Der besondere Fall

Gehirnabszess nach PAR-Therapie

Bei einer Patientin stellte man einen krampfauslösenden Gehirnabszess in Zusammenhang mit mehreren parodontalen Therapiesitzungen fest. In der Drainage wurde ein Befall mit Fusobacterium nucleatum gefunden.

Abb. 1: MRT vom 19. Juli 2012, T1, saggital (links) und axial (rechts) mit Kontrastverstärker. Intrakraniale raumfordernde Läsion in den Ausmaßen 17×15×25 mm der rechten parietalen paramedianen trigonalen Region mit deutlicher Kontrastmittelaufnahme. SSO

Abb. 2: MRT vom 6. September 2012, T1, saggital (links) und axial (rechts) mit Kontrastverstärker. Verkleinerte intrakraniale Läsion nach stereotaktischer Biopsie, Entleerung der Flüssigkeitsansammlung und entsprechender antibiotischer Therapie. Zudem Zeichen eines verkleinerten umgebenden Ödems. SSO
Abb. 3: Orthopantomogramm vom 10. August 2012 SSO
Abb. 4: Parodontalstatus (dargestellt mittels Parostatus.de, Berlin, Deutschland) vom 10. August 2012 SSO

Zusammenfassung

Hintergrund: Die nicht-chirurgische Parodon­titistherapie geht zumeist mit einer Bakteriämie einher, und in seltenen Fällen können orale Pathogene mit Abszessen des Gehirns assoziiert werden.

Fallbeschreibung: Bei einer Patientin wurde ein krampfauslösender Gehirnabszess in zeitlichem Zusammenhang mit mehreren parodontalen Therapiesitzungen festgestellt. In der Drainage des Abszesses konnte ein Befall mit Fusobacterium nucleatum gefunden werden. Eine orale Untersuchung der Frau zeigte eine schwere generalisierte chronische Parodontitis bei einem ansonsten gesunden Allgemeinzustand. Nach neurochirurgischer und intravenöser antibioti­scher Therapie konnte die Gesundheit der Patien­tin wiederhergestellt werden.

Klinische Implikationen: Dieser Fallbericht impli­ziert, dass auch allgemeinmedizinisch gesunde Patienten durch eine Bakteriämie verursachende Parodontitistherapie einen Gehirnabszess ent­wickeln können.

Einleitung

Gehirnabszesse stellen eine schwere und lebensbedrohliche Situation dar und haben eine Inzidenz von 0,3 bis 1,3 pro 100.000 Personen pro Jahr (Kastenbauer et al. 2004). Die Ursa­che liegt dabei in 20 bis 30 Prozent der Fälle in hämatogen translozier­ten Bakterien, wovon die meisten wiederum otogenen oder oralen Ursprungs sind (Carpenter et al. 2007, Müller et al. 2009). Wie häufig orale Bakteriämien vorkommen, wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Ein systematisches Review konnte eine signifikante Korrelation von gingivaler Entzündung und dem Auftreten einer Bakteriämie nach Zähneputzen fest­stellen, allerdings keine Korrelation zu Interdentalraumhygiene und alleinigem Kauen (Tomás et al. 2012).

In diesem Zusam­menhang scheint das Auftreten einer Bakteriämie nach Kauen und Zähneputzen vom Vorhandensein einer Parodontitis ver­stärkt zu werden (Forner et al. 2006). In Bezug auf die Parodontaltherapie konnten Horliana et al. (2014) zeigen, dass es durch Scaling und Wurzelglätten in circa 50 Prozent der Fälle zu Bakteriämien kommt. Zusammenfassend lässt sich sagen, dass orale Bakteriämien im Zusammenhang mit parodontalen Therapien häufig vorkommen und eine mögliche Ursache für Gehirnabszesse sein können. Ziel des Beitrags ist , diesen Zusammenhang anhand eines Fallberichts darzustellen.

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