Verschleiß-Analyse

Verschleißmessung mit digital-intraoraler Abformung

Ist die klinische Verschleiß-Analyse mithilfe digitaler Intraoral-Abformung machbar? Das mit dem Forschungspreis Vollkeramik der AG Keramik ausgezeichnete Autorenteam um Prof. Dr. Sven Reich untersuchte zwei Parameter.

Überlagerung von zwei intraoralen digitalen Abformungen, die zu unterschiedlichen Zeitpunkten erfasst wurden. Die morphologischen Unterschiede auf den Kauflächen sind farbkodiert. Die dunkelblauen Areale zeigen die Bereiche mit einem erhöhten vertikalen Substanzverlust. Reich et al.

Die Gewinner nahmen von r Dr. Bernd Reiss (rechts), 1. Vorsitzender der AG Keramik, den Forschungspreis für ihre Teams entgegen: PD Dr. Jan-Frederik Güth, München (links), Zahnarzt Florian Peters, Aachen. AG Keramik

Die  Arbeitsgemeinschaft für Keramik in der Zahnheilkunde (AG Keramik) zeichnete 2016 für den „Forschungspreis Vollkeramik“  gleich zwei Autorenteams mit dem 1. Preis aus:

PD Dr. Jan-Frederik Güth, Prof. Dr. Daniel Edelhoff, Dr. Kurt Erdelt von der Poliklinik für Zahnärztliche Prothetik der Universität München für ihre Studie „Verschleißverhalten von monolithischen Restaurationen aus einem experimentiellen CAD/CAM-Komposit und Lithiumdisilikat-Keramik“

und Prof. Dr. Sven Reich, Florian Peters und Oliver Hartkamp von der Uniklinik RWTH Aachen sowie Prof. Dr.-Ing. Ulrich Lohbauer, Zahnklinik 1 der Uni Erlangen-Nürnberg, für ihre Arbeit "24-Monate Antagonisten-Verschleiß durch monolitische Zirkonoxid-Seitenzahnkronen, ausgewertet auf Basis der digitalen, intraoralen Abformung",  die wir hier vorstellen.

 

In der klassischen Verschleiß-Untersuchung müssen mittels konventioneller Abformmethoden hergestellte Modelle digitalisiert werden, um die zu unterschiedlichen Zeitpunkten gewonnenen Daten virtuell zu überlagern und auf Höhenunterschiede zu untersuchen.

Die direkte Oberflächendigitalisierung im Patientenmund kann den Verfahrensweg erheblich vereinfachen und beschleunigen und wäre nicht nur für Wissenschaftler von Bedeutung: Das Erkennen von Substanzverlusten ist auch für den Patienten hilfreich. Die Verschleiß-Analyse ist eine künftige Option für die Therapiefindung.

Daher wurde im ersten Teil der Arbeit von Reich et al. an einem Phantom-Zahn an zwei Arealen mehrmals Substanz abgetragen, um Verschleiß-Areale zu simulieren. Die Kauflächen wurden jeweils mit einem Intraoralscanner als auch mittels berührungsloser Profilometrie, eines der genauesten Verfahren zur Modelldigitalisierung und indirekten Verschleiß-Analyse, erfasst.

 Um den jeweiligen Höhenverlust zu ermitteln, verwendeten die Autoren beide Digitalisierungsmethoden, indem sie die Daten in spezielle Analyseprogramme importierten. Die auf Basis beider Verfahren ermittelten Werte unterschieden sich bis auf einen Ausreißer maximal um 12,6 Prozent. Dies entsprach einem metrischen Wert von maximal 15 µm.

Im zweiten Teil der Studie erfolgte die in-vivo Untersuchung mit dem Ziel, den Antagonistenverschleiß durch monolithische, das heißt voll anatomische Zirkonoxid-Einzelzahnkronen (ZrO2), über den Zeitraum von zwei Jahren zu ermitteln.

Als Versorgungen wurden 13 ZrO2-Kronen (Lava Plus, 3M) - auf der Okklusalfläche ausschließlich poliert - bei neun Patienten eingegliedert. Patienten mit Parafunktionen wurden bei Beschwerdefreiheit explizit nicht ausgeschlossen. Mittels Intraoralscanner (Lava C.O.S., 3M) wurden die Kronen, Antagonisten und Nachbarzähne digitalisiert (Baseline).

Die Messungen wurden nach zwölf und 24 Monaten wiederholt. Die zwölf und 24-Monatsdatensätze wurden jeweils mit dem entsprechenden Baseline-Datensatz überlagert, die entstandenen Verschleißareale identifiziert und der entsprechende maximale Höhenverschleiß vermessen (Abbildung).

Der maximale mittlere Gesamtverschleiß der 98 auswertbaren Verschleiß-Areale betrug je nach Material 86 bis 107 µm nach zwölf Monaten und 103 bis 124 µm nach 24 Monaten.

Manfred Kern
Fritz-Philippi-Straße 7, 65195 Rheingauviertel

 

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