Zahnmedizin

S3-Leitlinie Periimplantitis auf welthöchstem Niveau

Die jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) publizierte S3-Leitlinie zur Therapie periimplantärer Infektionen ist weltweit die erste Leitlinie zu dem Thema auf diesem Qualitätsniveau.

Die weltweit erste S3-Leitline zur Therapie periimplantärer Infektionen an Zahnimplantaten wurde jetzt von der DGI publiziert. zm/Schwarz/DGI/DGZMK

Die Leitlinie beschreibt jenen Therapiekorridor, in dem sich Zahnärzte bei der Behandlung von Patienten mit periimplantärer Mukositis oder Periimplantitis sicher bewegen können. Die beteiligten Autoren haben die klinische Wirksamkeit adjuvanter oder alternativer Maßnahmen im Vergleich zu konventionellen nichtchirurgischen und chirurgischen Therapieverfahren bewertet.

„Das Ziel der Leitlinie ist , Kolleginnen und Kollegen eine Entscheidungshilfe zur Therapie periimplantärer Infektionen zu bieten“, sagt DGI-Präsident Prof. Dr. Frank Schwarz, Düsseldorf, der zusammen mit Prof. Dr. Jürgen Becker und elf Co-Autoren die Leitlinie erstellt hat.

Den ausführlichen Beitrag aus den zm 17/2016 finden Sie hier.


Empfehlungen aus der Leitlinie

  • Bei einer periimplantären Mukositis soll eine regelmäßige professionelle, mechanische Plaque-Entfernung erfolgen.
  • Eine Optimierung der häuslichen Mundhygiene durch den Patienten kann den Therapieerfolg positiv beeinflussen.
  • Durch alternative oder adjuvante Maßnahmen kann die klinische Effektivität einer nichtchirurgischen Therapie der periimplantären Mukositis im Vergleich zu einem manuellen Debridement nicht signifikant verbessert werden.

Quelle: DGI

  • Alternative oder adjuvante Maßnahmen zu einem manuellen Debridement sollten für die nichtchirurgischen Therapie der Periimplantitis eingesetzt werden. Evidenz liegt für die alternative Monotherapie mittels Er:YAG-Laser und Glycingestützten Air- Polishings sowie für den adjuvanten Einsatz lokaler Antibiotika mit kontrollierter Freisetzung (einmalige Anwendung von Doxycyclin), CHX-Chips und antimikrobieller photodynamischer Therapie vor.
  • Der Behandlungserfolg und die Stabilität der erzielten klinischen Ergebnisse (> sechs Monate) sollten aber insbesondere bei initial tiefen Taschen von >7 mm als prognostisch ungünstig eingestuft werden.
  • Wenn das Behandlungsziel durch eine nichtchirurgische Therapie nicht erreicht werden kann, sollten insbesondere fortgeschrittene Läsionen frühzeitig einer chirurgischen Therapie zugeführt werden.

Quelle: DGI

  • Welches chirurgische Protokoll zu bevorzugen ist, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt aus der Literatur nicht ableiten.
  • Bei einer chirurgischen Therapie soll zunächst das Granulationsgewebe vollständig entfernt werden.
  • Die Dekontamination exponierter Implantatoberflächen ist wichtig. Zum gegenwärtigen Zeitpunkt kann nicht beurteilt werden, ob eine spezifische Reinigungsmethode anderen überlegen ist. Häufig wurden jedoch mechanische (zur Reduktion des Biofilms) und chemische (zur Reduktion und Inaktivierung des Biofilms) Verfahren kombiniert.
  • Zum jetzigen Zeitpunkt kann der zusätzliche Nutzen einer peri- und/ oder postoperativen Antibiotikagabe nicht bewertet werden. Eine unterstützende one-shot-Gabe bei der chirurgischen Therapie der Periimplantitis kann erfolgen.
  • Nach Dekontamination können augmentative Verfahren zu einer radiologisch nachweisbaren Auffüllung intraossarer Defektkomponenten führen.
  • Alle chirurgischen Therapieansätzen bergen grundsätzlich ein hohes Risiko für die postoperative Entstehung mukosaler Rezessionen.
  • Zur Stabilisierung der periimplantären Mukosa kann eine Weichgewebs-augmentation erwogen werden.
  • Eine Explantation sollte bei Implantatlockerung, nicht behebbaren technischen Komplikationen, komplexen Implantatdesigns (wie Hohlzylinder), Therapieresistenz oder Übergreifen der Infektion auf anatomische Nachbarstrukturen erfolgen.

Quelle: DGI



In den zm 2016 veröffentlichte Leitlinien

Drei wissenschaftliche Fachgesellschaften aus der Zahnmedizin haben die S1-Handlungsempfehlung "Kompositrestaurationen im Seitenzahnbereich" herausgegeben.

Hier geht's zum Artikel

Bei der zahnärztlichen Behandlung von Crystal Meth-Abhängigen sollten spezifische Besonderheiten berücksichtigt werden. Die weltweit erste S3-Leitlinie soll auch Zahnärzten Handlungssicherheit geben.

Hier geht's zum Artikel

Diabetes mellitus galt lange Zeit als relative Kontraindikation für eine Implantatinsertion, in den vergangenen Jahren wurden jedoch mehrere Studien publiziert, die diese Kontraindikation infrage stellen.

Hier geht's zum Artikel

Erstmals wurde federführend durch die DGI und die DGZMK eine S3-Leitlinie zur kaufunktionellen Rehabilitation bei Zahnunterzahl beziehungsweise Zahnverlust bei Patienten unter Antiresorptivatherapie (Bisphosphonate, Denosumab) entwickelt.

Hier geht's zum Artikel

Patienten mit einer Lippen-Kiefer-Gaumenspalte oder nach Tumoroperationen leiden mitunter an komplexen Formstörungen. Liegen diese im Nasen-Bereich, gibt eine neue Leitlinie Orientierung für Behandler.

Hier geht's zum Artikel

Die erste S2k-Leitlinie zur Diagnostik und Therapie des Down-Syndroms (Trisomie 21) im Kindes- und Jugendalter ist da. Sie enthält zahlreiche Handlungsempfehlungen für Vorsorge, Diagnostik, Therapie und Entwicklungsförderung - auch für Zahnmediziner.

Hier geht's zum Artikel

Die jetzt von der Deutschen Gesellschaft für Implantologie (DGI) publizierte S3-Leitlinie zur Therapie periimplantärer Infektionen ist weltweit die erste Leitlinie zu dem Thema auf diesem Qualitätsniveau.

Hier geht's zum Artikel

Die Versorgung von Kindern mit verschluckten und eingeatmeten Fremdkörpern ist Gegenstand einer neu erschienenen Leitlinie, an der die Deutsche Gesellschaft für Kinderchirurgie (DGKCH) mitgearbeitet hat.

Hier geht's zum Artikel




16934931690193169016716901681693494 1693495 1690169
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare