Praxisgründer

Best of Work-Life-Balance

Wie Stress geht, das wissen Sie sicher. Aber beherrschen Sie auch die hohe Kunst, in der Selbstständigkeit immer wieder für Erholung zu sorgen? 10 Tipps für das innere Gleichgewicht.

Stabile Balance: Wenn Arbeit und Entspannung sich die Waage halten. styf - Fotolia

Sie haben es geschafft. Nach einer aufregenden und manchmal nervenaufreibenden Planungszeit ist Ihre Praxis eröffnet, die Patienten kommen. Sie und Ihr Team meistern nun die ganz normalen Herausforderungen des Arbeitsalltags. Entspannt zurücklehnen können Sie sich natürlich nicht – und das wollen Sie auch nicht, haben Sie sich doch selbstständig gemacht, um etwas zu bewegen und zu gestalten. Wichtig ist aber, dass Sie in der kommenden Zeit ein gutes Gleichgewicht zwischen der Leidenschaft für Ihre Arbeit, den Bedürfnissen Ihrer Praxis und Ihrem Privatleben finden. Kurz: die vielbeschworene Work-Life-Balance ist gefragt. Damit Sie auch in den kommenden Jahrzehnten Ihre Selbstständigkeit genießen können.

Gute Vorsätze

Das Prinzip der Work-Life-Balance ist einfach – aber dennoch oft schwer umzusetzen, wenn Sie als Chef mit viel Verantwortung umgehen, wenn Entscheidungen drängen, die To-Do-Listen immer länger werden, die ständige Erreichbarkeit zum Zeitfresser wird … Wollten Sie nicht längst mal wieder zum Sport? Jetzt aber wirklich was für den Rücken tun? Oder früher zu Hause sein – beschweren sich schon Ihre Freunde und Ihre Familie? Kriegen Sie noch etwas mit vom kulturellen Leben um Sie herum? Sind Sie jeden Tag voller Schwung und guter Stimmung oder wächst Ihnen manchmal alles über den Kopf?

Es gilt die Balance zwischen vier Säulen zu halten: Arbeit, Körper/Gesundheit, zwischenmenschliche Beziehungen und (Lebens-)Sinn. Wenn alle Säulen stabil sind, sind Sie es auch. Gründe für fehlende Balance können eine zu hohe Arbeitsbelastung sein und der Erfolgsdruck, der auf Ihnen liegt – oder den Sie sich machen. Kurzzeitig ist der erhöhte Stresspegel durch die Existenzgründung kein Problem und zu begrüßen. Sie haben ja ein Ziel vor Augen. Längerfristig sollten Sie aber mit den richtigen Kniffen immer wieder für Ausgleich und Entlastung sorgen. Das schont Körper und Psyche, ist gut für Beziehungen, Familie und für Ihre Praxis.

 

 

 

  • Zeitmanagement: Trennen Sie Wichtiges von Unwichtigem. Was kann vernachlässigt werden? Vernachlässigen Sie es. Zerlegen Sie große Aufgaben in kleinere Teile und gehen Sie sie nacheinander an. Erledigen Sie Unangenehmes immer zuerst. Dann quält es Sie nicht länger und Ihr Kopf wird frei für andere Dinge. Und ganz wichtig: Delegieren Sie! Sie müssen nicht alles allein erledigen, sondern die Aufgaben gut verteilen.
  • Entscheidungen treffen: Wälzen Sie anstehende Entscheidungen nicht tage- oder wochenlang im Kopf hin und her, sondern gehen Sie sie bewusst an. Schreiben oder malen Sie das jeweilige Problem mit möglichen Lösungsvorschlägen auf, so gewinnen Sie Distanz. Sie können auch Rat bei Freunden, Partnern oder Kollegen suchen.
  • Ärger-Management: Schlucken Sie Ärger nicht herunter, das macht krank. Sprechen Sie Ärgernisse in Beruf und Privatleben direkt an und suchen Sie dann gemeinsam nach einer Lösung. Sollte sich einmal starke Wut aufgestaut haben, lassen Sie den Druck erst heraus: Malträtieren Sie den Boxsack, verausgaben Sie sich beim Sport oder fluchen Sie ausgiebig, wo niemand Sie hört. Das wirkt Wunder.
  • Pausen nutzen: Kleine Pausen bringen Erholung in einen dichten Arbeitstag. Das gilt für die (bewusst genossene) Mittagspause ebenso wie für kurze Ausgleichsphasen zwischendurch. Takten Sie ihre Termine nicht zu eng. Öffnen Sie auch mal das Fenster und machen Sie eine Atempause. Essen Sie nicht unter Zeitdruck, sondern mit Genuss.
  • In Bewegung bleiben: Nichts baut Stress so gut ab wie Bewegung. Sport ist die perfekte Gesundheitsvorsorge und löst die Verspannungen des Tages. Suchen Sie sich einen Gruppensport, wenn Sie Lust auf soziales Miteinander haben. Probieren Sie aus, was Ihnen gefällt. Jede Art von Bewegung – am liebsten direkt nach der Arbeit – lockert Körper und Geist.
  • Liebe und Freundschaft pflegen: Vernachlässigen Sie nicht Ihren Partner, die Familie und Ihre Freunde. Richten Sie für sich und Ihren Partner feste freie Tage ein, das gleiche gilt für die Familie. Wenn Sie das Gefühl haben, Sie können aus Zeitnot keine Freunde treffen, planen Sie einfach kürzere Treffen: auf ein Getränk nach Feierabend, ein Mittagessen, einen Spaziergang, einen Ausstellungsbesuch …
  • Daten Sie sich selbst: Wenn viel zu tun ist, sind es meist Ihre eigenen Bedürfnisse, die als erstes zu kurz kommen. Versprechen Sie sich selbst Pausen, in denen Sie wirklich nur das tun, was Ihnen gefällt. Folgen Sie dem Lustprinzip.
  • Bilanz ziehen: Treten Sie von Zeit zu Zeit einen Schritt zurück und reflektieren Sie ihre Situation. Sind Sie noch mit allem zufrieden? Gibt es Dauerprobleme, die Sie belasten? Was würden Sie verändern wollen? Ändern Sie es.
  • Lachen ist gesund: Klingt banal, ist aber wirkungsvoll: Bewusstes Lächeln hat einen positiven Effekt. Selbst wenn es ein „künstlich“ hergestelltes Lächeln ist. Lachen Sie sich im Spiegel an. Sorgen Sie für eine freudvolle Arbeitsumgebung.
  • Team-Balance: Haben Sie im Blick, dass auch Ihre Mitarbeiter gut zwischen Stress und Erholung balancieren können. Setzen Sie ihr Team nicht unter permanenten Zeit- und Leistungsdruck. Sorgen Sie für entsprechende Mitarbeiterschulungen, wenn Überforderung droht. Sie können auch Teilzeitmodelle anbieten oder auf andere Bedürfnisse Ihrer Mitarbeiter eingehen. Sorgen Sie für effiziente Arbeitsabläufe und gute interne Organisation, damit die Arbeit in Ihrer Praxis produktiv ist und Freude macht. So bleiben Sie und Ihr Team in Balance.