Zahnmedizin

Verantwortung delegieren - Stress minimieren

„Was die Arbeit leichter macht ...“ lautete die Überschrift der diesjährigen Herbstkonferenz in Baden-Baden. Die Antworten wurden vielseitig diskutiert: Übergabe von Verantwortung, Bewältigung von Stress und Optimierung des Team-Meetings.

Direktübertragung von der Akademie ins Kongresszentrum: Dr. Andreas Bartols präsentierte die Organisation des endodontischen Eingriffs live aus dem Eingriffsraum in Karlsruhe. Die Zuschauer konnten alle Schritte unmittelbar miterleben - die Vorbereitung des Arbeitsplatzes, die Ordnung des Instrumentariums und eine reale Wurzelfüllung, die auf die Minute genau vor aller Augen fertiggestellt wurde. za-karlsruhe

Das Kongresshaus Baden-Baden diente als Veranstaltungsort für die diesjährige Herbstkonferenz am 23. September. za-karlsruhe
"Was die Arbeit leichter macht...ist die perfekte Vorbereitung, das Miteinander bei allen Arbeitsschritten und natürlich auch die Freude am Beruf", erläuterte Prof. Dr. Winfried Walther in seiner Begrüßungsrede. Ziel der Herbsttagung sei daher, sich mit der Frage zu beschäftigen, wie die Arbeit in der Praxis am besten verteilt und durchdacht organisiert werden kann. Schlüsselthemen waren Team-Besprechung und Stressbewältigung. za-karlsruhe
Coach Axel Thüne sprach in seinem Vortrag über die Delegation im Team. Er machte klar, dass gemeinsame Ziele bestehen müssen, wenn Delegation gelingen soll. Die Übergabe von Verantwortung werde scheitern, wenn die Betroffenen in Alarmstellung verfallen, sobald neue Aufgaben in den Raum gestellt werden. Häufig brauche es eine gewisse Vorbereitungszeit und ausreichend Geduld, um die Verantwortung im Team neu zu organisieren. za-karlsruhe
Das Netzwerk „Integrated Dentistry“ setzt sich zusammen aus Absolventen des Masterstudienganges gleichen Namens. In diesem Jahr berichteten drei Kolleginnen und Kollegen unter der Leitung von Dr. Jörg Augenstein über ihre Konzepte für die optimale Zusammenarbeit am Patienten. Auch die Mitarbeiterinnen kamen zu Wort und dokumentierten ihren Part bei der Behandlung. Die Füllungstherapie, die Extraktion und die Abdrucknahme für eine prothetische Konstruktion wurden im Detail dargestellt. za-karlsruhe
Stressbewältigung und Belastungsmanagement war bis Thema von Dr. Thorsten Leber aus Tübingen. Er stellte dar, wie Spitzensportler mit Belastungen umgehen und fand viele Analogien zum Praxisalltag. Das Wissen um die eigenen Ressourcen kann sowohl dem Sportler wie auch dem Berufstätigen helfen, kritische Situationen zu überwinden. za-karlsruhe
Albrecht Kresse sprach über das Team-Meeting und wie man die dort verhandelten Inhalte besser im Bewusstsein der Teilnehmer verankern könne. Das Team-Meeting gewinnt, wenn Ergebnisse visualisiert werden. Deswegen erhielt jeder Teilnehmer einen Zeichenblock und 2 Stifte, um in dieser Hinsicht auch praktisches Training zu erfahren. Welche Wirkung eine gute Visualisierung hervorruft konnten die Teilnehmer gleich am praktischen Beispiel der Zusammenfassung aller Vorträge erfahren. Der Referent hatte während des Tages „mitvisualisiert“. Jeder Beitrag fand sich auf einem Zeichenbogen wieder, komprimiert auf die wesentlichen Inhalte. za-karlsruhe

Gemeinsam veranstaltet von der Akademie für zahnärztliche Fortbildung und der Bezirkszahnärztekammer Karlsruhe, beschäftigte sich die diesjährige Herbstkonferenz in Baden-Baden mit dem zahnärztlichen Eingriff selbst, mit seiner Vorbereitung und mit dem perfekten Zusammenspiel aller Beteiligten. Thema war dabei auch die Zusammenarbeit in der Zahnarztpraxis: die Übergabe von Verantwortung, die Bewältigung von Stress und die Optimierung des Teammeetings.

Außerdem wurden in diesem Jahr zwei herausragende wissenschaftliche Leistungen vorgestellt, eine klinische Studie zur Einführung des Reciproc- Systems in die zahnärztliche Praxis von Andreas Bartols und eine Untersuchung über die Wirksamkeit postgradualer Weiterbildung.

Simone Ulbricht beschäftigte sich mit drei Masterstudiengängen und einer zahnmedizinischen Weiterbildung. Im Rahmen ihrer Studie interviewte sie sowohl die Verantwortlichen für das jeweilige Programm wie auch die Lernenden. In ihrem Ergebnis dokumentiert sie, dass die Effekte einer Weiterbildung weit über das Erlernen von Sachinformationen hinausgehen. Die Beteiligten stellen fest, dass sie sich persönlich weiterentwickeln und durch ihr Lernen ein gesellschaftlicher Nutzen entsteht.

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