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Strukturierte Fortbildung: Funktionsanalyse und -therapie für die tägliche Praxis

Zeitraum: 22.03.2019 14:00 - 26.10.2019 18:00
Fachgebiete: Funktionslehre
Veranstaltungsort: Philipp-Pfaff-Institut, Aßmannshauser Straße 4-6, 14197 Berlin, Deutschland
Referenten: Dr. med. dent. Uwe Harth, Bad Salzuflen
CME-Punkte / Fortbildungspunkte: 46 Punkte
Teilnahmegebühr: 1.650,00 €, ermäßigt 1.485,00 € bei Anmeldung bis zum 22.02.2019 und Zahlung bis zum 08.03.2019
Auskunft und Anmeldung: https://www.pfaff-berlin.de/kursboerse/?Action=startKB&course_id=4722
Homepage: www.pfaff-berlin.de
Programm:

In der Kursserie „Funktionsanalyse und -therapie für die tägliche Praxis“ wird ein zeitgemäßes Behandlungskonzept der zahnärztlichen Funktionslehre dargestellt. Besonderer Wert wird auf die Umsetzbarkeit der komplexen Thematik in den täglichen Behandlungsablauf gelegt. Mit einem Mix aus Theorie und praktischen Übungen werden alle wichtigen Informationen auf dem Gebiet der zahnärztlichen Funktionslehre in kompakter, verständlicher und überschaubarer Art und Weise weitergegeben.

Teil 1 22./23.03.2019 (Dr. Harth)
Grundlagen der Funktionslehre und instrumentelle Funktionsanalyse

In diesem Kurs werden die Grundlagen für die Behandlung funktionsgestörter Kausysteme erarbeitet. Welchen Aufgaben müssen wir Zahnärzte uns heute in der Funktionslehre stellen? Wie sieht ein zeitgemäßes Behandlungskonzept aus und wie kann es von einem zahnärztlichen Praktiker umgesetzt werden? Ist eine Funktionsbehandlung, die den Faktor Okklusion mit einbezieht, noch zeitgemäß oder ist von vornherein ein interdisziplinärer Behandlungsansatz notwendig?
Der Zahnarzt sollte in der Lage sein, den Faktor Okklusion zu bewerten. Die dafür notwendigen Untersuchungsmethoden und Behandlungsschritte werden in diesem Einsteigerkurs den Kursteilnehmern erklärt.
Nach wie vor spielt das Zentrik-Registrat in der zahnärztlichen Funktionslehre eine zentrale Rolle. Der „Mythos Zentrik“ hat aber eine andere Wertschätzung bekommen. Es gibt nicht nur die eine Idealposition der Kondylen in der Gelenkfossa, die korrekt ermittelt werden muss, um zu einem therapeutischen Erfolg zu kommen. Zentrierung des Gelenkkopfes in die Gelenkfossa heißt eine mögliche Kondylenposition zu registieren, die aber von der Methodik der Registrierung abhängig ist. Eine mögliche Methodik, ein Zentrik-Registrat zu nehmen, wird erklärt und ausgiebig von den Kursteilnehmern geübt. Anhand von in den Artikulator montierten Modellen lernen die Kursteilnehmer den Einflussfaktor Okklusion zu bewerten. Letztendlich für den Zahnarzt der entscheidende Bewertungsfaktor, da er nur diesen auch direkt beeinflussen kann. Wie beeinflusst die Okklusion die Stellung des Kondylus in der Gelenkfossa? Können wir damit Beschwerden im Kausytem und darüber hinaus erklären?
Das gezeigte Konzept ist auch Grundlage und Erfolgsgarant jeder umfangreichen restaurativen Behandlung. Es ist mit vertretbarem instrumentellem Aufwand in jeder Zahnarztpraxis auch unter wirtschaftlichen Kriterien durchführbar.

Kursinhalte:
- Theoretische Grundlagen der Funktionslehre, wo stehen wir heute?
- Kurze Abhandlung der klinischen Funktionsanalyse
- Instrumentelle Funktionsanalyse (mit praktischen Übungen):
   - Perfekte Alginatabformung mit gestoppten Löffeln (Demonstration)
   - Herstellung okklusionsgenauer Modelle
   - Gesichtsbogenübertragung (arbiträr. achsenbezogen)
   - Handhabung gebräuchlicher Artikulatorsysteme
   - OK-Modellmontage und UK-Modellmontage
   - Kieferrelationsbestimmung: Zentrik-Registrat
   - Kontrollsockelmethode: zur Überprüfung der Montage und der Registrierung
   - Artikulatorprogrammierung: reichen Wachs- Registrate aus?
   - Was bringt die Aufzeichnung von Bewegungsbahnen (Achsiographie)?
   - Herstellung einer individuellen Front-Eckzahnführung
   - Diagnose am Modell (incl. Kondylen-Positions-Analyse, MPI)
   - Welchen Einflussfaktor hat die Okklusion auf das Kausystem und auf die Gesamtkörperstatik?

