus dem Kreis der Teilnehmer konnte die Wirkungsweise demonstriert werden. Die zentrale Aussage lautete: Primäre Kopfschmerzen können vorhersagbar interdisziplinär, physiotherapeutisch und zahnmedizinisch therapiert werden.

Dr. Sebastian Ruge aus Greifswald referierte über die realdynamische virtuelle Artikulation. Es wurden Möglichkeiten aufgezeigt, wie echte Kieferbewegungen mit digitalen Zahnreihen kombiniert werden können. Dabei entstehen Ansätze, wie die Nutzung digitaler Systeme neue und mehr Informationen liefern können, als es konventionelle, mechanische Systeme (Artikulatoren) können. Dies betrifft Aspekte zur Okklusionsanalyse, aber auch konzeptionelle Ergänzungen für CAD/CAM-gefertigten Zahnersatz. Zur Demonstration wurden wissenschaftliche Prototypentwicklungen vorgestellt, die erst zum Teil in Produkten auf dem Markt verfügbar sind.

Dr. Michael Pampel (Coburg) und Zahntechnikermeister Thomas Walther (Bad Lauchstädt) führten die Teilnehmer wieder zurück in die reale Welt mit ihrer Falldarstellung einer implantat-prothetischen Versorgung eines funktionsgestörten Patienten mit neuro-muskulärer Zentrikmessung und individueller Oberkiefer-Registrierung.

Sie gaben eine ausführliche technikorientierte Darstellung ihrer umfassenden Vorgehensweise: Über die umfangreichen Vorbehandlungsmaßnahmen, die Axiografie zur Ermittlung der therapeutischen neuro-muskulären Zentrik und der Parameter zur individuellen Artikulatorprogrammierung, der Ermittlung der individuellen Oberkieferposition mit dem PlaneSystem®, der Einbeziehung des CSP®-Systems zur Aufstellung der Oberkiefer-Zähne, der Wiederherstellung der verlorenen Vertikaldimension mit Hilfe der Shimbashi-Formel und zeigten ein überzeugendes Behandlungsergebnis.

Dr. Gertrud Fabel M.Sc. aus München zeigte in ihrer Präsentation die Bißlageänderung bei einer Jugendlichen mit Hypodontie und unvollständiger kieferorthopädischer Behandlung durch CEREC 3D. Beschrieben wurde die Chairsideversorgung zweier restierender Milchzähne mit Tabletops und einer Brücke 14-16 aus PMMA als Langzeitprovisorium. Trotz unzureichender Compliance führte diese relativ kostengünstige Versorgung zu einer funktionellen Besserung der Gesamtsituation.


Das Praktikerforum fand Anfang Februar 2016 in der Berliner Charité statt. 





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