Anstellung

Anstellung vs. Niederlassung - ein Selbsttest

Nähert sich die Weiterbildungszeit dem Ende, stellt sich die große Frage, wie es weitergehen soll: Niederlassung oder Anstellung? Beratungscoach Dr. Anke Handrock zeigt Ihnen mit einem Test, welche Arbeitsform besser zu Ihnen passt.

monropic - Fotolia

Früher gab es nahezu den Automatismus in die Niederlassung, inzwischen wählen viele junge Zahnärzte jedoch die dauerhafte Anstellung. Der Weg zu dieser Entscheidung ist nicht leicht - oft ist er von Zweifeln und einer längeren Phase des Zögerns geprägt. Manchmal hilft es dann, sich vor Augen zu führen, zu welcher Arbeitsform man aktuell eher tendiert.

Machen Sie den Selbsttest!

Dazu können Sie die folgenden Fragen beantworten. Schauen Sie, ob Ihnen die Antworten als Praxisgründer oder als Angestellter eher zusagen. So können Sie relativ schnell Ihre aktuelle Tendenz erkennen. 


Welche Antwort gefällt mir besser?

Angestellter: Ich möchte örtlich flexibel bleiben und mich noch nicht festlegen.

Praxisgründer: Ich möchte längerfristig an einem Ort bleiben.

Angestellter: Ich möchte jetzt unabhängig von größeren (wirtschaftlichen) Verpflichtungen sein.

Praxisgründer: Ich möchte die Verantwortung für meinen eigenen Betrieb (meine Praxis) übernehmen.

Angestellter: Ich möchte gerne Mitglied in einem Team sein und mich (längerfristig) in einen größeren Rahmen einfügen.

Praxisgründer: Ich möchte ein Team strukturieren und meine MitarbeiterInnen führen.



Angestellter: Ich möchte gerne in einem vorgegebenen Rahmen arbeiten (zeitlich, räumlich, materiell).

Praxisgründer: Ich möchte den Rahmen, in dem ich arbeite selbstständig setzen und gestalten.




Angestellter: Ich möchte mich vorrangig/ausschließlich auf die rein zahnmedizinische Tätigkeit konzentrieren.

Praxisgründer: Ich möchte meine zahnmedizinischen Tätigkeiten und meine eigene Praxis dauerhaft auf- und ausbauen.

Angestellter: Ich möchte mich noch verändern und/oder in den nächsten Jahren mehrere Monate eine Auszeit nehmen.

Praxisgründer: Ich möchte in den nächsten Jahren kontinuierlich am Aufbau meiner Praxis  arbeiten.

Angestellter: Ich möchte nur einen Teil des von mir erwirtschafteten Gewinnes als festes Gehalt erhalten und dafür geregelte Aufgaben und Arbeitszeiten haben.

Praxisgründer: Ich möchte den von mir erwirtschafteten Gewinn vollständig erhalten und bin dafür bereit auch die Organisation einer Praxis zu übernehmen.


Ihre Antworten auf die obigen Fragen waren wahrscheinlich durch unbewusste Motive beeinflusst. Es gibt (grob gesagt) drei grundlegende Motive, die Menschen zum Handeln bewegen. Sie sind bei allen Menschen vorhanden, jedoch jeweils unterschiedlich stark ausgeprägt:

Sind Sie ein Leistungsmensch?

Leistung: Wenn dieses Motiv Ihnen am wichtigsten ist, entsteht Zufriedenheit dann, wenn der je eigene Leistungsstandard erfüllt wird. Worin dieser besteht, kann unterschiedlich sein. Es kann sich z.B. um hohe Qualität handeln, aber auch um Geschwindigkeit oder um weitere Faktoren. 

Menschen mit diesem Motiv werden im Beruf voraussichtlich dann glücklich werden, wenn sie ihren eigenen Standard erfüllen können. In einer eigenen Praxis kann das sicher verwirklicht werden. Im Angestelltenverhältnis wird es nur möglich sein, wenn die Leistungskriterien der Praxis und die des angestellten Zahnarztes übereinstimmen - hier kommt es häufiger zu Interferenzen.

