Zahnmedizin

SHIP-Studie jetzt auch in Polen

Die Universitätsmedizin Greifswald führt seit 17 Jahren eine Gesundheitsstudie SHIP (Study of Health in Pomerania) durch, in der Erwachsene medizinisch und zahnmedizinisch untersucht werden - nun auch in Polen.

Ziel der SHIP-Studie ist, den Zusammenhang zwischen Risikofaktoren und Krankheiten besser zu verstehen. Die gewonnen Daten sollen den Gesundheitszustand aufzeigen und dabei helfen, den künftigen medizinischen und zahnmedizinischen Versorgungsbedarf in der Bevölkerung abzuschätzen. Die erste SHIP-Studie läuft seit 1997 und wurde vor allem vom Bundesministerium für Bildung und Forschung und dem Land Mecklenburg-Vorpommern gefördert. Die Teilnehmer werden in regelmäßigen Abständen untersucht. So lief zwischen 2002 und 2006 die erste Nachbeobachtung - fünf Jahre nach dem Start. Zwischen 2008 und 2012, also elf Jahre nach dem Start, wurden die Probanden erneut, also ein drittes Mal, untersucht. Im gleichen Zeitraum wurde eine zweite Kohorte, SHIP-Trend, etabliert. 

Wie gesund sind die polnischen Nachbarn?

In Kürze startet die Studie Białystok PLUS (Polish Longitudinal University Study). Der polnische Ableger der Vorpommern-Studie wird von Prof. Karol Kamiński koordiniert, dem dafür ein Team aus rund 60 Wissenschaftlern von der Medizinischen Universität Białystok zur Verfügung steht.

Zur Studie Białystok PLUS werden 10.000 zufällig ausgewählte Teilnehmer eingeladen, wobei die rund 5.000 tatsächlichen Teilnehmer nach vier Jahren ein zweites Mal untersucht werden. Hauptsächlich sollen Bewohner von Białystok, der Hauptstadt der polnischen Woiwodschaft Podlachien im äußersten Nordosten Polens mit rund 300.000 Menschen, einbezogen werden.

Die polnischen Zahnmediziner kamen jetzt nach Greifswald, um sich an der Uni in die konkreten zahnmedizinischen Untersuchungen einweisen zu lassen. Der Studienbeginn ist für 2016/2017 geplant.

Das ist die SHIP-Studie genau

Die Gesundheitsstudie SHIP (Study of Health in Pomerania) ist nicht wie andere große epidemiologische Studien nur auf bestimmte Krankheiten fokussiert, sondern untersucht den Menschen und seine Gesundheit in seiner ganzen Vielschichtigkeit. Darum werden bei der SHIP-Studie nicht nur Blut, Urin und Speichelproben genommen und für spätere Untersuchungen archiviert. Es werden auch die Lebensumstände und das psychische Befinden in entsprechenden Fragebögen und Interviews ermittelt und umfangreiche medizinische Daten gesammelt.

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