Praxisgründer

Farben machen Mut

Der richtige Einsatz von Farben in der Praxis kann Zahnärzte dabei unterstützen, den Patientenängsten den Kampf anzusagen. Mithilfe von Erkenntnissen aus der Farbpsychologie.

Welche Farben und Materialien in der Praxis zum Einsatz kommen, hängt von der beabsichtigten Wirkung ab. [M]_zm-Ulrike Strauss - FREUDENKIND

Grün ist die Farbe der Natur, sie wirkt ausgleichend und beruhigend. Ulrike Strauss - FREUDENKIND
Zarte Orange- und Apricot-Töne können Sicherheit und Behaglichkeit vermitteln. Ulrike Strauss - FREUDENKIND
Kühle Blau- und Meerestöne lindern die Aufregung und öffnen den Raum. Ulrike Strauss - FREUDENKIND

Morgen ist der Zahnarzttermin - und beim bloßen Gedanken daran geht der Puls etwas schneller, ich werde unruhig, leicht nervös, möchte den Termin am liebsten absagen.

So oder so ähnlich geht es bis zu 60% der Deutschen, wenn der Gang zum Zahnarzt näher rückt. Bei ihnen erzeugt der Gedanke an Bohrer und Absauger ein mulmiges Gefühl. Über 10% haben sogar mit einer ausgewachsenen Dentalphobie zu kämpfen.

Das gab es immer schon. Während die Unsicherheit auf dem Zahnarztstuhl aber in der Vergangenheit als nicht zu ändernde Begleiterscheinung angesehen wurde, formiert sich mittlerweile eine breite Allianz gegen die Angst, mit verschiedensten Therapien, Zusatzausbildungen, angstlösenden bzw. schmerzreduzierenden Verfahren.

Farben fürs Wohlbefinden

Wissenschaftlich belegt und dennoch viel zu häufig außer Acht gelassen ist der gezielte Einsatz von Farben und Bildern. Aus empirischen Studien ist bekannt, dass Farben physische und psychologische Wirkungen auf Menschen haben. Es gibt sogar Behandlungen mit Farbbestrahlung, die Heilungsprozesse in Gang setzen sollen. Die sogenannte Chromotherapie geht davon aus, dass Farben nicht nur über die Augen wirken, sondern als feine bioelektrische Impulse auch über die Haut wahrgenommen werden.

Durch Farben können Stimmungen erzeugt werden - denken wir an bunte Sommerkleider oder an schwarze Trauerkleidung, ist der Unterschied beträchtlich. Farben lösen unbewusste Reaktionen und Assoziationen aus, die zum Teil sogar archetypisch sind, eine Art Urprägung also. Individuelle Unterschiede gibt es nur wenige. Niemand wird abstreiten, dass Blau eine beruhigendere Wirkung als Rot hat. In vielen Bereichen, auch in vielen Praxen, wird die Wirkung immer noch unterschätzt oder aber nicht voll ausgeschöpft. Die Werbung macht es uns dagegen schon lange vor. Nicht umsonst stellte ein Unternehmen wie die Dresdner Bank gleich mehrere Fachleute an, um den passenden Grünton auszuwählen, der den Kunden Sicherheit vermitteln soll. 

Mehr Erfolg mit Ambiente

Zu keiner anderen Zeit war das Interieur einer Praxis so wichtig wie heute. Modernes Wohlfühl-Ambiente wird längst nicht mehr nur für das private Domizil gewünscht, sondern auch in anderen Lebensbereichen wie beim Arzt, im Hotel oder im Supermarkt erwartet. Und alles deutet darauf hin, dass diese Kunden- und Patienten-Ansprüche in den nächsten Jahren noch weiter steigen werden. Gerade junge Ärzte mit vergleichsweise großem Erfolgsdruck sollten die Chancen, die das Thema Atmosphäre mit sich bringt, nicht ungenutzt lassen. Letztlich geht es darum, jeden einzelnen Patienten mit einem schlüssigen Gesamtpaket zu überzeugen und zu binden.

Ein gutes Gesamtkonzept

Doch welche Farbe eignet sich nun am besten für den Einsatz in der Praxis? Lieber zu den warmen oder den kühleren Farben greifen? Pauschal läßt sich das nicht beantworten. Die Bilder sollten natürlich zum Rest des Interieurs passen. Deshalb ist es notwendig, dass im Gesamtkonzept der Praxis auch ein Interieur-Konzept erarbeitet wird. Welche Farben und Materialien kommen in der gesamten Praxis zum Einsatz? Hier spielen Mobiliar, Böden, Wände, Textilien wie Gardinen, Kissen, Teppiche eine wichtige Rolle. An die Bilder sollte dabei nicht zu allerletzt gedacht werden, sie sollten vielmehr zusammen mit den anderen Komponenten geplant werden. Ist der Rest jedoch schon definiert oder im Einsatz, sollten sich die Bilder auch farblich auf schon vorhandenes Interieur beziehen. Dann wird es für den Patienten stimmig. Auch wenn die meisten Patienten den gezielten Einsatz von Farbcodes nicht bewusst wahrnehmen werden, das Unterbewusstsein erkennt sehr genau Stimmigkeit in der Gestaltung. Das allein beruhigt schon.

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