medico international

Weltweite Gewalt verhindert Hilfseinsätze

"Tief besorgt" zeigt sich die Hilfsorganisation medico international über die weltweite Zunahme von Gewalt und Krieg. Dies verhindere Hilfseinsätze.

medico-Projektkoordinator Till Küster, medico-Geschäftsführer Thomas Gebauer und medico-Pressesprecherin Katja Maurer (v.l.n.r) zm_sg

So begeht die Hilfs- und Menschenrechtsorganisation mit Sitz in Frankfurt am Main in diesem Jahr ihr 50-jähriges Jubiläum. Doch auf der Jahrespressekonferenz von medico international am 18. Mai 2018 in Berlin konnte der Geschäftsführer Thomas Gebauer keine durchgängig gute Bilanz ziehen.

Im Gegenteil: Zwar wachse die Unterstützung durch sogenannte Fördermitgliedschaften, die über einmalige Spenden zu humanitären Katastrophen hinausgehen. Doch gleichzeitig könne man als Hilfsorganisation "dem Ausmaß an Ungleichheit und der daraus erwachsenden Gewalt nicht mehr beikommen." Durch die weltweit zu beobachtenden antidemokratischen Tendenzen, sei die Unterstützung der Organisation bei Hilfseinsätzen zur Sisiphusarbeit geworden, so Gebauer. "Wir kommen oft nur millimeterweise voran".   

Das Sicherheitsrisiko steigt

Gebauer berichtete, dass Hilfseinsätze den emanzipatorischen Charakter von medico international, Hilfe zur Selbsthilfe zu leisten, immer weniger erfüllen können. Reisen in Länder wie Afghanistan, Syrien oder Somalia sind mit einem immer größer werdenden Sicherheitsrisiko verbunden, in Länder wie Pakistan sind sie aufgrund restriktiver NGO-Gesetze nur noch erschwert möglich.  

"Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein"

Teilweise mussten Projekte aufgrund von (Bürger-)Kriegen oder militärischen Auseinandersetzungen auch im Verlauf der immer dramatisch werdenden Situation eingestellt werden. "Die Welt scheint aus den Fugen geraten zu sein", sagte Gebauer in Berlin. Er forderte die Regierung auf, hier eine politische Lösung herbeizuführen, mit humanitärer Unterstützung allein sei es nicht getan.  

Besonders dramatisch zeigt sich für die Hilfsorganisation die Situation im Syrien. Der zuständige medico-Projektkoordinator Till Küster sagte, dass medico viele seiner Hilfsprojekte mit Partnern vor Ort 2018 einstellen musste. Küster verwies darauf, dass an Orten wie Süddamaskus und Erbin, wo medico Schulen in Kellern unterstützte, ein Unterricht nicht mehr möglich war, weil die Keller als Schutzräume für die Bevölkerung dienten, und Krankenhäuser, die unterstützt wurden, ausgebombt worden seien.  

Angesichts der Zerstörung kommen auch Hilfsorganisationen an ihre Grenzen 

Küster: "Auch erleben wir systematische Vertreibungen und groß angelegte Enteignungen von ganzen Bevölkerungsteilen". Angesichts der massiven Zerstörung kommen politische Organisationen wie etwa die Vereinten Nationen genauso an ihre Grenzen wie Hilfsorganisationen, sagte Küster.  

Über medico

Seit 50 Jahren unterstützt medico international in Asien, Afrika und Lateinamerika Menschenrechtsaktivisten, Selbsthilfegruppen und Gesundheitsinitiativen, die auf menschenwürdige Lebensverhältnisse drängen und dabei ein Höchstmaß an Gesundheit anstreben. 1997 wurde die von medico international initiierte Internationale Kampagne zum Verbot von Landminen mit dem Friedensnobelpreis ausgezeichnet. Im Jahr 2017 förderte medico 120 Projekte. Auch in 2017 erhielt medico das Spendensiegel des "Deutschen Zentralinstituts für Soziale Fragen" (DZI). Ziel von medico ist es nach eigenem Bekunden, Armut, Not und Gewalt nicht nur zu lindern, sondern ihre Ursachen zu erkennen und zu überwinden.

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