Gemeinsamer Bundesausschuss

Innovationsausschuss fördert Zahnmedizin-Projekt aus Greifswald

Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) hat eine Liste der Projekte veröffentlicht, die künftig Fördergelder aus dem Innovationsfonds erhalten. Unter den 59 Projekten zur Versorgungsforschung ist auch ein zahnmedizinisches Vorhaben der Universitätsmedizin Greifwald.

In dem geförderten Projekt werden Daten zu Zahn- und Attachmentverlust und Karies verglichen und ausgewertet, welchen Einfluss eine kieferorthopädische Behandlung im Sinne einer Prophylaxe hat. AdobeStock_jordi2r

Untersuchen wollen Prof. Dr. Karl-Friedrich Krey und seine Mitarbeiter*innen die kurz- und langzeitigen Effekte von Gebissanomalien und kieferorthopädischen Behandlungen auf die Mundgesundheit und Kaufunktion sowie die mundgesundheitsbezogene Lebensqualität.

Über einen Zeitraum von 20 Jahren werden Daten zu Zahn- und Attachmentverlust und Karies ausgewertet und verglichen, welchen Einfluss eine kieferorthopädische Behandlung im Sinne einer Prophylaxe hat. Das methodische Vorgehen umfasst die Erhebung bei Kindern und Jugendlichen, wobei Gebissbefunde von unbehandelten und behandelten Probanden aufgenommen werden.


Bisher geförderte zahnmedizinische Projekte

Dent@Prevent – Implementierung von Routinedaten & PROMS in die evidenz-informierte intersektorale (zahn-)medizinische Versorgung

Dent@Prevent will die Zusammenarbeit zwischen dem ärztlichen Personal inner- und außerhalb der Zahnmedizin verbessern. Ziel ist es, dass Ärzte und Patienten gleichermaßen informiert sind und so gemeinsam entscheiden können, wie weiter behandelt wird, heißt es im Projektantrag. Zunächst soll untersucht werden, wie und warum zahnmedizinische und chronisch-systemische Erkrankungen zusammenhängen. Dafür werden wissenschaftliche Artikel systematisch ausgewertet und anonymisierte Daten von gesetzlichen Krankenversicherungen (GKV) analysiert.

Gleichzeitig soll eine Smartphone-App entwickelt werden, mit deren Hilfe die Behandlungsentscheidung stärker auf den einzelnen Patienten ausgerichtet werden kann: mit der App können Patienten beispielsweise individuell Auskunft zu ihrem Befinden hinsichtlich ihrer Mundgesundheit und zu ihrem allgemeinen Gesundheitszustand geben. Das Ziel: Diese Selbstauskünfte fließen gemeinsam mit den Ergebnissen der Literaturrecherche und der Analyse der Krankenkassendaten in die Entwicklung eines digitalen Tools zur Entscheidungsunterstützung ein.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 850.000 Euro gefördert.

Mehr Informationen finden Sie auf der Website des Projekts.

MundZaRR – Mundgesundheitsverbesserung durch zahnärztlich delegierte, pflegebegleitende Remotivation und Reinstruktion

Für alte Menschen, Menschen mit Pflegebedarf und Menschen mit Beeinträchtigungen ist die zahnmedizinische Versorgung besonders anspruchsvoll. Die präventive Zahn-, Mund- und Kieferheilkunde hat eine hohe Bedeutung. Das AuB-Konzept der BZÄK und KZBV beinhaltet eine formblattbasierte Unterweisung der Pflegekräfte, die in die Maßnahmen der Mundhygiene eingebunden sind. Diese scheint jedoch nicht zu dem gewünschten Erfolg zu führen, heißt es in dem Projektantrag.

Ziel des Projektes ist es, das AuB‑Konzept an die Anforderungen in stationären Pflegeeinrichtungen anzupassen. Langfristig soll dadurch die Mundgesundheit und damit auch die Lebensqualität der Bewohner in der stationären Seniorenpflege verbessert sowie zahnassoziierte Notfälle und Begleiterkrankungen reduziert werden. Auf Basis einer Machbarkeitsstudie werden die einzelnen Maßnahmen entwickelt. Die Wirksamkeit wird durch eine klinische Studie in 18 Einrichtungen in Rheinland-Pfalz mit mehr als 600 Bewohnern des Pflegegrades drei bis fünf überprüft.

Das Projekt wird für drei Jahre mit insgesamt ca. 1,35 Millionen Euro gefördert.

IpKiSuN – Unterstützende Intensivprophylaxe für Kinder mit zahnärztlicher Sanierung unter Narkose

ECC kann meist nur mit hohen Kosten unter Narkose behandelt werden. Dabei werden die eigentlichen Ursachen der erhöhten Kariesaktivität werden kaum adressiert, heißt es im Projektantrag. Ziel von IpKiSuN ist es, die Mundgesundheit der betroffenen Kinder mittels schon bestehender Vorbeugungsleistungen nachhaltig zu verbessern. Dafür werden für Kinder von zwei bis fünf Jahren und deren Eltern zwei zusätzliche Intensivprophylaxesitzungen angeboten: Eine vor der Narkose und eine weitere beim Nachsorgetermin.

Neu daran ist, dass die Sitzungen auf die Hochrisikogruppe für Karies zugeschnitten sind. 18 Monate nach der zweiten Intensivprophylaxesitzung erfolgt die Erfolgskontrolle. Anhaltspunkt ist die Anzahl von Kariesfällen in der neuen Versorgungsform verglichen mit der Regelversorgung. Gleichzeitig wird berechnet, ob sich die Maßnahmen auch in geringeren Behandlungskosten niederschlagen.

Das Projekt wird für 34 Monate mit insgesamt 306.500 Euro gefördert.

Am Projekt beteiligt sind die AOK Nordost sowie die Kassenzahnärztlichen Vereinigungen Mecklenburg-Vorpommern, Rheinland-Pfalz, Berlin und Westfalen-Lippe.


  • Prof. Dr. Karl-Friedrich Krey ist der geschäftsführende Direktor des Zentrums für Zahn-, Mund- und Kieferkrankheiten und Direktor der Poliklinik für Kieferorthopädie der Universität Greifswald.
  • Der Innovationsausschuss des G-BA fördert Versorgungsforschungsprojekte, die auf einen Erkenntnisgewinn zur Verbesserung der bestehenden Versorgung in der gesetzlichen Krankenversicherung ausgerichtet sind
  • Der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) ist das oberste Beschlussgremium der gemeinsamen Selbstverwaltung der Ärztinnen und Ärzte, Zahnärztinnen und Zahnärzte, Psychotherapeutinnen und Psychotherapeuten, Krankenhäuser und Krankenkassen in Deutschland.

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