Anstellung

Abseits der Praxis (16): Auf den Hund gekommen

Günter Michls eigener Hund, der Galgo Pinocchio, ist das "Haupt-Model" der Firma Physio-Tech. privat
Pinocchio beim Lauftraining im Unterwasserlaufband für Hunde privat
Günter Michls Hündin Luna beim Lauftraining im Unterwasserlaufband für Hunde. privat
Team des Wolf Science Center der Universität Wien (vorne) und Günter Michls Team (Günter Michl mit Schirmmütze, rechts daneben Hartmuth Schmidt, Florian Arndt, Jürgen Swatek). privat
Aufbau des Wolfslaufbands im Tierpark Ernstbrunn bei Wien (im Vordergrund von links: Mitarbeiter Jürgen Swatek, Florian Arndt, Günter Michl). privat
Die zukünftigen Nutzer des Wolfslaufbands verfolgen den Aufbau mit Interesse. Das Laufband soll den Wölfen mehr Bewegung verschaffen und zu Forschungszwecken eingesetzt werden. Wölfe laufen in freier Wildbahn bis zu 50 Kilometer in einer Nacht. privat
Mittagspause: Günter Michl und sein Mitarbeiter Hartmuth Schmidt beim Aufbau des Trockenlaufbands für Wölfe für die Universität Wien. privat
Das Team des Wolf Science Center nimmt gemeinsam mit einem Hund das Trockenlaufband für Wölfe in Betrieb (ganz hinten: Prof. Dr. Kurt Kotrschal, Leiter des Wolf Science Center). privat
Günter Michl beim Aufbau eines Unterwasser-Laufbands in einer Tierpension in Hong-Kong. privat
Die unternehmerischen Anfänge in der Garage: Günter Michl (rechts) weist den gelernten Tischler Florian Arndt in die Geheimnisse des Schweißens ein. privat

Eine 90-Stunden-Woche

Die Produktion der Laufbänder erfolgt heute fast vollständig im eigenen Betrieb. Michl: "Das meiste machen wir selber, einige Bauteile werden zugekauft. Wir achten darauf, dass unsere Partnerunternehmen in Deutschland fertigen." Im Jahr 2010 gründete Michl seine Firma als GmbH; mittlerweile arbeiten für ihn neun Angestellte. In der Werkstatt bauen drei Mechaniker und ein Elektriker die Laufbänder. Fünf Mitarbeiter sind im Büro beschäftigt, davon je zwei im Vertrieb und der Konstruktion sowie einer in der technischen Dokumentation.

„Insgesamt dürften wöchentlich 90 Arbeitsstunden zusammenkommen“, schätzt Michl. Alleine 20 Stunden in der Woche steht er am Bohrturm in seiner Zahnarztpraxis, die er nach wie vor alleine führt. Der Rest der Zeit geht für die Firma drauf: Konstruktion, Planung und Geschäftsreisen. Wenn die finanzielle Situation es zulässt, würde er die Praxis gerne in fünf bis sechs Jahren an einen Partner übergeben und sich vollständig den Laufbändern widmen.

Eisbären und Wölfe als Kunden

Fördermittel in Höhe von 225.000 Euro von der Wirtschaftsförderung und Technologietransfer Schleswig-Holstein halfen, Forschung und Entwicklung zu finanzieren. Außerdem trug der Absatz von Hundelaufbändern eine ganze Zeit lang das Unternehmen. Insgesamt wurden bislang 380 Laufbänder in mehr als 20 Länder verkauft. "80 Prozent gehen ins Ausland", sagt Michl. In fast allen europäischen Ländern stünden bereits Laufbänder, dazu auch in Hong Kong, Russland und Kuwait. Michl hat schon neue ehrgeizige Ziele: "Wir würden natürlich gern vor allem Unterwasserlaufbänder für Menschen verkaufen."

Die Entwicklungskosten für das human-Unterwasserlaufband seien allerdings zu hoch, um durch die Hundelaufbänder refinanziert zu werden. Michl weiß, dass die Möglichkeit des Scheiterns zum unternehmerischen Risiko gehört. Doch abschrecken lässt er sich davon nicht: "Wir hoffen natürlich, dass sich die Investitionen in die Entwicklung des Human-Laufbands lohnen."

Schon einmal hatte er die Gelegenheit, eine Spezialkonstruktion zu produzieren: 2011 haben Michl und seine Mitarbeiter für das Konrad-Lorenz-Institut der Universität Wien ein Outdoor-Laufband für Wölfe gebaut (siehe Bilderstrecke). Auch ein Unterwasser-Laufband für Pferde existiert bereits. Kürzlich hat eine Forschungseinrichtung aus dem Anchorage in Alaska angefragt, ob die Techniker auch ein Laufband für Eisbären entwickeln können. Das ist neu. Und das ist es, was Michl antreibt. Die Herausforderung, so etwas hinzubekommen, reize ihn sehr. „Es steckt nicht immer Geld darin, aber jede Menge Spaß."

In "Abseits der Praxis" erzählen wir von Zahnärzten, die einen etwas anderen Weg eingeschlagen haben – sei es direkt nach dem Studium oder erst nach Jahren als niedergelassener Zahnarzt.

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