Ist Ihnen Selbstbestimmtheit wichtig?

Macht: Bei diesem Motiv geht es um den Gestaltungswillen, die wichtigen Bereiche der eigenen Umwelt sollen so organisiert sein und gestaltet werden, wie es den eigenen Vorstellungen entspricht. Dabei übernehmen sie gern die Verantwortung. 

Dies ist in der eigenen Praxis jederzeit möglich. Für angestellte Zahnärzte ergeben sich hier jedoch meist Einschränkungen. Konflikte werden auf Dauer relativ wahrscheinlich, es sei denn, der Gestaltungswillen wird an anderen Orten (zum Beispiel im familiären Bereich) ausgelebt.

Funktionieren Sie besser im Team?

Anschluss: Hier geht es vorrangig darum, zu der entsprechenden Gruppe dazu zugehören. Der Gestaltungswille tritt eher in den Hintergrund und auch bei den Standards können Kompromisse zugunsten der Gruppe gut eingegangen werden. Wenn Menschen mit diesem Hauptmotiv eine Praxis führen wollen, ist es wichtig dass sie sich aktiv dafür entscheiden die Führung zugunsten dieser Gruppe übernehmen zu wollen. 

Es kann hilfreich sein, noch einmal darüber nachzudenken, was das wichtigste eigene Motiv ist. Menschen denen das Leistungs- oder das Anschlussmotiv am wichtigsten ist, sind häufiger von sich aus weniger an Führung interessiert, als Menschen mit dem Motiv Macht. Oft wird daher ein gewisser Unwille zur Teamführung als Grund für eine Entscheidung zum Verbleiben im Angestelltenverhältnis genannt. 

Dabei ist wichtig zu wissen, dass erfolgreiche Führung mit jedem dieser Motive gut gelingen kann. Denn zur erfolgreichen Führung sind nicht so sehr die Motive ausschlaggebend, sondern verschiedene Fähigkeiten, die systematisch erlernt werden können. 

Die Autorin, Dr. med. dent. Anke Handrock, leitet seit 1995 ihr eigenes Beratungsunternehmen für Coaching und Training in der Medizin. Sie hat sich insbesondere auf Patientenführung und systemisch-strategische Teamkommunikation spezialisiert. Seit 2012 ist sie auch die Leiterin des Steinbeis-Transfer-Instituts „Positive Psychologie und Prävention“ der Steinbeis-Hochschule Berlin.

531180545688545689545690548605 530676 547758
preload image 1preload image 2preload image 3preload image 4preload image 5preload image 6preload image 7preload image 8preload image 9preload image 10preload image 11preload image 12preload image 13preload image 14preload image 15preload image 16preload image 17preload image 18preload image 19preload image 20preload image 21preload image 22preload image 23preload image 24preload image 25preload image 26preload image 27preload image 28preload image 29preload image 30preload image 31preload image 32preload image 33preload image 34preload image 35preload image 36preload image 37preload image 38preload image 39preload image 40preload image 41preload image 42preload image 43preload image 44preload image 45preload image 46preload image 47preload image 48preload image 49preload image 50preload image 51preload image 52preload image 53preload image 54preload image 55preload image 56preload image 57preload image 58preload image 59preload image 60preload image 61preload image 62preload Themeimage 0preload Themeimage 1preload Themeimage 2preload Themeimage 3preload Themeimage 4preload Themeimage 5preload Themeimage 6preload Themeimage 7preload Themeimage 8preload Themeimage 9preload Themeimage 10preload Themeimage 11preload Themeimage 12preload Themeimage 13preload Themeimage 14preload Themeimage 15preload Themeimage 16preload Themeimage 17preload Themeimage 18preload Themeimage 19preload Themeimage 20preload Themeimage 21preload Themeimage 22preload Themeimage 23preload Themeimage 24preload Themeimage 25preload Themeimage 26preload Themeimage 27preload Themeimage 28
Bitte bestätigen Sie
Nein
Ja
Information
Ok
loginform
Kommentarvorschau
Kommentarvorschau schliessen
Antwort abbrechen
Ihr Kommentar ist eine Antwort auf den folgenden Kommentar

Keine Kommentare