Praxisgründer

Das ideale Wartezimmer

Dieses Zimmer kann mehr als nur ein Raum zum Überbrücken der Zeit sein. Die zwölf wichtigsten Aspekte zur Planung des idealen Wartezimmers.

Eine angenehme, entspannte Atmosphäre - und die Patienten fühlen sich willkommen. ALDECAstudio - Fotolia

1. Entspannte Patienten

Das vordergründige Ziel ist es, das Wartezimmer so zu gestalten, dass sich die oft angespannten oder ängstlichen Patienten vor der Behandlung möglichst gut entspannen können. Der Trend zur Wohlfühlatmosphäre in der Praxisgestaltung zeigt sich nirgendwo deutlicher als in den Wartezimmern. Weniger offensichtlich, aber mindestens ebenso wichtig ist das Praxismarketing: Durch eine gehobene Ausstattung, eine ansprechende Gestaltung und einen sehr gepflegten Eindruck wird den Patienten signalisiert, dass hier qualitativ hochwertige Arbeiten erstellt werden.

2. Zielgruppe mitdenken

Bei der Planung sollte man seine zukünftigen Patienten vor Augen haben. An ihren Bedürfnissen muss sich die Gestaltung und Ausstattung orientieren. Das bedeutet: Es gibt nicht das eine perfekte Wartezimmer. Vielmehr geht es darum, in einer Symbiose aus der vorhandenen Architektur und dem eigenen Praxiskonzept eine optimale Wartezimmer-Lösung für seine Patienten zu entwickeln.

3. Größe - wie viel ist nötig?

Platz ist gerade in Großstadtpraxen knapp. Gespart wird gerne beim Wartezimmer. Das ist bei gut organisierten Terminpraxen auch problemlos möglich, hier reichen vier bis fünf Plätze pro Behandler aus. Das Ergebnis darf aber weder dunkel noch beklemmend wirken. Glaswände oder -türen lassen kleine Wartezimmer größer wirken und schaffen zusätzlich Transparenz zum Empfang. Bei Kieferorthopäden und Kinderzahnärzten oder bei Praxen, in denen auch operative Eingriffe vorgenommen werden, wird im Wartezimmer mehr Platz benötigt, da in der Regel Begleitpersonen mit in die Praxis kommen.

4. Barrierefreiheit - Zugänglichkeit für alle

Ein Praxisneubau muss nach DIN 18040 barrierefrei geplant werden. Das bedeutet für die Gestaltung des Wartezimmers unter anderem, dass auch körperlich beeinträchtigte Menschen den Raum selbstbestimmt betreten und verlassen können. Für Patienten im Rollstuhl sollte dabei zusätzlicher Platz eingeplant werden. Gesetzliche Grundlagen und Vorschriften sind in der Bau0 der jeweiligen Bundesländer für den öffentlichen Bereich und in der DIN 18040 beschrieben.

5. Schallschutz - angenehme Geräuschkulisse

Offene Wartebereiche sind nicht grundsätzlich verboten, aber der Datenschutz an der Anmeldung muss gewährleistet werden. Gerade in engen Eingangsbereichen, bei hohem Patientenaufkommen oder wenn kein Backoffice möglich ist, sollte der räumlichen Trennung – etwa durch Glastüren – den Vorzug gegeben werden. Dezente Lounge-Musik kann zusätzlich Geräusche überlagern und zugleich eine entspannte Atmosphäre zaubern, darf aber keinesfalls laut sein. Bohrgeräusche im Wartezimmer sind ein No-Go, hier sollten aber bereits die Türen der Behandlungszimmer für die nötige Abschirmung sorgen.

6. Fußboden, Decken, Wände - Wirkung von Farbe und Material

Die verschiedenen Ebenen sollte auch im Wartezimmer ein schlüssiges Konzept bilden. Wichtig ist die Auswahl der Farben: Stressfarben wie Rot oder Orange sollten möglichst vermieden werden. Farbtöne aus dem blau-grünen Spektrum haben dagegen eine nachgewiesene entspannende bzw. blutdrucksenkende Wirkung.