Praxisgründer

Farben machen Mut

Grün ist die Farbe der Natur, sie wirkt ausgleichend und beruhigend. Ulrike Strauss - FREUDENKIND
Zarte Orange- und Apricot-Töne können Sicherheit und Behaglichkeit vermitteln. Ulrike Strauss - FREUDENKIND
Kühle Blau- und Meerestöne lindern die Aufregung und öffnen den Raum. Ulrike Strauss - FREUDENKIND

Der erste Eindruck

Wann immer Menschen eine neue Umgebung betreten, können sie nicht alles auf einmal erfassen. Die Wahrnehmung konzentriert sich deshalb auf die Atmosphäre in ihrer Gesamtheit. Auf Geräusche, Gerüche, Farben, Mobiliar, ein freundliches Gesicht am Empfang und vieles mehr. Diese Mosaiksteine der Atmosphäre wirken ganz unbewusst auf einen Patienten. Er wird schon nach wenigen Augenblicken wissen, ob er sich prinzipiell gut aufgehoben fühlt oder am liebsten umkehren möchte. Dieses erste Gefühl wird jede weitere Erfahrung oder Empfindung in der Praxis positiv oder negativ beeinflussen.

Im Wartezimmer hat der Patient dann Zeit, sich genauer umzusehen. Das, was in Augenhöhe ist, wird verstärkt seine Aufmerksamheit auf sich ziehen. Also vor allem auch die Bilder an der Wand. Sie werden durch Farbe, Form, Material und Motiv bestimmt, wobei der Farbe eine besonders wichtige Rolle zukommt. Deshalb geht es bei der Wandgestaltung nicht nur darum, einen farblichen Akzent zu setzen, sondern vielmehr um eine gezielte Förderung des Wohlbefindens der Patienten.

Anregend oder beruhigend?

Bei der Klassifizierung von Farben steht zunächst die grundsätzliche Unterscheidung von warmen und kühlen Tönen an. Kühle Farben wie Grün oder Blau haben grundsätzlich eine beruhigende Wirkung. Bei ihrem Anblick können sich Patienten deutlich entspannen.

Warme Farben wie Gelb oder Orange wirken anregend. Sie wecken zwar Vertrauen - hier muss weniger Überzeugungsarbeit geleistet werden als in einer nüchternen kühleren Umgebung. Wird das jedoch überspannt, gibt es Probleme. Blutrote Stühle im Behandlungszimmer werden sicher keine positiven Assoziationen wecken. Der Umgang mit warmen Farben muss deshalb immer mit viel Feingefühl vonstatten gehen.

Weniger ist mehr

Beim Einsatz von Farben in Praxen ist ein zurückhaltender Umgang mit Farbe ratsam. Nehmen Farben überhand, wird es schnell aufdringlich und das eigentliche Ziel wird verfehlt: nämlich den Patienten in eine Wohlfühl-Atmosphäre zu hüllen.

Vorsicht auch bei stark monochromen Räumen, die aus Gründen der Harmonie Boden, Wände und Textilien in die gleiche Farbe „tauchen“. Hier ist die Gefahr des „Vollschocks“ groß, da Differenzierungsmöglichkeiten fehlen und sich eine innere Abwehr aufbaut. Empfehlenswert ist also eine wohldosierte Auswahl von farbigen Accessoires wie Bilder, Kissen, Vorhänge oder hier und da ein einzelnes buntes Möbelstück.

Strategische Überlegungen

Auch der farbliche Bezug zur Corporate Identity (kurz CI genannt) - so nennt man die Charakteristika eines Unternehmens - kann eine Schlüssigkeit des Gesamtkonzepts erzeugen. Doch natürlich muss nicht jeder Zahnarzt, der ein blaues Logo verwendet, auch den Rest seines Interieurs auf das Blau abstimmen. Je nach Fokus können auch die erwähnten anderen Kriterien wie Wohlsein im Vordergrund stehen.
Praxisinhaber sollten auch bedenken, dass sich nicht nur die Patienten wohl fühlen sollen, sondern auch sie selbst und ihr Personal. Deshalb thematisieren Sie ruhig auch im Team das Thema Einrichtung und Gestaltung und fragen Sie nach eventuellen Vorlieben und Abneigungen der Mitarbeiter!

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