Praxisgründer

Keine Angst vorm Businessplan

Einen Businessplan zu erstellen kann sogar Spaß machen. Denn hier erkunden Sie Ihre eigenen Ideen und gewinnen einen wertvollen Überblick über Ihr Vorhaben. Wir zeigen, wie Sie den Businessplan ganz einfach angehen.

Aller Anfang ist schwer, oder…? Mit der richtigen Vorbereitung muss das nicht sein. © himself100 - Fotolia

Sie planen Ihre Praxisgründung und haben schon zahlreiche Ideen im Kopf. Nun heißt es, diese zu Papier zu bringen und ihrem Umfeld (Familie, Freunde, Unterstützungspartnern, Kapitalgebern usw.) mit diesen Informationen einen konkreten Eindruck von Ihrer Idee zu vermitteln. Und ganz nebenbei bauen Sie im Laufe Ihrer Praxisplanung ein umfassendes und wertvolles persönliches Netzwerk zu Ansprechpartnern auf. Ein unschätzbarer Wert auch für den späteren Erfolg Ihrer Tätigkeit.

Eine gute Praxisidee setzt sich nicht von alleine in eine erfolgreiche Praxis um. Oftmals scheitern Vorhaben an einer unzureichenden Planung. Je genauer Sie sich mit der Planung beschäftigen, desto wahrscheinlicher ist es, dass Sie mögliche Probleme schon im Vorfeld erkennen und Gegenmaßnahmen ergreifen können.

Ihr Businessplan ist Ihre Visitenkarte. Es sagt viel über Sie selbst aus. Nehmen Sie sich also die Zeit, die zusammengetragenen Fragen für Ihre Praxisgründung gewissenhaft zu beantworten, und legen Sie damit die Basis für Ihren Erfolg. Unsicherheiten sind normal, lassen Sie sich von Fachberatern unterstützen, hierfür gibt es in der Regel hohe Zuschüsse. Und arbeiten Sie so viel wie möglich selber mit – in Ihrem eigenen Interesse!

Der Aufbau des Businessplans

Der Businessplan besteht im Grunde genommen aus 2 Teilen:

Zum einen aus dem Zahlenteil. Hier wird die Idee in Zahlen gefasst. Es wird in der Regel für 3 Jahre monatsgenau die Rentabilität geplant und berechnet, ob Ihre Praxis rentabel sein wird. Zudem wird eine Liquiditätsplanung erstellt – ebenfalls monatlich - , die die Zahlungsströme der Praxis darstellt. Nur so ist es möglich, den benötigten Kontokorrentkredit vorauszusagen und den benötigten Kapitalbedarf korrekt zu ermitteln. Dieser sollte immer Puffer für Unvorhergesehenes enthalten, denn oftmals sind einige Positionen trotz sorgfältiger Planung nicht berücksichtigt worden oder im Rahmen von Umbaumaßnahmen wurden Änderungen erforderlich, die zu Abweichungen vom Kostenvoranschlag führen. Auch ist es im Falle einer Neugründung schwer, den genauen Umsatz vorherzusagen, da man die Patientenzahlen und auch die einzelnen Behandlungszahlen nur schätzen kann.

Wenn der Kapitalbedarf ermittelt wurde, sollten Aussagen zu der Finanzierung getroffen werden. Welche Eigenmittel stehen zur Verfügung, mit welchen Zinssätzen wurde kalkuliert, woher stammen die Annahmen, werden Bürgschaften gestellt und welche Tilgungsraten wurden angenommen. Wichtig auch: Wurden tilgungsfreie Anlaufjahre angenommen, um die Liquidität zu Beginn zu schonen?

Der zweite ist der beschreibende Teil, der in Worte fasst, wie Sie sich Ihre Praxis vorstellen: Mit welchen Chancen und Risiken Ihre Praxisgründung behaftet ist, welches Leistungsspektrum sie anbieten, welches Praxiskonzept sie implementieren wollen, wer Ihre Mitbewerber sind, welche Patienten Sie wie ansprechen und für Ihre Praxis gewinnen möchten - und wie Sie dies alles organisatorisch hinbekommen werden.

Die wichtigsten Grundregeln

 

Es gibt ein paar Grundregeln, wenn Sie den Businessplan schreiben: Im Laufe Ihrer Arbeit werden Sie zahlreiche Informationen zusammentragen. Sie sind Experte Ihrer Idee und stecken tief in der Materie. Eine Herausforderung ist es, die Informationen so zusammenzuschreiben, dass Ihr Konzept auch für andere nachvollziehbar ist. Hierzu einige Grundregeln:

 

  • Formulieren Sie Ihr Konzept so, dass auch Laien es verstehen können, die in Ihrem Fachgebiet nicht zu Hause sind
  • Bestechen Sie durch Klarheit, Sachlichkeit und Präzision
  • Erstellen Sie ein Dokument wie aus einem Guss!  
  • Testen Sie Ihren Entwurf und sprechen Sie mit Fachexperten verschiedener Richtungen.  Entwickeln Sie ihn stetig weiter und machen Sie sich immerzu Notizen. Schreiben Sie neue Ideen auf, damit sie Ihnen nicht verloren gehen
  • Suchen Sie frühzeitig neutrale Unterstützung!