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Ist sie die Richtige? Der Einheiten-Check

Sie ist das Herzstück jeder Praxis. Die Dentaleinheit hat Einfluss auf Workflow und Wohlbefinden von Zahnarzt, Team und Patienten. Doch welche ist die richtige? Eine Checkliste.

Eine für alle - die perfekte Behandlungseinheit will gut gewählt sein. pgottschalk - Fotolia

15 Jahre und mehr ist eine Dentaleinheit in der Regel im Einsatz. Über 2,6 Einheiten verfügt eine durchschnittliche Praxis laut Statistik. Dem zentralen Arbeitselement für Zahnarzt und Assistenz kommt bei der Praxiseinrichtung eine große Bedeutung zu. Wenn hier etwas nicht passt, kann das unangenehme Folgen haben: Ob es nun der tägliche Rückenschmerz wegen nicht ergonomischer Bewegungsabläufe ist, Zeitverlust aufgrund einer zu komplexen Bedienung oder schlicht die schrille Farbwahl, die beim Kauf noch originell schien, im Behandlungszimmer aber eher anstrengend wirkt.

Qual der Wahl

Die Zahl der Anbieter und ihrer Modelle ist groß. Doch wie die richtige Kaufentscheidung fällen? Für viele Zahnärzte stehen bei der Auswahl einer neuen Behandlungseinheit vor allem technische Aspekte im Vordergrund. Das ergab eine Umfrage von Sirona auf der internationalen Dental-Fachmesse IDS im vergangenen Jahr. Die knapp 300 Befragten wünschten sich von ihrer Dentaleinheit eine optimale Unterstützung der Behandlung (79%) und eine flexible Konfiguration (77%). Auch ein guter Händlersupport spielte eine wichtige Rolle. Das dänische Unternehmen XO Care ermittelte bei einer Kundenbefragung den Wunsch nach Patientenkomfort an erster Stelle. Dazu gehörte die leichte Reinigung der Behandlungseinheiten zu den Hauptanforderungen an das Arbeitsgerät. Jüngst veröffentlichte KaVo eine Checkliste für die ideale Dentaleinheit. Was Sie beim Kauf alles beachten sollten, fassen wir hier für Sie zusammen.

Checkliste

  • Bedarfsermittlung: Ermitteln Sie zunächst die Aspekte, die einen Einfluss auf Ihre Anschaffung haben könnten. Stehen bei Ihnen zum Beispiel Design oder Ergonomie im Vordergrund? Welche Anforderungen an eine ideale Einheit entstehen durch die Arbeitsschwerpunkte Ihrer Praxis?
  • Praxistest: Testen Sie in Frage kommende Einheiten unbedingt ausgiebig auf Messen und im Dentaldepot – am besten gemeinsam mit ihrem Praxisteam oder zumindest einer Assistenz.
  • Qualität: Achten Sie auf die Hochwertigkeit der verbauten Materialien. Das garantiert Ihnen eine hohe Ausfallsicherheit und längere Lebensdauer des Geräts.
  • Stabilität: Ist das Arztelement präzise justierbar und stabil? Denken Sie auch an das zulässige Patientengewicht. Ist die Einheit für schwere Menschen gut geeignet?
  • Sitzprobe: Können Sie Ihre typischen Bewegungsabläufe in gesunder Körperhaltung ausführen? Gilt das gleiche auch für Ihre Assistenz? Fördert die Einheit die reibungslose Zusammenarbeit zwischen Zahnarzt und Assistenz?
  • Ergonomie: Testen Sie die Einheit besonders in Hinblick auf Ergonomie in jeder Behandlungsposition. Gütesiegel für besonders rückengerechte Produkte wie das Siegel der Aktion Gesunder Rücken (AGR) können Orientierungshilfe bieten.
  • Reinigung und Hygiene: Glatte Oberflächen sind leichter zu reinigen und zu desinfizieren. Vorsicht bei Spaltmaßen, die leicht verschmutzen und schwer zu reinigen sind. Sind die integrierten Reinigungs- und Desinfektionsfunktionen sicher und effizient? Sind die Adapter gut zugänglich angebracht, abnehmbar und thermodesinfizierbar? Ist immer genau ersichtlich, wann welches Reinigungsprogramm anzuwenden ist oder erhalten sie sogar eine Anleitung per Touchdisplay?
  • Bedienung: Eine intuitiv verständliche Bedienoberfläche spart Zeit und Nerven beim festen Praxisteam, aber auch bei Teilzeitangestellten, die nicht erst lange Einlernphasen an der Einheit benötigen. Ist die Bedienung einfach und sind alle Funktionen genau dort, wo Sie diese vermuten? Ist die Bedienoberfläche übersichtlich gestaltet und lassen sich Funktionen individuell konfigurieren? Verläuft die Integration externer Geräte reibungslos?
  • Patientenkomfort: Sorgen Sie dafür, dass Ihre Patienten wirklich komfortabel liegen. Berücksichtigen Sie die individuellen Bedürfnisse der Patienten durch Polster. Manche Einheiten bieten auch Rückenlehnen, die sich an die Anatomie des Patienten anpassen.
  • Barrierefreiheit: Bei der Behandlung von Menschen mit Behinderungen oder älteren Patienten ist wichtig, dass sie problemlos in die Behandlungseinheit umgebettet werden können. Lässt sich das Arztelement weit wegfahren und ist der Einstieg leicht möglich?
  • Licht: Achten Sie darauf, dass Ihre Arbeitsabläufe ins richtige Licht gesetzt sind. Lässt sich die Beleuchtung gut handhaben und ist sie gleichmäßig und hell genug?
  • Design: Das Design Ihrer Dentaleinheit ist letztlich Geschmacksfrage. Aber bedenken Sie, dass sich Trends im Laufe der jahrelangen Nutzungsdauer verändern werden. Mit der Gestaltung Ihrer Behandlungseinheit können Sie technischen Anspruch signalisieren, ein warmes Ambiente vermitteln oder mit starken Farben Fröhlichkeit ausdrücken.