Teil 2 30./31.08.2019 (Dr. Harth)
Manuelle Strukturanalyse und befundbezogene Okklusionsschienentherapie

Eine systematische Befunderhebung des Kausystems im Rahmen einer klinischen Funktionsanalyse ermöglicht es dem Zahnarzt, eine craniomandibuläre Dysfunktion (CMD) zu diagnostizieren. Die Ausrichtung des Untersuchungsganges kann unterschiedlich sein: in der klassischen klinischen Funktionsanalyse wird der momentane Befund des Kausystems durch Palpation von Muskeln und Kiefergelenk, Beschreibung der Unterkiefermobilität und der Knackgeräusche erfasst. Die manuelle Strukturanalyse geht im Detail weiter. Sie gibt dem Zahnarzt die Möglichkeit, einzelne anatomische Strukturen des Kausystems unter Belastung zu untersuchen und zu befunden. Ein wesentlicher Unterschied zur konventionellen klinischen Funktionsanalyse ist die Bestimmung sog. Belastungsvektoren. Die Richtung des Belastungsvektors beschreibt die Richtung, die zur Läsion einer Gewebestruktur geführt hat. Dieses ist für den therapeutischen Ansatz entscheidend. Die therapeutische Richtung ist entgegengesetzt zur Belastungsrichtung, die eine Gewebestruktur geschädigt hat.
Der Zahnarzt sollte in der Lage sein, den zahnmedizinischen Faktor einer CMD-Problematik aussagekräftig abzuklären, vor allem die Fragestellung, ob mit den zahnärztlich zur Verfügung stehenden Mitteln, d. h. über Lageveränderungen des Unterkiefers, die CMD-Problematik, hier vor allem gezielt die überlastete Gewebestruktur, therapeutisch zu beeinflussen ist.
Häufigstes therapeutisches Hilfsmittel des Zahnarztes ist die Okklusionsschiene. Diagnosebezogen kommen unterschiedliche Okklusionsschienen zur Anwendung.
Die Systematik der manuellen Strukturanalyse und die daraus resultierende befundbezogene Okklusionsschienenbehandlung soll in diesem Kurs erarbeitet werden.

Kursinhalte:
- Anatomie des Kiefergelenkes und Pathologie des Kiefergelenkes
- Untersuchungsmethoden und Diagnosestellung (Manuelle Strukturanalyse nach Bumann)
- Praktische Übungen der Manuellen Strukturanalyse:
   - Therapeutische Konsequenzen aus der Manuellen Strukturanalyse
   - Klassifikation der Okklusionsschienen
- Demonstration:
   - Herstellung einer Okklusionsschiene (labortechnisch und klinisch): Abdrucknahme, Gesichtsbogenübertragung und Zentrikregistrat
   - Achsiographie, alternativ Checkbisse, Modellanalyse
   - Labortechnische Herstellung der Okklusionsschiene
   - Eingliederung der Okklusionsschiene
   - Nachsorge

Teil 3 25./26.10.2019 (Dr. Harth)
Okklusionsschiene und dann? Behandlungskonzept zur Stabilisierung einer therapeutischen Unterkieferposition

Auch in einem modernen interdisziplinären Behandlungsansatz setzt der Zahnarzt bei craniomandibulären Funktionsstörungen häufig eine Okklusionsschiene als Therapiemittel ein. Je nach Ausgangssituation endet die Okklusionsschienentherapie eines funktionsgestörten Patienten damit, dass eine neue Unterkieferposition nur über die Schiene stabilisiert wird. Nach Entfernung der Schiene ist die vorhandene Okklusion aufgehoben, wir finden nur Kontakte einzelner Zähne oder aber sogar eine Öffnung der Okklusion im Molarenbereich. Die Schwierigkeit besteht darin, die auf der Okklusionsschiene stabilisierte Unterkieferposition vorhersagbar genau auf die Gebisssituation des Patienten zu übertragen. Je nach Ausgangssituation erfolgt die endgültige Stabilisierung durch Einschleifmaßnahmen, restaurative oder kieferorthopädische Behandlung. In diesem Kurs soll die Systematik der Einschleiftherapie und das systematische Vorgehen einer restaurativen Therapie erarbeitet werden.

Kursinhalte:
- Einteilung der therapeutischen Unterkieferpositonen : Zentrik - „Nicht“-Zentrik
- Demonstration
   - Stabilisierung einer zentrischen Okklusionsposition:
      über Einschleiftherapie:
         – Modellanalyse
         – Einschleifen am Modell
         – Einschleifen am Patienten
         – Aufbau einer Front/Eckzahnführung
      über restaurative Therapie:
         – Modellanalyse
         – Artikulatorprogrammierung
         – Zentrikregistrat
         – Management des restaurativen Vorgehens
         – Stellenwert der provisorischen Behandlungs-Restaurationen
    - Stabilisierung einer nicht-zentrischen Okklusionsposition:
       über Kieferorthopädie
       über restaurative Therapie:
          – Bedeutung der Okklusionsschiene für die endgültige Stabilisierung der Okklusionsposition
          – Therapieweg:
          – Registrierung mit der Okklusionsschiene
          – Therapeutische Provisorien als geklebte Kompositaufbauten
          – Registrierung mit der Okklusionsplatte (Memobite)
          – Restaurationen zementieren oder adhaesiv befestigen
          – Patientenbeispiele
- Praktische Übungen:
   - Einschleifen des Gebisses an vorgefertigten Modellen
   - Demonstration: Registrierung einer therapeutischen Okklusionsposition mit der Okklusionsschiene

Abschlussdiskussion (Dr. Harth)

Übergabe der Zertifikate

Veranstalter-Information

Philipp-Pfaff-Institut

Aßmannshauser Str. 4-6
14197 Berlin
Deutschland

thilo.schmidt-rogge@pfaff-berlin.de